International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05266232 Brazilian President Dilma Rousseff speaks during a press conference in Brasilia, Brasil, 18 April 2016. Brazilian lower house Chamber of Deputies approved an impeachment trial against Rousseff, on 17 April. The proceedings will continue in the Brazilian Senate and if the Senate supports the case, Rousseff will have to step aside for 180 days for the trial to be carried out.  EPA/Fernando Bizerra Jr.

Rousseff ist «empört» über Votum für Amtsenthebungsverfahren. Bild: EPA/EFE

Dilma Rousseff nimmt Stellung zur Abstimmungsschlappe: «Das ist ein Staatsstreich!»



Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat sich «empört» gezeigt über das Votum des Unterhauses für ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie. Sie sei Opfer einer «grossen Ungerechtigkeit», sagte Rousseff am Montag in einer ersten Reaktion auf die Abstimmung.

In der live im Fernsehen übertragenen Stellungnahme gab sich Rousseff kämpferisch. «Ich habe Stärke, Temperament und Mut», sagte die Staatschefin, gegen die sich am Sonntag im Unterhaus des Kongresses mehr als zwei Drittel der Abgeordneten gestellt hatten.

«Ich werde nicht geschlagen sein, ich werde nicht gelähmt sein. Ich werde weiter kämpfen und ich werde kämpfen wie ich es mein ganzes Leben lang getan habe.» «Ich habe 54 Millionen Stimmen bekommen und bin empört über die Entscheidung», sagte Rousseff mit Blick auf ihre Wiederwahl zur Staatschefin 2014.

Die Abgeordneten hätten keinerlei Beweise für Straftaten vorgebracht, die ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigten, fuhr Rousseff fort. Erneut nannte sie das Vorgehen ihrer Gegner einen «Staatsstreich». Die Abstimmung sei «Gewalt» «gegen Wahrheit, gegen Demokratie und gegen die demokratische Vorherrschaft des Rechts».

Members of Brazil's Lower House of Congress in favor of the impeachment of President Dilma Rousseff participate in the debate leading up to the voting in Brasilia, Brazil April 17, 2016.     REUTERS/Ueslei Marcelino

Jubel nach der Abstimmung in Brasilia: Dilma Rousseff wirft den Gegnern im Parlament vor, einen Staatsstreich zu vollziehen.
Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Senat beginnt Verfahren

Am Sonntag hatten mehr als zwei Drittel der Abgeordneten des Unterhauses des Kongresses für den Beginn eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Rousseff gestimmt. 367 Abgeordnete stimmten dafür, nur 137 votierten dagegen. Als nächstes muss nun der Senat mit einfacher Mehrheit dem Amtsenthebungsverfahren zustimmen; dies gilt als wahrscheinlich.

Der Senat will sich ab Dienstag mit der Lesung der entsprechenden Dokumente befassen, wie der Senatspräsident Renan Calheiros am Montag sagte, nachdem er die Dokumente von Parlamentspräsident Eduardo Cunha empfangen hatte. Rousseff wolle ihn noch am Montag treffen, sagte Calheiros.

Mit der Entscheidung im Senat wird aber erst Mitte Mai gerechnet. Stimmt das Oberhaus für ein Amtsenthebungsverfahren, müsste Rousseffs Stellvertreter Michel Temer für bis zu 180 Tage die Amtsgeschäfte übernehmen. Am Ende des Verfahrens muss dann der Senat mit zwei Dritteln erneut für Rousseffs Amtsenthebung stimmen, sonst kehrt sie in ihr Amt zurück.

Rousseff wird unter anderem für Korruption und die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes verantwortlich gemacht. Ihre Gegner werfen ihr zudem vor, sie habe Haushaltszahlen geschönt, um vor der vergangenen Wahl ihre Chancen zu verbessern. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Weltweit über 60 Millionen Corona-Infektionen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Francisco Sagasti als neuer Präsident Perus vereidigt

Nach Tagen der politischen Unruhe hat Peru einen neuen Staatschef. Der Mitte-Rechts-Politiker Francisco Sagasti legte am Dienstag im Kongress in Lima seinen Amtseid ab.

Damit ist der 76-Jährige der dritte Präsident des südamerikanischen Landes innerhalb von etwas mehr als einer Woche. Als Übergangsstaatschef soll der Ingenieur die Amtsgeschäfte bis zur Wahl im kommenden Jahr führen. Nach den jüngsten Turbulenzen muss Sagasti vor allem das Vertrauen in die Politik wiederherstellen.

Zuletzt stand der Andenstaat zeitweise ohne Staatschef da. Der Kongress hatte Präsident Martín Vizcarra am Montag vergangener Woche wegen Korruptionsvorwürfen des Amtes enthoben. …

Artikel lesen
Link zum Artikel