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Grossbritannien

Mitten im Wahlkampf tritt Boris Johnson ins Fettnäpfchen

Mitten im Wahlkampf tritt Boris Johnson ins Fettnäpfchen

17.05.2017, 20:3617.05.2017, 21:51

Der für seine verbalen Ausrutscher bekannte britische Aussenminister Boris Johnson hat am Mittwoch seinem Ruf alle Ehre gemacht: Ausgerechnet in einem Tempel der Sikh-Religion, die Alkoholkonsum untersagt, setzte sich Johnson für mehr Whisky-Importe nach Indien ein.

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Leistete sich einen Fauxpas: Der britische Aussenminister Boris Johnson.Bild: Seth Wenig/AP/KEYSTONE

Wann immer sie Verwandte in Indien besuchten, bringe er aus dem Duty Free-Shop Johnnie Walker mit, da der Einfuhrzoll auf Schottischen Whisky 150 Prozent betrage, sagte Johnson während eines Wahlkampfauftritts im südwestenglischen Bristol.

Mit seiner Aussage wollte Johnson eigentlich die Vorzüge eines Freihandelsabkommens mit Indien untermauern. Doch wurde ihm von einer Besucherin des Tempels knapp beschieden, dass Alkohol in der Sikh-Religion verboten ist.

«Auf keinen Fall werde ich die Tories wählen», erklärte die Frau in einem von der «Bristol Post» ins Internet gestellten Videomitschnitt des Vorfalls. «Ich bin praktizierende Sikh, und für mich ist das einfach unerhört».

Johnson entschuldigte sich bei der Frau. Er könne ihren Standpunkt verstehen. Doch es gelang ihm nicht, die Wogen zu glätten. Der Chef des Verbands der Sikh, Bhai Narinderjit Singh, kritisierte anschliessend, «kein Politiker mit Verstand würde in einem Sikh-Tempel über ein Handelsabkommen sprechen, bei dem es auch um Alkohol geht». Er fügte hinzu, Johnson müsste es eigentlich wissen, «immerhin» sei er Aussenminister.

Grossbritannien wählt am 8. Juni ein neues Parlament. Johnson spielt allerdings beim Wahlkampf seiner konservativen Partei bislang keine grössere Rolle. (sda/afp)

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