International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Journalistenmord in der Slowakei: Jetzt soll die EU ermitteln



Eine EU-Delegation soll einem Bericht zufolge Ermittlungen zum Doppelmord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten aufnehmen. Acht Vertreter des EU-Parlaments reisen demnach am Mittwoch in die Slowakei und sammeln Informationen über die Tat und deren Hintergründe.

Auch Gespräche der Parlamentarier mit dem slowakischen Premierminister Robert Fico, mehreren Ministern und regierungskritischen Journalisten seien geplant, schrieb die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf EU-Kreise.

Laut Bericht gehört der deutsche Grünen-Politiker Sven Giegold zur Delegation. Das EU-Parlament dürfe «dem Verfall von Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit» in Mitgliedstaaten «nicht tatenlos» zusehen, zitierte ihn das Blatt.

Nach dem Mord an Jan Kuciak stehen slowakische Politiker unter Druck: Er hatte über den Filz zwischen Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Dabei war er möglicherweise in den sogenannten Panama-Papers auf Verbindungen zwischen italienischen Mafia-Clans sowie slowakischen Politikern und Regierungsmitarbeitern gestossen.

epa06571097 Candles are placed during a march in memory of murdered Slovak journalist Jan Kuciak in front of the Slovak government building in Bratislava, Slovakia, 28 February 2018. Kuciak was found shot dead together with his girlfriend Martina in Velka Maca near Bratislava. The 27-year-old reporter was working for the Slovak news website actuality.sk and specializing on topics of tax evasion. Police suspect that the killing is linked to his investigations.  EPA/MATEJ KALINA

Kerzen für den ermordeten Journalisten Kuciak und seine Verlobte. Bild: EPA/NEWS AND MEDIA HOLDING

Ende Februar wurden der 27-Jährige und seine Verlobte Martina Kusnirova tot in ihrem Haus aufgefunden. Das Paar wurde laut Polizei durch Schüsse in Kopf und Brust getötet.

Am Wochenende liess die slowakische Polizei sieben zwischenzeitlich festgenommene Verdächtige wieder frei. Laut Medienberichten handelte es sich um Italiener, die in den Recherchen des Ermordeten vorgekommen waren. Einer von ihnen soll in der unvollendeten letzten Reportage Kuciaks als wichtigster Drahtzieher eines mutmasslichen italienischen Mafia-Netzwerks in der Slowakei auftauchen.

epa06566816 A police officer secure the crime site where Slovak journalist Jan Kuciak was found shot dead together with his girlfriend Martina in Velka Maca near Bratislava, Slovakia, 26 February 2018. The 27-year-old reporter was working for the Slovak news website actuality.sk and specializing on topics of tax evasion. Police suspect that the killing is linked to his investigations.  EPA/MICHAL SMRCOK

Polizei und Ermittler am Tatort. Bild: EPA/NEWS AND MEDIA HOLDING

Peter Bardy, Chefredaktor von Kuciaks Arbeitgeber «aktuality.sk», appellierte an die EU, demokratische Institutionen in der Slowakei zu schützen. Er wolle «alle politischen Führer der Europäischen Union» dazu aufrufen, «die Ereignisse in der Slowakei noch genauer» zu beobachten, sagte Bardy der «Bild am Sonntag».

«Wenn es das Ziel dieses furchtbaren Verbrechens war, uns einzuschüchtern, dann ist das auf gewisse Weise gelungen», befand er. «Denn falls sich bestätigen sollte, dass Jan für seine Arbeit ermordet wurde, wäre das auch eine Botschaft an uns: Dass es sehr gefährlich sein kann, in der Slowakei als Journalist zu arbeiten. Und nicht nur in der Slowakei.»

Bei der Beerdigung Kuciaks und seiner Verlobten am Samstag mahnte der Vorsitzende der slowakischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislav Zvolensky, den Schutz der Pressefreiheit an. Wer einen Journalisten angreife, attackiere auch die Freiheit der Slowakei, zitierte ihn die Zeitung «Pravda».

Hunderte Menschen nahmen demnach an der Trauerfeier in der Gemeinde Stiavnik teil. Am Vorabend hatten Zehntausende Menschen bei Trauerkundgebungen im ganzen Land des toten Journalisten und seiner Verlobten gedacht. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.

Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung …

Artikel lesen
Link zum Artikel