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In this photo taken May 30, 2009 and released by Christopher Barbara, Gareth Johnson poses for photos while wearing a traditional costume during a visit to the Pyongyang Film Studio in Pyongyang in North Korea. British expatriate Gareth Johnson founded the Young Pioneer Tours agency in 2008 and has built up a business attracting young travelers with a competitively priced catalog of exotic-sounding, hard-partying adventures into the world's most isolated country. (Christopher Barbara via AP)

Selbsternannter «Party-hard-Traveller»: Gareth Johnson, Gründer von Young Pioneer Tours.  Bild: AP/

«Das ist widerlich»: So feierten die Nordkorea-Traveller nach Warmbiers Verhaftung

Otto Warmbier starb nach 17 Monaten in Kims Folterknast. Den Tour-Veranstalter kümmerte die Verhaftung offenbar nicht allzu sehr. Bilder auf Instagram zeigen die Trinkgelage der Reisegruppen.   



Er knuddelt eine Flasche Schnaps und zieht dazu Grimassen: Gareth Johnson, selbsternannter «Party-hard-Abenteurer» verantwortete als Chef von Young Pioneer Tours den Nordkorea-Trip des verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier. 

Das Bild postete der 36-jährige Brite nur wenige Tage nach der Verhaftung Warmbiers auf Instagram. «Das ist so widerlich. Wie kannst du nur ruhig schlafen?», kommentiert eine entrüstete Instagram-Userin.

Während sein Schützling im Nordkorea-Knast schmorte, liess sich Johnson in Pjöngjang volllaufen. Er habe alles versucht, um Warmbier zu helfen und sei extra in Nordkorea geblieben, verteidigte sich der Tour-Chef später. Die Nordkoreaner warfen Warmbier vor, im Hotel ein Propaganda-Plakat geklaut zu haben und verurteilten ihn deswegen zu 15 Jahren Straflager.

Reisekollegen schilderten, dass der US-Student in der besagten Nacht bis fünf Uhr in der früh Bier gekippt habe ...

Exzess als Programm

Ob «Sauf-Kreuzfahrten» auf dem Taedong-Fluss oder Trink-Eskapaden im Hotelzimmer: Alkohol-Exzesse gehören aber offensichtlich zum Programm eines jeden Nordkorea-Trips bei Young Pioneer Tours. Johnson hat mehrmals Bilder auf Instagram gepostet, bei denen er Whisky direkt aus der Flasche trinkt.

Nur wenige Tage nach der Verhaftung: Reisegruppe von Young Pioneer Tours in Nordkorea. 

Der Brite Adam Pitt erkundete 2013 mit Reiseleiter Johnson Nordkorea. Der «New York Times» schilderte er, dass sich die Leute in der Gruppe immer wieder hätten volllaufen lassen. Und den weiblichen nordkoreanischen Tourguide mit anzüglichen Fragen belästigt hätten. «Johnson hat nichts dagegen unternommen», so Pitt. 

Später sei er auf der Zugfahrt zurück nach China so betrunken gewesen, dass er kaum mehr habe stehen können. Beim Grenzübertritt hätte es Schwierigkeiten gegeben. Johnson habe kaum mehr reden können. Und dann so viel Bestechungsgeld bezahlt, bis sie die Nordkoreaner endlich hätten ausreisen lassen. 

An der Grenze zwischen China und Nordkorea

Ein Reporter des «Guardian» hätte 2009 ebenfalls mit Reiseleiter Johnson durch Nordkorea reisen sollen. Doch er traf ihn erst am Schluss – und zwar im Spital von Pjöngjang: Gereth war während der Fahrt aus dem Zug gefallen und hatte sich damals ein Bein gebrochen. «Ich bin unglaublich dankbar. Uns hätte das gleiche Schicksal wie Warmbier ereilen können.»

Nun hat es sich zumindest für alle Amerikaner in Nordkorea ausgefeiert: Young Pioneer hat angekündigt, vorerst keine US-Bürger mehr auf die Reisen mitzunehmen. Das Risiko sei zu hoch. (amü)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Susannah 22.06.2017 14:19
    Highlight Highlight Wer lange genug sucht, der findet...


    ...einen weiteren Sündenbock.
  • Oh Dae-su 22.06.2017 11:30
    Highlight Highlight Scheint als hätten sie einen richtig guten Eindruck bei den Nordkoreanern hinterlassen... Indem man den Nordkoreanern vorführt, wie verdorben der Westen doch ist, kann man natürlich auch seinen Teil zum Erhalt des Regimes beitragen XD
    Ich habe die Nordkoreaner immer als extrem nett und neugierig empfunden, schade wenn man so etwas ausnutzt. Dabei fand ich es immer enorm spannend mit meinem Guide zu diskutieren und etwas mehr über ihre Ansichten und ihr Leben in Nordkorea zu erfahren.
  • mxpwr 22.06.2017 09:56
    Highlight Highlight Nicht dass ich den Typen gut oder sympathisch finden würde. Aber dass er nach der Verhaftung weiterhin seinem Beruf nachging, finde ich jetzt nicht ungewöhnlich... Wenn ein Kunde von mir heute verhaftet würde, wäre ich persönlich ehrlich gesagt auch nicht wahnsinnig betroffen und müsste wohl morgen dennoch arbeiten. War ja kein privater Freund und der Ausgang der Geschichte zudem noch nicht bekannt...
  • Leon1 22.06.2017 09:46
    Highlight Highlight Hier hat man sich aber am journalistischen Stil von Blick und Co. bedient.

    Ganz dünne Story!
  • Ruedi Frei 22.06.2017 09:43
    Highlight Highlight Wie kann man überhaupt ernsthaft freiwillig in dieses Land reisen? Das ist eine brutale, menschenverachtende Diktatur, mit 120'000 politischen Gefangenen, Folterlager, Todesstrafe bei Kritik an der Führung usw, jeder Franken, den diese Verbrecher einnehmen stecken sie in Waffen und den eigenen Luxus der obersten Führung. Dahin zu reisen ist unverantwortlich und dumm.
  • oliversum 22.06.2017 08:46
    Highlight Highlight Was für ein unterirdischer Artikel.
  • Duscholux 22.06.2017 08:26
    Highlight Highlight Jetzt hab ich doch glatt gedacht ich sei am Blick lesen.

    Sich in Nordkorea vollaufen zu lassen scheint aber schon recht blöd.
  • PaulDerGaul 22.06.2017 07:30
    Highlight Highlight Was ist nun der Punkt dieses Artikels? Soll sich der Tourguide nun ein schlechtes Gewissens machen? Ich war in mancher Tour, aber eine Elternfunktion eines Tourguides habe ich noch nie erwartet.
  • dracului 22.06.2017 07:22
    Highlight Highlight Ich bin zutiefst angewidert vom Alkoholtourismus auf der ganzen Welt. Wenn Schnaps am Strassenrand in 5-Literflaschen verkauft wird, weiss man, dass Amerikaner, Engländer, Holländer und Deutsche auf Schnäppchenreise sind. Ich wünsche wirklich keinem den Tod, aber man kann seine Spring Break-Eskapaden auf den Gipfel treiben und es dann auch mal mit dem Leben bezahlen. Wäre Warmbiers Mission erfolgreich gewesen, wäre er als Held gefeiert worden und hätte noch mehr Saufbrüder zum Billigtrip nach Nordkorea ermuntert. Jetzt bleibt zu hoffen, dass young (drinking) pioneer ihre "Leistung" anpasst.
  • Theor 22.06.2017 06:32
    Highlight Highlight Abgesehen vom traurigen Verlauf der Geschichte ist doch Alkohol stets dee Katalysator für Dummheiten. Man sollte einfach nicht trinken, wenn man es nicht unter Kontrolle hat. Schade, dass der junge Mann dafür mit dem Leben zahlen musste.
  • Spooky 22.06.2017 04:23
    Highlight Highlight Armer Otto! Wenn er doch wenigstens in schlechte Gesellschaft geraten wäre! Aber er ist in doofe Gesellschaft geraten - das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Die wird nicht verziehen.
    • Spooky 22.06.2017 07:17
      Highlight Highlight An alle die Blitzer: Die wichtigste Regel von Siddharta Gautama Buddha ist, die Gesellschaft von guten Leuten zu suchen. Wer sich nicht an diese Regel hält, muss dafür bezahlen. Und glaubt ja nicht, liebe Leute, dass ich nicht weiss, wovon ich rede.
    • walsi 22.06.2017 08:37
      Highlight Highlight @Spooky: Sag mir wer deine Freunde sind und ich sage dir wer du bist. ;-)

      Gleich und Gleich gesellt sich gern.
    • Brutus von Wurst 22.06.2017 09:19
      Highlight Highlight Bist du Buddhist, oder versuchst du zwei komplett verschiedene Religionen zu vermischen?
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