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Mehr als 100 Tote bei Unglück im Mittelmeer befürchtet

epa06947850 A handout photo made available by SOS Mediterranee on 13 August 2018 shows migrants being rescued by the NGO's rescue ship 'Aquarius' in the Mediterranean, 10 August 2018. T ...
Die Überquerung des Mittelmeers wird zunehmends gefährlicher. (Symbolbild) Bild: EPA/SOS MEDITERRANEE

Mehr als 100 Tote bei Unglück im Mittelmeer befürchtet

10.09.2018, 23:3211.09.2018, 04:15

Bei einem neuen Unglück im Mittelmeer könnten mehr als 100 Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen sein. Das berichteten nach Libyen gebrachte Überlebende der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), wie diese am Montagabend mitteilte.

Das Unglück ereignete sich demnach bereits Anfang September. Die 276 Überlebenden seien bereits am 2. September von der libyschen Küstenwache gerettet und zurück in das Bürgerkriegsland gebracht worden.

Die Menschen brachen auf zwei Schlauchbooten am 1. September in Libyen auf, wie Ärzte ohne Grenzen unter Berufung auf die Aussagen der Überlebenden mitteilte. Eines der Boote habe einen Motorschaden gehabt, das andere – auf dem 165 Erwachsene und 20 Kinder gewesen seien – habe Luft verloren. Nur einige wenige Migranten hätten Rettungswesten angehabt.

Hilfsorganisationen kritisieren nicht erst seit dem Wiederaufflammen von Kämpfen in Libyen, dass Flüchtlinge dorthin zurückgebracht werden. In dem nordafrikanischen Land kämpfen seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 rivalisierende Gruppen um die Vorherrschaft. Der Einfluss der international anerkannten Regierung reicht kaum über Tripolis hinaus. Libyen hat sich zum wichtigsten Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa entwickelt.

Das Mittelmeer zu überqueren ist für Migranten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration deutlich gefährlicher geworden. Mehr als 1560 Migranten kamen in diesem Jahr bereits auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien ums Leben oder werden vermisst. (sda/dpa)

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Video: srf
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