International
Brexit

Britische Regierung legt Massnahmen für No-Deal-Brexit vor

Britische Regierung legt Massnahmen für No-Deal-Brexit vor

13.03.2019, 10:4013.03.2019, 10:40
epa07432020 A grab from a handout video made available by the UK Parliamentary Recording Unit shows Members of Parliament after voting at the House of Commons parliament in London, Britain, 12 March 2 ...
Bild: EPA/UK PARLIAMENTARY RECORDING UNIT

Nach dem erneuten Nein zum EU-Ausstiegsvertrag im britischen Parlament hat die Regierung Massnahmen für den Fall eines ungeregelten Brexit vorgelegt. Importzölle sollen für viele Waren gestrichen werden und eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland vermieden.

Dies teilte die Regierung am Mittwoch mit. Die Massnahmen sollen bis zu einer endgültigen Regelung zeitlich befristet sein. Es wird allerdings erwartet, dass die Mehrheit der Abgeordneten sich bei der am Mittwochabend anstehenden Abstimmung gegen einen EU-Austritt ohne Abkommen aussprechen werden.

Für diesen Fall steht am Donnerstag ein Antrag auf Verschiebung des für den 29. März vorgesehenen Ausstiegs Grossbritanniens aus der EU zur Entscheidung an. Dem müsste aber auch noch die EU zustimmen.

Der nun für einen harten Brexit ohne Vertrag vorgelegte Plan sieht vor, dass weiterhin 82 Prozent aller Importe aus der EU ohne Zölle nach Grossbritannien eingeführt werden können. Zugleich sollen mehr Waren, die aus anderen Teilen der Welt auf die Insel geliefert werden, von Zöllen befreit werden.

Unter dem Strich soll dadurch der Anteil der zollbefreiten Importe von derzeit 80 auf 87 Prozent steigen. Damit sollen die Auswirkungen von befürchteten Preissteigerungen nach einem No-Deal-Brexit für die britischen Verbraucher abgefangen werden.

Keine neuen Kontrollen an Grenze

Zugleich sehen die nun vorgelegten Regierungspläne vor, an der Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Staat Irland keine neuen Kontrollen einführen zu wollen. Auch Warenlieferungen sollen an dieser Grenze nicht überprüft werden.

Diese Massnahmen sollen allerdings nur für eine befristete Zeit gelten, bis sich Grossbritannien mit der EU-Kommission und der irischen Regierung auf eine dauerhafte Regelung zur Vermeidung einer «harten Grenze» verständigt hat.

Am Dienstagabend hatte Premierministerin Theresa May erneut eine krachende Niederlage erlitten und das Votum über den mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag mit 391 zu 242 Stimmen verloren. Damit steigt zwei Wochen vor dem geplanten Ausstieg Grossbritanniens aus der EU die Gefahr eines Brexit ohne Vertrag, der schwere Folgen für die Wirtschaft nach sich ziehen könnte. (sda/reu)

Ein chaotischer Brexit hätte für die EU verheerende Folgen

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Börse rumort: «Märkte ziehen Grenze, wenn die Trump-Regierung verbündete Länder verärgert»
Trump hat die Finanzmärkte aufgeschreckt, ähnlich wie mit seinem «Tag der Befreiung».
An den Börsen scheint die Nervosität zurück zu sein. Die Anleger flüchten sich in vermeintlich sichere Häfen. Deshalb ist der Goldpreis auf über 5000 Dollar pro Feinunze gestiegen – ein neues Allzeithoch. Gold hat sich damit allein dieses Jahr wieder um 18 Prozent verteuert. Schon 2025 war der Preis um 65 Prozent und mehr als 2000 Dollar gestiegen. Es war das höchste Jahresplus seit dem Jahr 1979.
Zur Story