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epaselect epa06689507 A woman writes a message at a makeshift memorial across the street from where a man in a rented van plowed into pedestrians on Yonge Street in northern Toronto, Canada, 24 April 2018. Ten people were killed and 15 injured on 23 April 2018, after a man driving a rented van mowed down pedestrians along a one-mile stretch of Yonge Street.  EPA/WARREN TODA

Unter den Opfern des Amokfahrers von Toronto waren vor allem Frauen. Bild: EPA/EPA

Tötete er aus Hass auf Frauen? Neue Erkenntnisse zur Amokfahrt in Toronto

Er steuerte einen Lieferwagen auf das Trottoir und tötete dabei zehn Menschen. Kurz vor seiner Tat äusserte der 25-jährige mutmassliche Täter seinen Groll auf Frauen. 



Das Motiv für die Todesfahrt von Toronto war möglicherweise ein gestörtes Verhältnis des Verdächtigen zu Frauen. Der mutmassliche Täter äusserte vor der Fahrt im sozialen Netzwerk Facebook entsprechenden Groll gegen Frauen.

Es sei zutreffend, dass es sich bei den Opfern vor allem Frauen handle, sagte Polizeiermittler Graham Gibson auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Deren Alter reiche von Mitte 20 bis etwa 80. Es gebe jedoch keine Beweise, dass der Fahrer nur auf Frauen zielte. Es sei zu früh, um zu sagen, ob der Täter absichtlich Frauen niedergefahren habe.

Auf seinem Facebook-Account würdigte der mutmassliche Täter und IT-Student Alek Minassian nach Angaben der Polizei den Studenten Elliot Rodger, der 2014 nahe der Universität von Santa Barbara in Kalifornien mit einer Schusswaffe und Messern sechs Menschen getötet und 13 verletzt hatte. Rodger hatte sich zuvor in Online-Postings über die Zurückweisung durch Frauen beklagt.

Posting wenige Minuten vor der Tat

Minassian bezeichnete in dem Posting nur wenige Minuten vor der Tat Rodger als «Obersten Gentleman». Weiter hiess es darin: «Die Incel-Rebellion hat bereits begonnen. Wir werden alle Chads und Stacys stürzen.»

«Die Incel-Rebellion hat bereits begonnen. Wir werden alle Chads und Stacys stürzen.»

Posting des Verdächtigen auf Facebook

Der 22-jährige Rodger hatte das Wort «Incel» – kurz für involuntarily celibate, zu Deutsch «unfreiwilliges Zölibat» – ebenfalls in seinen Online-Postings gegen Frauen verwendet. Die Namen «Chad» und «Stacy» werden in Internet-Foren abwertend für Männer und Frauen gebraucht, die ein ausgefülltes Sexleben haben.

Als Einzelgänger beschrieben

Minassian hatte am Montag einen gemieteten Lieferwagen mit voller Geschwindigkeit aufs Trottoir einer belebten Strasse in Toronto gelenkt. Nach jüngsten Angaben wurden zehn Menschen getötet und 14 verletzt. Einige der Verletzten schweben in Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen und inzwischen des zehnfachen Mordes beschuldigt.

Minassian lebte mit seinem Vater in einem Vorort von Toronto; das Haus wurde am Dienstag durchsucht. An seiner Berufsschule galt Minassian als Einzelgänger. Mitschüler beschrieben ihn als verschlossen, sein Verhalten sei oft seltsam gewesen. Minassians Mutter hatte einer Lokalzeitung 2009 gesagt, ihr Sohn leide an einer Form des Autismus. (sar/sda/afp/ap)

Toronto: Van rast in Menschenmenge

So gelassen verhaftet ein Polizist den Toronto-Attentäter

Video: watson

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 25.04.2018 08:17
    Highlight Highlight Ich bin etwas verwundert, dass der Täter als "mutmasslich" bezeichnet wird, obwohl er direkt nach der Amokfahrt gefasst wurde. Auch wenn er noch nicht verurteilt ist, hat er die Tat doch eindeutig begangen.

    Und falls das doch noch nicht als erwiesen gilt, sollte man seinen Namen nicht öffentlich nennen.

    Irgendwie passt das alles nicht zusammen...
  • Anam.Cara 25.04.2018 07:37
    Highlight Highlight Ich kann verstehen, dass Zurückweisung zu einem angeschlagenen Selbswertgefühl führt. Ich kann verstehen, dass sich dieses in Wut verwandelt. Aber ich kann nicht verstehen, dass der Hass derart gross und derart kanalisiert wird, dass man auf einmal Menschen umbringt.

    Müsste nicht die Liebe (zu sich selbet, zu den Menschen im Umfeld un zu allem Lebenden) die Frustration eines fehlenden oder unperfekten Sexlebens mildern können?

    Oder gibt es immer mehr Leute, die Liebe und Sex für das selbe halten? (So wie unsere Sprache das vorgaukelt: make love, liebe machen)? Das wäre allerdings fatal...
  • Citation Needed 25.04.2018 03:17
    Highlight Highlight Hat man ein Recht auf Sexualpartner? Eine absurde, wennauch häufige Idee. Erschreckend, dass ganz offensichtlich fehlgeleitete Frauenhasser wie Rodgers (Amok vor 4 Jahren) Fans und vermutlich sogar Nachahmer finden. Was die brauchen ist nicht weniger Zurückweisung, sondern Hilfe dabei, eine äusserlich hypersexualisierte, aber faktisch prüde Gesellschaft zu begreifen und sich darin zurechtzufinden.
    • Ylene 25.04.2018 07:52
      Highlight Highlight Naja, die Frauenhasser-Foren auf u. a. 4chan, welche häufig zu Gewalt gegen Frauen aufrufen, sind genauso eine Online-Radikalisierung wie bspw. ihre Islamisten- oder Alt-Right-Gegenstücke, es interessiert einfach keiner und man tut die Truppe häufig als frustrierte, aber sonst harmlose Trolls ab. Das müsste man mal überdenken. Auch interessant, dass eine Tat nur dann als Terroranschlag gilt, wenn sie aus Hass auf Nicht-Muslime geschieht. Guter Artikel https://www.theglobeandmail.com/canada/article-the-incel-community-and-the-dark-side-of-the-internet/
    • HabbyHab 25.04.2018 12:41
      Highlight Highlight Es gibt da richtige Communities, in denen dieser Hass geschürt wird.
    • Citation Needed 26.04.2018 11:27
      Highlight Highlight Swisskiss: es gibt inzwischen einige dieser Amokläufe in denen die Täter als Gründe für die Tat Kränkungen wegen Zurückweisung durch Frauen angaben. Es gibt auch einige Artikel, in denen gefragt wird, warum es immer (bzw. fast nur) Männer sind, die auf Zurückweisung (auch im Job, nicht nur pkto Partnerschaft) krankhaft reagieren und um sich schiessen. Auch Frauen haben dissoziale Persönlichkeitsstörungen. Ihre Reaktionen richten sich aber nie gegen 'den Rest der Welt'. So gesehen beeinflussen Normen und Formen durchaus, wie sich eine Störung äussert.
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