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Was der angebliche Würzburg-Täter im Droh-Video sagt – und wer hinter der Verbreitung der Botschaft steckt

Kurz nach der Attacke in Würzburg behauptete die Terrormiliz «Islamischer Staat», für die Tat verantwortlich zu sein. Überbringer dieser Botschaft war die Nachrichtenagentur «Amaq» – bekanntlich das Sprachrohr des «IS». Über denselben Kanal wurde nun auch ein Drohvideo, das den Täter zeigen soll, verbreitet.



«Ich bin ein Soldat des ‹Islamischen Staates› und werde eine heilige Operation in Deutschland ausführen.» So beginnt der Mann seine Rede in dem Video, das heute von der «IS»-nahen Nachrichtenagentur «Amaq» veröffentlicht wurde und den 17-Jährigen Zug-Attentäter von Würzburg zeigen soll.

Der junge Mann in dem Video spricht die afghanische Amtssprache Pashtu und hält ein Messer in der Hand. «Ihr kommt in unsere Länder, um unsere Männer, Frauen und Kinder zu töten. (...) So Gott will, werdet ihr in jeder Strasse, in jedem Dorf, in jeder Stadt und auf jedem Flughafen angegriffen», sagt er weiter.

Wann das Video aufgenommen wurde, ist nicht bekannt. Der Mann in dem Video erwähnt allerdings einen Anschlag in Frankreich: «Und ich werde Euch vergessen machen, was in Frankreich passiert ist, Inshallah.» Ob er damit das Attentat von Nizza meint, ist unklar.

Axt-Attacke in Würzburg – die Bilder

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Axt-Attacke in Würzburg
quelle: epa/dpa / karl-josef hildenbrand
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Das Video, das den Attentäter von Würzburg zeigen soll, wurde von der «IS»-nahen Nachrichtenagentur «Amaq» veröffentlicht. Die Identität des Videos ist nicht bestätigt.

Scoops am Laufmeter

Die Quelle allerdings ist keine Unbekannte. Ob die Schiesserei in San Bernardino, der tödliche Anschlag auf ein Einkaufscenter in Bagdad, ob die Explosion in einem Starbucks in Jakarta oder die Anschläge von Brüssel – immer war es die Nachrichtenagentur «Amaq», die als erste vermeldete, dass die Terrormiliz des «IS» hinter den blutigen Anschlägen stehe.

Das war auch beim Anschlag von Würzburg nicht anders: «Der mit Hieb- und Stichwaffen angreifende Täter in Deutschland ist einer der Kämpfer des ‹Islamischen Staates›», meldete «Amaq». Damit waren sie die ersten, die die Zugattacke mit dem sogenannten «Islamischen Staat» verknüpften.

Zurückhaltende Propaganda

Die Agentur ist das Sprachrohr des «IS», was auf den ersten Blick aber gar nicht so offensichtlich ist. Der Ton der «Amaq Agency» ist kühl und sachlich – und das aus Kalkül, schreibt die ARD. «Amaq» wolle mit dem Auftritt den Anschein erwecken, dass es sich um eine Nachrichtenagentur handelt und nicht um das Sprachrohr des «IS».

So suche man auf der Webseite denn auch vergebens nach Bilder von roher Gewalt oder leidenden Opfern. Es werde auch nicht von Kreuzfahrern oder Ungläubigen geschrieben, sondern ganz bewusst ein moderater Ton angeschlagen.

Die New York Times schrieb im Januar 2016 über die Bedeutung der Nachrichtenagentur: «Die Agentur hat die exklusiven Meldungen (Scoops), weil sie ihre Tipps direkt vom ‹IS› bekommt. Für diejenigen von uns, die vom Terrorismus betroffen sind, wurde Amaq ein ‹must-read› Medium, jedes Mal, wenn eine Bombe hochgeht». (meg/spon)

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