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Unbeschreibliche Szenen in Mossul: Leichen von «IS»-Kämpfern verwesen auf der Strasse

The body of killed Islamic State fighter lies on the ground after fighting between Iraqi security forces and Islamic state group in Qayara, 70 kilometers (45 miles) south of Mosul, Iraq, Friday, Aug.  ...
Die Leiche eines getöteten «IS»-Kämpfers im Karama-Quartier in Ost-Mossul (04.01.2017).Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Unbeschreibliche Szenen in Mossul: Leichen von «IS»-Kämpfern verwesen auf der Strasse

07.01.2017, 16:5607.01.2017, 17:37

In der umkämpften irakischen Stadt Mossul spielen sich entsetzliche Szenen ab. In den befreiten Vierteln im Ostteil säumen die Leichen getöteter «IS»-Kämpfern die Strassen. Von einigen ist wenig mehr als das Skelett geblieben, weil sie von Hunden aufgefressen wurden. Der starke Verwesungsgeruch zwingt die Bewohner, sich die Nase zuzuhalten, wenn sie an den entsprechenden Stellen vorbeikommen.

«Die Leute ekeln sich vor ihnen und weigern sich darum, sie zu begraben», zitiert das Online-Portal Al-Monitor einen Bewohner Mossuls. «In der Nähe meines Arbeitsplatzes liegen der Kopf und eine Hand eines ‹IS›-Kämpfers. Morgen werden ich eine Schaufel mitbringen und sie begraben, um den Gestank zu beseitigen.»

Es gibt aber noch andere Gründe, warum sich niemand in die Nähe der Leichen traut: Die Angst vor Sprengstoffgürteln sowie den Verdacht zu erregen, selbst mit dem «IS» zu sympathisieren. Sind die Sprengstoffgürtel sichtbar, kommen vielleicht irgendwann die Bombenentschärfer der irakischen Armee.

«Leichen ohne Sprengstoffgürtel werden zusammen mit dem Abfall entsorgt, um den Bürgern die Bewegung in der Stadt zu erleichtern», sagt der Bürgermeister von Mossul, Abdel Sattar al-Hibbo, gegenüber Al-Monitor.

Wenn gefallene «IS»-Kämpfer begraben werden, dann vielleicht von einem Verwandten, auch wenn sie mit den Terroristen nichts zu tun haben wollten. «Die Leute beklagten sich über den Gestank, also mietete ich einen Bagger, um meinen Cousin und andere ‹IS›-Kämpfer in einer Grube zu begraben», sagt Fouad Jaber. 

Auch Kindern bleiben diese schrecklichen Szenen nicht erspart. Yusuf ist der Anführer einer Strassengang und läuft mit einer Kalaschnikow herum, die er in einem zerstörten Haus gefunden hat, wo er und seine Freunde spielten. «Wir fanden zwei Leichen von ‹IS›-Kämpfern in dem Haus. Wir nahmen das Gewehr und rannten sofort raus wegen dem Gestank», sagt der 9-Jährige.

Ob er keine Angst gehabt hat, als er die Leichen sah: «Glauben Sie mir, nach allem, was wir gesehen haben, sind wir keine Kinder mehr. Wir sind Monster.»

Im Kampf um Mossul kontrolliert die irakische Armee inzwischen einen Grossteil des Ostens der Millionenstadt. Die dicht besiedelten Quartiere westlich des Tigris, der die Metropole teilt, werden nach wie vor vom «IS» gehalten.

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quelle: ap/ap / felipe dana
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