International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06767588 Colombians living in Venezuela vote at the consulate office in Caracas, Venezuela, 27 May 2018. Colombians vote in the first round of the presidential election. The next round will take place on 17 June.  EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Bild: EPA/EFE

Kolumbien wählt einen neuen Präsidenten – das sind die 2 Favoriten



Der konservative Kandidat Iván Duque hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der Bewerber der rechten Partei Centro Democrático kam auf 39.1 Prozent, wie das Wahlamt am Sonntag nach Auszählung von fast allen Stimmen mitteilte.

An zweiter Stelle lag Gustavo Petro von der linken Bewegung Colombia Humana mit 25.1 Prozent. Die beiden Bestplatzierten treten bei einer Stichwahl am 17. Juni gegeneinander an.

Bei der Abstimmung ging es vor allem um die Zukunft des historischen Friedensabkommens mit der linken Guerillabewegung Farc. Der international bejubelte Friedensprozess ist in dem südamerikanischen Land selbst äusserst umstritten. Duque will den Vertrag in wesentlichen Punkten ändern und könnte die Ex-Rebellen damit zurück in den Untergrund treiben. Petro will hingegen an dem Abkommen festhalten.

Iván Duque: Muttersöhnchen oder Marionette?

Iván Duque steht gleich vor zwei Herausforderungen: Er will Präsident von Kolumbien werden und aus dem Schatten seines Förderers, des Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, heraustreten. Den meisten Kolumbianern gilt der bis vor Kurzem noch völlig unbekannte Anwalt als Marionette des früheren Staatschefs.

FILE - In this May 20, 2018 file photo, presidential candidate Ivan Duque acknowledges supporters during a campaign rally in Bogota, Colombia. Duque is considered the candidate to beat, but in an unexpected turn, Gustavo Petro, a 58-year-old former guerrilla and ex-Bogota mayor has been chasing his coattails. (AP Photo/Fernando Vergara, File)

Iván Duque. Bild: AP/AP

Sollte Duque die Stichwahl am 17. Juni gewinnen, würde der einflussreiche Senator und Ex-Präsident Kolumbiens Uribe im Hintergrund die Strippen ziehen, glauben viele. «Die wirkliche Macht in Kolumbien würde vom Präsidialamt in den Senat wandern», sagte etwa der Vorsitzende der Abgeordnetenkammer, Rodrigo Lara.

Duque war nach seinem Studium in Kolumbien und den USA zunächst Berater im Finanzministerium. Später arbeitete er bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank in Washington. Seit 2014 sass der Jurist für Uribes rechte Partei Centro Democrático im Senat. Den umstrittenen Friedensvertrag wollte Duque zunächst «in Stücke reissen», während des Wahlkampfs hat er sich etwas gemässigt und schlägt nun Änderungen bei einigen Punkten vor.

Selbst unter seinen Gegnern gilt der stets gut gelaunte 41-Jährige als sympathischer Typ. Viele trauen ihm das höchste Staatsamt allerdings noch nicht zu. Gerüchten zufolge soll er sich sogar die Haare grau gefärbt haben, um erfahrener zu wirken

«Er ist ein guter Junge», sagte zuletzt der frühere Vizepräsident Germán Vargas Lleras etwas herablassend. «Aber er sollte nicht zum Präsident gewählt werden, denn er ist nur ein Hühnchen ohne jegliche Erfahrung.»

Gustavo Petro: Von Comandante Aureliano zum Präsidenten?

Als «Comandante Aureliano» kämpfte Gustavo Petro einst gegen den kolumbianischen Staat, jetzt will er Präsident des lateinamerikanischen Landes werden. Dem bewaffneten Kampf hat der frühere Guerillero der Bewegung M-19 aber schon lange abgeschworen. Heutzutage steht der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá für einen gemässigten linken Kurs.

Petro stammt aus dem Department Córdoba an der Karibikküste und trat bereits mit 19 Jahren in die Guerillagruppe M-19 ein, die 1985 mit der Besetzung des kolumbianischen Justizpalastes von sich reden machte. Anfang der 1990er Jahre zog der Ökonom in die Abgeordnetenkammer ein und verbrachte dann einige Jahre als Diplomat an der Botschaft in Belgien, nachdem er Morddrohungen erhalten hatte.

epa06756778 Colombian Presidential candidate Gustavo Petro speaks during a campaign event in Bogota, Colombia, 22 May 2018. More than 30 million Colombians are summoned to the polls to elect a president for a period of four years on 27 May and, if necessary, a second round of elections will be held on 17 June.  EPA/LEONARDO MUNOZ

Gustavo Petro. Bild: EPA/EFE

Ab 2006 trieb er als Senator die Untersuchungen über Kontakte von Parteifreunden des konservativen Präsidenten Álvaro Uribe zu den rechten Paramilitärs voran. 2011 wurde Petro zum Bürgermeister von Bogotá gewählt, später allerdings wegen Unregelmässigkeiten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge des Amtes enthoben.

Als Präsident Kolumbiens will Petro an dem Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen festhalten und die soziale Ungleichheit bekämpfen. «Vielfalt bedeutet Reichtum, deshalb sollte der Weg Kolumbiens zu einer vielfarbigen Demokratie führen», sagte er. Auch wenn er dem bewaffneten Kampf und radikalen Vorstellung schon lange abgeschworen hat, gilt er seinen Gegnern noch immer als gefährlicher Kommunist. (sda/dpa)

Kolumbien: Kampf dem Drogenkrieg - mit Kaffee gegen Koka

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

95
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

18
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

56
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

12
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

4
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

95
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

18
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

56
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

12
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

4
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elias776 28.05.2018 13:25
    Highlight Highlight Soo schade, mein Grossvater hat für Ivan gestummen 😒. Fajardo wäre wirklich eine super wahl gewesen.
  • IchSageNichts 28.05.2018 08:28
    Highlight Highlight Whrsch. beide des Teufels. Duque einer der Elite... und Petro findet Venezuelas Wirtschaftsystem ganz gut nur eines stört ihn, nicht dass die Supermärkte leer sind sondern das Venezuela so abhängig ist von Öl. Hoffentlich kommt das gut!
  • Beobachter 28.05.2018 05:45
    Highlight Highlight Das Wahlergebnis zeigt vor allem eins: Kolumbien ist noch nicht bereit für dringend nötige Veränderungen. Man hat es einmal mehr verpasst, Kandidaten zu wählen, die für solche Veränderungen gestanden hätten, wie z.B. Fajardo oder De la Calle. Stattdessen wählt man Kandidaten, die für Korruption und Verschleierung stehen. Im Westen nichts neues also. Eine historische Chance zur Wende verpasst. Schade. In der Stichwahl hat man nun die Wahl zwischen Pest und Cholera.
  • Pana 28.05.2018 04:16
    Highlight Highlight Hier ein Foto vom Wahlkampf. Viva Colombia!
    Benutzer Bild

Dieses Land wird der erste offizielle NATO-Partner in Südamerika

Als erster lateinamerikanischer Staat will Kolumbien seine Zusammenarbeit mit der NATO als «globaler Partner» besiegeln. Der offizielle «Eintritt» Kolumbiens in die NATO «in der Kategorie eines globalen Partners» solle kommende Woche in Brüssel erfolgen, kündigte Präsident Juan Manuel Santos am Freitag in einer Fernsehansprache an. «Wir werden das einzige Land in Lateinamerika mit diesem Privileg sein.»

Bereits vor einem Jahr hatten Kolumbien und die NATO eine Kooperation vereinbart. Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel