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Österreichs Innenministerium warnt Polizei vor Medien

Österreichs Innenministerium warnt Polizei vor kritischen Medien

25.09.2018, 08:1825.09.2018, 09:04

Das österreichische Innenministerium hat die Polizei in einer internen Mail vor bestimmten Medien gewarnt. Es empfiehlt dabei, die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Zeitungen auf ein Minimum zu beschränken.

«Leider wird wie eh und je seitens gewisser Medien (zum Beispiel ‹Standard›, ‹Falter›) sowie neuerdings auch seitens des ‹Kuriers› eine sehr einseitige und negative Berichterstattung über das BMI beziehungsweise die Polizei betrieben», heisst es in dem Schreiben, aus dem die Zeitungen «Der Standard» und «Kurier» zitieren. Auch beim «Falter» handelt es sich um eine österreichische Zeitung. «Ansonsten erlaube ich mir vorzuschlagen, die Kommunikation mit diesen Medien auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Mass zu beschränken (...)», heisst es in dem Schreiben weiter.

Absender der an die Kommunikationsverantwortlichen der Landespolizeidirektionen gerichteten Mail ist Ressortsprecher Christoph Pölzl. In einer Reaktion auf die Medienberichte verteidigte das Ministerium das Schreiben: «Was den besonders achtsamen Umgang mit den erwähnten Medien betrifft, so basieren die Erläuterungen auf teils jahrelangen Erfahrungen vieler Kommunikationsmitarbeiter im BMI», heisst es in der Mitteilung. Minister Herbert Kickl von der rechten FPÖ sei weder Auftraggeber noch Empfänger der Mail gewesen.

epa06995991 Austrian Foreign Minister Herbert Kickl speaks during a joint press statement with German Foreign Minister Horst Seehofer (not pictured) in Berlin, Germany, 04 September 2018. Seehofer and ...
Der Innenminister Herbert Kickl sei nicht der Auftraggeber der Mail gewesen.Bild: EPA/EPA

In der Mail aus dem Ministerium wird den Polizeidirektionen darüber hinaus empfohlen, stärker über Sexualdelikte zu kommunizieren. Der Absender der Mail bittet, «vor allem Taten, die in der Öffentlichkeit begangen werden, besondere Modi Operandi (zum Beispiel Antanzen) aufweisen, mit erheblicher Gewalteinwirkung oder Nötigungen erfolgen oder wenn zwischen Täter und Opfer keine Verbindung besteht, auch proaktiv auszusenden». Laut der Reaktion des Innenministeriums soll dieser Hinweis einem einheitlicheren Auftritt der verschiedenen Polizeidirektionen und des Innenministeriums dienen. (sda/dpa)

Wie Medien ihre Themen auswählen – ein Erklärungsversuch

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