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Das Wettrüsten geht munter weiter – China schliesst zu den USA auf

FILE - In this April 12, 2018, file photo released by Xinhua News Agency, Chinese President Xi Jinping speaks after reviewing the Chinese People's Liberation Army (PLA) Navy fleet in the South Ch ...
Chinas Präsident Xi bei einer Ansprache auf einem Kampfschiff.Bild: AP/Xinhua

Das Wettrüsten geht munter weiter – China schliesst zu den USA auf

18.02.2019, 06:5518.02.2019, 13:14
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Am Wochenende wurde an der Sicherheitskonferenz in München ein neuer Bericht zu Rüstungsausgaben präsentiert. Daraus geht hervor, dass China diesbezüglich Russland bereits überholt hat und mit den USA konkurriert, berichtet der Tages-Anzeiger.

So hat Peking in den letzten Jahren enorm viel in die militärische Aufrüstung investiert. Das Ranking wird aber nach wie vor von den USA angeführt. Ganze 643 Milliarden Dollar wurden für diese Zwecke ausgegeben – in China hingegen «nur» 168 Milliarden.

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Massive Machtdemonstration: Mit dieser Militärparade gedenkt China dem Kriegsende
In Peking fand am 3. September die bisher grösste Militärparade in der Geschichte Chinas statt.
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«Wir sind keine Gefahr für andere»

Investiert hat China vor allem in die Marine. Das Land besitzt jetzt schon mehr Kriegsschiffe als die USA. Aber auch die Luftwaffe verbessert sich laufend. Zudem wurden auch innovative Waffen wie Drohnen mit einer Reichweite von mehreren Tausend Kilometern entwickelt.

Sicherheitsexperten warnen insbesondere vor Chinas Raketen: 95 Prozent davon wären laut dem INF-Vertrag verboten. Ebenso 85 Prozent aller Abschussvorrichtungen. Doch Peking hat den Abrüstungsvertrag nie unterschrieben – und hat es offenbar auch nicht vor. «Wir sind keine Gefahr für andere», heisst es von chinesischer Seite.

China kritisiert Ausstieg aus INF-Vertrag

Dabei kritisiert gerade Peking den Ausstieg der USA und von Russland aus dem INF-Vertrag. Das hat einen besonderen Grund: Die USA konnten wegen des Vertrags gewisse Typen von Raketen nicht in Asien stationieren. Dafür konnte China uneingeschränkt über die Jahre hinweg ein eigenes Waffenarsenal entwickeln.

Yao Yunzhu während der Sicherheitskonferenz in München.
Yao Yunzhu während der Sicherheitskonferenz in München.Bild: screenshot twitter/derekjGZ

Die chinesische Generalin Yao Yunzhu gestand zwar in München, dass die Waffen ihres Landes laut dem Abrüstungsvertrag grösstenteils verboten wären. Doch «verglichen mit dem Atomwaffenarsenal der USA oder Russlands ist dasjenige Chinas doch sehr bescheiden», schreibt der Tages-Anzeiger. Von Abrüstung will man im Reich der Mitte nichts wissen.

EU hofft auf Russland

Yao Yunzhu sagte weiter, die Europäer sollten – anstatt zu jammern – mit Russland und den USA zusammensitzen und eine Lösung suchen. Es würden noch fünf Monate Zeit bleiben, sich aus der «kläglichen Lage» zu befreien – dann wäre der Austritt der beiden Atommächte definitiv.

NATO's Secretary General Jens Stoltenberg gestures during a news conference at NATO headquarters in Brussels, Tuesday, Feb. 12, 2019. (AP Photo/Francisco Seco)
Jens Stoltenberg.Bild: AP/AP

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hofft, dass Moskau sich wieder eingliedert. «Wir wollen, dass Russland sich wieder an den INF-Vertrag hält», sagte er an der Sicherheitskonferenz. Das scheint jedoch eher unwahrscheinlich.

Die USA haben ihren Ausstieg damit begründet, dass der Vertrag von 1987 veraltet sei – ein neuer müsse her, der für alle Länder gilt. Dem stimmen auch Sicherheitsexperten zu: «Wir müssen dafür sorgen, dass die Russen nicht bescheissen, und die Chinesen reinholen», sagte ein US-Experte. Doch ob alle Länder mitmachen würden, ist höchst fraglich. (vom)

China baut Riffs zu Stützpunkten aus:

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China baut Riffs zu Stützpunkten aus
Das Fiery Cross Reef ist eine der sieben künstlichen Inseln, die China im südchinesischen Meer zu Waffenstützpunkten ausbaut.
quelle: x01750 / digitalglobe
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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hierundjetzt
18.02.2019 08:22registriert Mai 2015
Ich bin froh, dass China sagt, dass es keine Gefahr sei. Dann wird es so sein.

Die Raketen brauchen Sie ja nur gegen die Uiguren. Upsi, die sind ja schon alle in den „Arbeitslagern“.
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Bynaus
18.02.2019 07:25registriert März 2016
Man darf bei diesen Zahlen nicht vergessen, dass ein Dollar in China nicht das gleiche ist wie ein Dollar in den USA. Gemäss OECD ist die Kaufkraft in China ca. 3.5 höher, das heisst, aus 168 Milliarden werden so schnell 588 Milliarden, was durchaus mit den USA vergleichbar ist.
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rodolofo
18.02.2019 07:26registriert Februar 2016
- Übermässige Erziehung (Konfuzius?)
- Übermässige Glorifizierung von Ehrgeiz und Disziplin
- Militarismus und übermässige Betonung des Kampfes (militärisches Denken)
Gleichzeitig:
- Abtötung von Kreativität, Lebensfreude, Emotionalität
Äusserlich beeindruckend bis Furcht einflössend,
innerlich leblos, hohl, traurig, ohne Ausstrahlung.
Nein, dieses China ist nicht zu beneiden und kann kein Vorbild sein für die Welt.
Dieses China ist unsympathisch und abstossend.
Ich möchte möglichst wenig mit diesem China zu tun haben, mit einzelnen ChinesInnen vielleicht, wenn sie "Charakter" haben...
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