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epaselect epa05902083 A protester wearing a gas mask is seen during clashes with the Venezuelan National Guard (GNB) in Caracas, Venezuela, on 10 April 2017. The security forces of Venezuela disperse, for fifth time in the last days, an opposition protest with the participation of hundred of people that demonstrate against the Supreme Court.  EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Ein Demonstrant in Venezuela schützt sich mit einer Maske. Bild: EPA/EFE

Schwere Ausschreitungen in Caracas - Warnung vor Eskalation



Bei heftigen Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten sind in Venezuela mindestens 57 Menschen verletzt worden. Die Menschen gingen gegen eine drohende Diktatur auf die Strasse.

Wie an den Vortagen versuchte die Polizei durch den massiven Einsatz von Tränengas, die Demonstration aufzulösen. Mindestens 18 Menschen wurden festgenommen.

Angesichts der Protestwelle gegen die sozialistische Regierung warnte einer der neuen Hoffnungsträger der Opposition davor, auch auf Gewalt zu setzen. «Wenn wir den Weg der Gewalt einschlagen, verlieren wir», sagte der Vizepräsident des venezolanischen Parlaments Freddy Guevara zur Nachrichtenagentur dpa. Für den 19. April kündigte der 31-Jährige die «Mutter aller Demonstrationen» an.

Von einer Grauzone zwischen Diktatur und Resten einer Demokratie bewege sich Präsident Nicolás Maduro gerade in Richtung der «schwarzen Zone».

Wolf im Schafspelz

«Wir sind in einer gefährlichen Spirale.» Mit der zeitweiligen Entmachtung des Parlaments sei das für alle Welt deutlicher geworden. «Die moderne Diktatur kommt nicht so daher wie Diktaturen in Nordkorea oder Kuba». Statt Medien gleichzuschalten, würden sie hier aufgekauft oder Lizenzen entzogen. «Sie erschiessen auch nicht 30 Personen, sondern schliessen Oppositionsführer von Wahlen aus», meinte Guevara mit Blick auf den für Wahlen gesperrten Henrique Capriles, der 2013 nur äusserst knapp gegen Maduro verloren hatte.

Und statt mit Panzern vor dem Parlament vorzufahren, fälle der Oberste Gerichtshof ein Urteil zur Entmachtung des Parlaments, kritisierte der bei Demonstrationen in Caracas zuletzt mit am meisten bejubelte Nachwuchspolitiker.

Guevara fordert Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener - allen voran seines Parteichefs, des zu fast 14 Jahren Haft verurteilten Leopoldo López. Guevara, der aus der Studentenbewegung stammt ist der Generalsekretär von dessen Partei Voluntad Popular.

Wegen der enormen hohen Verschuldung brauche Venezuela auch bei einem Machtwechsel einen Schuldenschnitt und einen raschen Wiederaufbau sowie eine Diversifizierung der Wirtschaft. Rund 90 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Erdölgeschäft. «Das ist ein fundamentales Problem», sagte der Oppositionspolitiker.

Ständiges Hin- und Her

In Venezuela liefert sich die sozialistische Regierung einen harten Machtkampf mit dem von der Opposition dominierten Parlament. Zuletzt hatte der regierungstreue Oberste Gerichtshof die Nationalversammlung entmachtet. Wenig später wurde die Entscheidung wieder zurückgenommen.

Seit einer Woche protestierten fast täglich zehntausende Menschen in Venezuela gegen Maduro, die Repression und die dramatische Versorgungskrise in einem der erdölreichsten Länder der Welt. Sie fordern Neuwahlen. Dem einflussreichen Oppositionsführer Henrique Capriles wurde für 15 Jahre das passive Wahlrecht entzogen. (cma/sda/dpa)

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