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epa07078462 Protesters hold pictures of missing Saudi journalist Jamal Khashoggi during a demonstration organized by Turkish-Arabic Media Association in front of the Saudi consulate in Istanbul, Turkey, 08 October 2018. Turkish President Recep Tayyip Erdogan on 07 October said he is following the developments on the disappearance of Saudi journalist Jamal Khashoggi who has gone missing after visiting the Saudi consulate in Istanbul on 02 October to complete routine paperwork.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Wo ist Jamal Khashoggi? Türkische Demonstranten halten Portraits des vermissten Journalisten.  Bild: EPA/EPA

Das mysteriöse Verschwinden eines saudi-arabischen Journalisten – die Fakten im Überblick



Was ist geschehen?

Der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi wird seit einem Besuch im saudi-arabischen Konsulat in der Türkei am Dienstag letzte Woche vermisst. Der 59-Jährige hatte einen Termin, um Papiere für seine Heirat abzuholen.

Es gibt verschiedenen Meinungen, was sich nach oder während dem Botschaftsbesuch abspielte. 

Variante 1: Mord im Konsulat

Laut seiner Verlobten und der türkischen Polizei hat Khashoggi das Gebäude nach dem Betreten nicht wieder verlassen. Die türkischen Behörden gehen mittlerweile davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Darauf deuteten erste Ermittlungsergebnisse hin, hiess es am Samstagabend.

A woman who identified herself as Hatice A., the Turkish fiancee of Saudi journalist Jamal Khashoggi, walks outside the Saudi Arabia consulate in Istanbul, Wednesday, Oct. 3, 2018. Khashoggi, who has written Washington Post columns critical of the kingdom's assertive crown prince has gone missing after visiting the Saudi Consulate in Istanbul, the newspaper said Wednesday, raising concerns over his safety. He was reportedly visiting the consulate to get paperwork he needed in order to be married to his Turkish fiancee next week, leaving her outside with his mobile phone, a friend of the writer told The Associated Press. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Khashoggis Verlobte, Hatice C. Bild: AP/AP

Die Rede war sogar von einem Mordkommando, dass aus Saudi-Arabien angereist war. Dieses Killerteam habe das Land noch am selben Tag wieder verlassen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus türkischen Regierungskreisen. Die Nachrichtenagentur Anadolu stützte und präzisiert diese Aussagen: Am Dienstag seien rund 15 Saudi-Araber an Bord von zwei Flugzeugen in Istanbul gelandet und hätten das Land nach einem zeitgleichen Besuch mit Khashoggi im Konsulat am selben Tag wieder verlassen.

Variante 2: Khashoggi ist verschwunden

Saudi-Arabien weist die Vorwürfe der Türkei zurück und behauptete am Donnerstag, Khashoggi sei erst nach Verlassen des Konsulats verschwunden.

Kronprinz Mohammed bin Salman sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, der Journalist befinde sich nicht in dem Konsulat, die türkischen Behörden könnten sich selbst davon überzeugen. «Wir laden die türkische Regierung ein, hinzugehen und unser Anwesen zu durchsuchen», sagte er über das Konsulatsgelände, das saudi-arabisches Staatsgebiet ist. «Wir haben nichts zu verbergen.»

FILE - In this Tuesday, Oct. 24, 2017, file photo released by the state-run Saudi Press Agency, Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman speaks at the opening ceremony of Future Investment Initiative Conference in Riyadh, Saudi Arabia. Saudi Arabia's sovereign wealth fund invested over $1 billion on Monday, Sept. 17, 2018, in an American electric car manufacturer just weeks after Tesla CEO Elon Musk earlier claimed the kingdom would help his own firm go private. (Saudi Press Agency via AP, File)

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Bild: AP/Saudi Press Agency

Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters gingen daraufhin in das Konsulat und wurden vom saudischen Generalkonsul in Istanbul Mohammad Al-Otaibi durch das sechsstöckige Gebäude geführt.

Wer ist Jamal Khashoggi?

Khashoggi ist ein Veteran des Journalismus in Saudi-Arabien. Er eckte allerdings wegen kritischer Artikel bei der Landesführung immer wieder an.

FILE - In this Dec. 15, 2014 file photo, Jamal Khashoggi, then general manager of a new Arabic news channel speaks during a press conference, in Manama, Bahrain. Khashoggi was a Saudi insider. He rubbed shoulders with the Saudi royal family and supported its efforts to nudge the entrenched ultraconservative clerics to accept reforms. He was a close aide to the kingdom’s former spy chief and was a leading voice in the country’s prominent dailies. In a dramatic twist of fate, Khashoggi disappeared on Tuesday, Oct. 2, 2018, after visiting his country’s consulate in Istanbul and may have been killed there. (AP Photo/Hasan Jamali, File)

Jamal Khashoggi im Dezember 2014. Bild: AP/AP

Der frühere Regierungsberater Saudi-Arabiens und Blogger war im September 2017 aus Furcht vor einer Festnahme ins US-Exil gegangen. Er hatte wiederholt die Politik des mächtigen Kronprinzen bin Salman sowie die Militärintervention des Königreichs im Jemen kritisiert. Bin Salman hat zwar weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen eingeleitet, doch zugleich die Repression gegen Kritiker und Oppositionelle verschärft.

Nachdem er vergangenes Jahr ins Exil gegangen war, schrieb Khashoggi Meinungsbeiträge für die «Washington Post» und den britischen «Guardian».

Mehr Selbstbestimmungsrechte im muslimischen Königreich:

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Video: srf

Was sagt Erdogan?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte Riad am Montag auf, Beweise für die offizielle saudi-arabischen Version der Ereignisse vorzulegen. Wenn Saudi-Arabien behaupte, dass der Journalist das Konsulat des Königreichs in Istanbul lebend verlassen habe, «dann müssen die zuständigen Behörden das beweisen», sagte Erdogan. «Wenn er aus dem Gebäude gegangen ist, dann müsst ihr das mit Bildern belegen.»

Erdogan ist bestrebt den Fall aufzuklären. 

Und Trump?

US-Präsident Donald Trump sorgt sich um das Schicksal des vermissten Khashoggi in der Türkei. «Ich bin besorgt», sagte Trump am Montag im Weissen Haus. «Hoffentlich klärt sich das auf.»

Es seien «einige schlimme Geschichten im Umlauf», fügte der Präsident hinzu. «Ich mag das nicht.» (sda/afp/vom)

Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast:

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Anded 09.10.2018 09:08
    Highlight Highlight Schön wie sich Erdogan für Journalisten einsetzt. Solange sie ein anderes Regime kritisieren und nicht ihn.
    • Saraina 09.10.2018 16:47
      Highlight Highlight Interessant, wie jeder Artikel der Kritik an Erdogan äussert, Dutzende von Kommentare bekommt, während was in Saudi-Arabien und Ägypten abgeht kaum jemanden interessiert, trotzdem es um Runden krasser ist.

      Immer noch wird versucht, uns MBS und Al-Sisi als die „Guten“ zu verkaufen, obwohl sie nichts als eine neue Inkarnation von Saddam Hussein, Al-Assad oder Ghaddafi sind und beliebig Leute verschwinden lassen.
  • 45rpm 09.10.2018 08:13
    Highlight Highlight Die Saudis wären ja wirklich blöd, ihn in ihrem eigenem Konsulat umzubringen.
    Was auch dagegen spricht: Saudi Arabien hat bisher nie Regimekritiker im Ausland umbringen lassen wie beispielsweise ein Iran.
    • opwulf 09.10.2018 13:00
      Highlight Highlight In Saudi Arabien längt es bereits wenn man zu gewaltfreien Protest aufruft, um dafür gehängt oder geköpft zu werden, vorallem wenn man selber zu einer religiösen Minderheit gehört. Israel hat mehrere Iranische Wissenschaftler getötet, wie der Mossad selber sagt, weil sie angeblich am iranischen Atomwaffenprogramm gearbeitet hatten. Dies sowohl im Iran selbst, als auch international. Und dies ohne Prozess. Nun, wenn Iran so als auch Israel dies tun, wieso sollte ihrer Meinung nach gerade Saudi Arabien solches nicht tun? So im Geiste "schaut her, Regimegegner sind nirgends sicher!"

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