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epa06364099 Joerg Meuthen (R), the new elected Federal chairman of the German right-wing 'Alternative for Germany' party ('Alternative fuer Deutschland' AfD) shakes hands with Alexander Gauland (L), chairman of the fraction of the AfD in the new federal parliament, the Bundestag, at the AfD convention in Hanover, Northern Germany, 02 December 2017. The populist AfD party meets in the Lower Saxony state capital for a congress to elect a new party leadership.  EPA/FOCKE STRANGMANN

AfD-Doppelspitze: Gauland (M.) und Meuthen (r.) am Parteitag in Hannover. . Bild: EPA/EPA

AfD-Parteitag wählt Meuthen und Gauland zu Vorsitzenden



Die AfD hat auf ihrem Parteitag den EU-Abgeordneten Jörg Meuthen und Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland an die Parteispitze gewählt, Damit ist sie weiter nach rechts gerückt. 

In einem turbulenten Macht- und Richtungskampf scheiterte am Samstag in Hannover der als vergleichsweise gemässigt geltende Berliner Landeschef Georg Pazderski. Gauland war im dritten Wahlgang für den Co-Vorsitz neben Meuthen nur noch als einziger Kandidat angetreten. Er erhielt 68 Prozent der Stimmen. 

Zuvor waren zwei Wahlgänge für den Co-Vorsitz ohne Ergebnis geblieben, weil weder Pazderski noch seine überraschend angetretene Gegenkandidatin, die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein, eine ausreichende Mehrheit bekamen. Der Parteitag wurde daraufhin für weitere Beratungen unterbrochen. 

Kandidatur zurückgezogen

Sayn-Wittgenstein und dann auch Pazderski zogen ihre Kandidatur zurück - und Gauland trat an. Dem 76-jährigen Strippenzieher der Partei war noch vor dem Parteitag in Medien nachgesagt worden, nicht für den Vorsitz kandidieren zu wollen. 

Zuvor hatte Meuthen ohne Gegenkandidaten 72 Prozent der Stimmen erhalten. 24 Prozent stimmten gegen ihn. Der 56-Jährige ist bereits seit 2015 einer der Vorsitzenden der AfD, zunächst amtierte er zusammen mit Frauke Petry, die nach der Bundestagswahl die Partei verlassen hat. 

Er hat trotz seines wirtschaftsliberalen Hintergrundes viele Unterstützer aus dem rechtsnationalen Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke. 

Im ersten Wahlgang für den Co-Vorsitz erhielt der als vergleichsweise gemässigt geltende Pazderski nur rund 47 Prozent der Stimmen, die als weiter rechts eingeordnete Sayn-Wittgenstein rund 49. Im zweiten Wahlgang kam Pazderski auf 49 Prozent, seine Gegenkandidatin auf knapp 48 Prozent. 

Damit erreichte auch hier keiner der beiden Kandidaten die erforderliche Mehrheit. Die Delegierten hatten zuvor beschlossen, wieder eine Doppelspitze zu wählen. 

Die Neuwahl der Führung steht im Mittelpunkt des zweitägigen Delegiertenparteitages, der von Demonstrationen und Protesten begleitet wurde. 

Proteste

Gegen den Parteitag formierte sich massiver Widerstand. Rund 6500 AfD-Gegner zogen nach Polizeiangaben am Nachmittag vom Tagungsort, dem Kongresszentrum, in Richtung Stadtzentrum. Ihre Kundgebung stand unter dem Motto «Unser Hannover – bunt und solidarisch! – Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus». Zuvor waren bei Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei mehrere Polizisten und mindestens ein Demonstrant verletzt worden. 

Um Blockaden aufzulösen, setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein. Zehn Demonstranten wurden nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen. Da einige Delegierte wegen der Proteste Probleme hatten, zum Veranstaltungsort zu gelangen, begann der Parteitag verspätet. 

Polizisten räumen am 02.12.2017 in Hannover (Niedersachsen) Gegendemonstranten in der Zeppelinstrasse nahe dem HCC Hannover Congress Centrum um den Bundesparteitag der AfD Alternative fuer Deutschland zu schuetzen. (KEYSTONE/DPA/Peter Steffen)

Ein Gegendemonstrant in Hannover wird von der Polizei abgeführt.  Bild: dpa

Zum Auftakt des Parteitags rief Meuthen die Delegierten zu einer «patriotischen Politik für Deutschland» auf. «Wir sind die einzigen in diesem Land, die das tun», sagte er und warf Bundeskanzlerin Angela Merkel «politisches Zentralversagen» vor. Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag als drittstärkste Kraft gehe es der Partei jetzt «nicht um die Futtertöpfe, sondern um unser Land». 

Die Neuwahl des Vorstandes solle «ohne Kampfgeschrei» ablaufen, mahnte Meuthen die Delegierten. Seit 2015 sei die AfD erwachsener und klüger geworden. Damals wurde der damalige Parteichef Bernd Lucke gestürzt; er verliess wenig später die AfD. (sda/dpa)

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