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Kind vergewaltigt, erniedrigt, verkauft: Zwölfeinhalb Jahre Gefängnis für Mutter



Im Fall des im Netz zum sexuellen Missbrauch verkauften Buben aus Staufen bei Freiburg muss die Mutter des Kindes zwölfeinhalb Jahre hinter Gitter. Ihr Lebensgefährte erhielt vor dem Landgericht Freiburg zwölf Jahre Haft und anschliessende Sicherungsverwahrung.

Sie hatten den heute zehn Jahre alten Buben laut ihren Geständnissen nicht nur vielfach selber missbraucht, vergewaltigt und misshandelt, sondern ihn auch an andere Männer verkauft. Die 48-jährige Mutter und ihr einschlägig vorbestrafter 39-jähriger Partner, beide Deutsche, haben die Taten vor Gericht eingeräumt.

Kind in staatlicher Obhut

Mit den beiden Urteilen endete die juristische Aufarbeitung der Tatserie. Es ist einer der weitreichendsten Fälle von sexuellen Kindesmissbrauch in Deutschland. Die Mutter und ihr Lebenspartner gelten als Haupttäter in dem Fall.

Das Kind der Frau lebt inzwischen unter staatlicher Obhut. Nach Angaben seiner Rechtsanwältin geht es dem Jungen «den Umständen entsprechend gut». Das Gericht sprach ihm ein Schmerzensgeld zu.

Verwahrung auf Wunsch des Angeklagten

Das Gericht blieb mit dem Strafmass etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Frau vierzehneinhalb Jahre Gefängnis und den Mann dreizehneinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert.

Zudem war für den Mann die Sicherungsverwahrung beantragt worden - auf ausdrücklichen Wunsch des 39-Jährigen auch seitens seiner Verteidigerin. Angeklagt waren jeweils knapp 60 Taten, darunter auch der Missbrauch einer Dreijährigen.

epa06799925 Defendants Christian L. (R) and Berrin T. (L) stand next to their lawyers Martina Naegele (2-R) and Matthias Wagner (2-L) as the chief judge Stefan Buergelin opens their trial arrive for their trial on charges related to sexual abuse of a minor at the regional court in Freiburg, Germany, 11 June 2018. Christian L. and Berrin T. are accused of having offered Berrin's nine-year-old son in Staufen to paedophiles across Europe for sex in an abuse case that has shocked Germany. The couple ran their operation through the Darknet over a course of two years until police arrested them last September following information from the FBI.  EPA/Thomas Lohnes / POOL ATTENTION EDITORS: Pixelation done by source in accordance with court orders

Die Angeklagten mit ihren Verteidigern beim Prozessauftakt am 11. Juni 2018 in Freiburg. Bild: EPA/Getty Images Europe POOL

Bilder brachten Ermittler an psychische Grenze

Das Paar vermarktete den damals in Staufen bei Freiburg lebenden Knaben im Darknet - einem anonymen Bereich des Internet - auch an Freier aus dem In- und Ausland. Die an dem Kind begangenen schweren Sexualstraftaten wurden gefilmt und im Netz in einschlägigen Foren getauscht.

Sie zeigen neben den Vergewaltigungen auch Erniedrigungen, Misshandlungen und Beschimpfungen des Opfers. Der Bub wurde maskiert und gefesselt. Die Sichtung der Fotos und Filme sowie das Ausmass des Falles hatte sowohl Ermittler wie auch die am Prozess Beteiligten eigenen Angaben zufolge an ihre Grenzen gebracht.

Acht Festnahmen und Anklagen

In Freiburger Missbrauchsfall gab es insgesamt acht Festnahmen und Anklagen. Zum einen lieferten viele Filmaufnahmen den Ermittlern wichtige Beweise. Zum anderen konnten mutmassliche Mittäter vor allem auch wegen der umfangreichen Aussagen des Lebensgefährten der Mutter verhaftet und vor Gericht gestellt werden.

Neben dem am Dienstag verurteilten Paar waren in dem Fall sechs Männer angeklagt, darunter ein Schweizer und ein Spanier. (whr/sda/dpa/afp)

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