International
Schweiz

Hacker-Angriff auf französisches Atomkraftwerk an Schweizer Grenze

Hacker-Angriff auf französisches Atomkraftwerk an Schweizer Grenze

02.11.2018, 14:2402.11.2018, 14:34
Mehr «International»

Bei einem Cyberangriff auf ein französisches Bauunternehmen haben Hacker Berichten zufolge vertrauliche Dokumente über Atomanlagen und ein geplantes Hochsicherheitsgefängnis erbeutet. Der bereits im Juni kopierte Datensatz soll mehr als 65 Gigabyte umfassen.

Das berichteten die «Süddeutsche Zeitung» (Freitagsausgabe), der NDR und die französische Zeitung «Le Monde» nach gemeinsamen Recherchen. Die knapp 11'000 Dateien enthalten demnach unter anderem Pläne der Standorte von Videokameras, die in einem französischen Hochsicherheitsgefängnis eingesetzt werden sollten, Unterlagen zu einem geplanten Atommüll-Endlager im Nordosten Frankreichs und persönliche Informationen zu Mitarbeitern des betroffenen Konzerns Ingérop.

Auch Dokumente über das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zur Schweiz seien entwendet worden. Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage der Zeitungen den Angriff.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen war den Berichten zufolge im Juli ein vermieteter Server in Dortmund beschlagnahmt worden, auf dem sich ein Teil der Daten befand. Die gemeinsamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Paris und Köln führten bislang nicht zur Identifizierung der Täter.

Zugang zu den Ingérop-Servern verschafften sich die Hacker laut «Le Monde» in der Nacht zum 11. Juni mithilfe einer E-Mail an 1700 Konzernmitarbeiter, in der dazu aufgerufen wurde, geheime Informationen über das Endlager-Projekt an eine vorgeblich gesicherte E-Mail-Adresse zu schicken. Zehn Tage später begannen die Dokumente im Internet zu kursieren. Dem Blatt zufolge handelte es sich dabei um «vertrauliche, aber nicht allzu sensible Informationen». (sda/afp)

Superheld fliegt in Lyon über (oder eher in) ein AKW

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Zahlenheini
02.11.2018 15:25registriert Juli 2018
Einmal mehr zeigt sich, dass Landesverteidigung mit Panzern, Kampfjets und Artillerie ein Konstrukt aus der Vergangenheit sind.
3713
Melden
Zum Kommentar
4
Rosskastanie stürzt in Winterthur auf Autos – Teil von Pausenplatz abgesperrt

Die Stadt Winterthur hat aus Sicherheitsgründen einen Teil des Pausenplatzes beim Schulhaus Wülfingerstrasse gesperrt: Eine der alten Rosskastanien war zuvor völlig überraschend umgestürzt – jetzt werden die weiteren Bäume eingehend untersucht.

Zur Story