DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Könnte länger beurlaubt werden: Uber-Chef Travis Kalanick.
Könnte länger beurlaubt werden: Uber-Chef Travis Kalanick.Bild: AP/Invision

Topmanager geht, 20 Mitarbeiter entlassen – Uber zieht nach Sexismus-Vorwürfen Reissleine

12.06.2017, 19:4912.06.2017, 19:52

Nach der Untersuchung zu Sexismus-Vorwürfen bei Uber soll ein Massnahmen-Paket für Wandel sorgen. Details hält der Fahrdienst noch zurück – aber laut Medienberichten könnte ein Top-Manager gehen. Und Uber-Chef Kalanick denke über einen mehrmonatigen Urlaub nach.

Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte der Fahrdienst-Vermittler nach den Beratungen in der Nacht zum Montag. Ihr Inhalt solle aber zunächst am Dienstag der Belegschaft vorgestellt werden.

Eine Anti-Uber-Demo Ende Mai in Madrid.
Eine Anti-Uber-Demo Ende Mai in Madrid.Bild: EPA/EFE

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheissen, Uber-Chef Travis Kalanick könne für drei Monate beurlaubt werden. Der Verwaltungsrat habe zwar darüber gesprochen, aber die Entscheidung Kalanick selbst überlassen, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf informierte Personen.

Es sei unklar, ob es dazu kommen werde. Ein mehrmonatiger Urlaub für Kalanick könnte ausserhalb des Unternehmens auch als Bestrafung aufgefasst werden. Zudem wäre unklar, wie in dieser Zeit die Führung bei Uber geregelt werden soll.

Kalanick-Vertrauter geht

Unterdessen verlässt Top-Manager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, das Unternehmen, wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf eine E-Mail an die Mitarbeiter berichtete. Demnach blieb in der E-Mail offen, ob Michael sich selbst zurückzog oder dazu gedrängt wurde.

Sein Abgang war in Medienberichten als eine Massnahme im Bericht der Holder-Kommission genannt worden. Michael stand bereits seit 2014 in der Kritik, nachdem er in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie berüchtigte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete.

Das Unternehmen steuert anspruchsvollen Zeiten entgegen.
Das Unternehmen steuert anspruchsvollen Zeiten entgegen.Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

20 Mitarbeiter entlassen

Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt – und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. (sda/dpa)

Fahrdienst Uber

1 / 13
Fahrdienst Uber
quelle: keystone / steffen schmidt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Nach Fischsterben: Toxische Algen im Wasser der Oder entdeckt

In den untersuchten Wasserproben aus der Oder sind nach Angaben von Polens Regierung toxische Algen entdeckt worden. Die Blüte dieser Algen könne das Auftreten von Toxinen verursachen, welche Wasserorganismen wie Fische und Muscheln töten, aber für den Menschen nicht schädlich seien.

Zur Story