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Nielsen fliegt aus mexikanischem Restaurant – Pressesprecherin Sanders unerwünscht

Die Angehörigen der US-Regierung haben es nicht einfach. In der Öffentlichkeit wird man vermehrt angefeindet. Die Ministerin für Innere Sicherheit, Kirstjen Nielsen, und die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, bekamen das neulich stark zu spüren. 



Die Ministerin für Innere Sicherheit, Kirstjen Nielsen, war mit ihrer Begleitung in einem mexikanischen Restaurant. Diesen Satz muss man sich nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Genau: DIE Nielsen, die unter anderem verantwortlich ist für die Missstände in der amerikanischen Einwanderungspolitik, isst in aller Öffentlichkeit in einem mexikanischen Restaurant. In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden an der Südgrenze zu Mexiko die Familien von illegal eingewanderten Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent getrennt.

epa06819967 US Department of Homeland Security (DHS) Secretary Kirstjen Nielsen participates in a news conference in which she faced question on immigration, in the James Brady Press Briefing Room of the White House in Washington, DC, USA, 18 June 2018. Trump has labeled Democrats as 'obstructionists' and blamed them for children being separated from their parents at the border - action in which the Trump administration continues to face widespread, bipartisan criticism.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Ministerin für Innere Sicherheit Kirstjen Nielsen. Bild: EPA/EPA

Allerdings wird sie ihr Mittagessen kaum genossen haben. Mehrer Personen störten sich an der Anwesenheit der Ministerin für Innere Sicherheit und protestierten gegen ihre Einwanderungspolitik. «Schande», skandierten die Anwesenden.

«If kids don’t eat in peace, you don’t eat in peace!»

«Wenn Kinder nicht in Frieden essen, dann isst du nicht in Frieden!» – eine der Parolen.

abspielen

Das Video dauert mehr als 10 Minuten. Angenehm war das sicher nicht.  

Nielsen hatte offenbar genug und verliess das Restaurant nach ein paar Minuten. So schnell wird sie sich wohl nicht mehr in ein mexikanisches Restaurant getrauen. 

Pressesprecherin Sarah Sanders unerwünscht

Sarah Sanders erging es nicht viel besser. Die Pressesprecherin des Weissen Hauses wollte vergangene Woche im Restaurant «The Red Hen» in Lexington (Virginia) mit Ihrer Familie zu Abend essen. Ihr Ehemann hatte vorgängig einen Tisch reserviert.

Beim Betreten blieb Sanders nicht unbekannt. Ein Angestellter rief die Inhaberin Stephanie Wilkinson herbei. Es war für sie kaum zu glauben, dass die Pressesprecherin des Präsidenten bei ihr zu Gast war – schliesslich befindet sich Lexington rund 200 Meilen vom Weissen Haus entfernt und das Lokal bietet gerade mal Platz für 26 Gäste, zitiert die The Washington Post Wilkinson.

This Saturday, June 23, 2018 photo shows the Red Hen Restaurant in downtown Lexington, Va. White House press secretary Sarah Huckabee Sanders said Saturday in a tweet that she was booted from the Virginia restaurant because she works for President Donald Trump. Sanders said she was told by the owner of The Red Hen  that she had to

«The Red Hen» in Lexington (Virginia) hat nur 26 Sitzplätze. Da bleibt man nicht unerkannt. Bild: AP/FR170786 AP

Die Inhaberin beriet sich mit ihren Angestellten, da sie eine grosse Verunsicherung feststellte. Sarah Sanders hatte erst kürzlich Trumps Vorschlag verteidigt, dass Transsexuelle vom US-Militär ausgeschlossen werden sollten. Mehrere Mitarbeiter des Restaurants sind homosexuell.

Zudem unterstützte Sanders die «Null-Toleranz»-Politik, was bei den rund 7000 Bewohnern von Lexington überhaupt nicht gut ankam. Diese haben im Übrigen bei der Präsidentschaftswahl mit einer grossen Mehrheit gegen Donald Trump gestimmt – und sind von der «unmenschlichen und unethischen» Regierung nicht angetan. 

epa06660025 White House Press Secretary Sarah Sanders speaks to the media from the White House Press Briefing Room in Washington DC, USA, 10 April 2018. Earlier in the day, in response to FBI officials raiding the office of his personal attorney Michael Cohen, Trump tweeted that the Mueller investigation is 'a total witch hunt.'  EPA/JIM LO SCALZO

Sarah Sanders war nicht willkommen im «The Red Hen». Bild: EPA/EPA

«Aufrichtigkeit, Mitgefühl, Kooperation»

So kam Stephanie Wilkinson zum Schluss, dass es das beste sei, wenn Sarah Sanders das Lokal verlassen würde. Sie nahm sich die Pressesprecherin des Weissen Hauses bei Seite. 

«I explained that the restaurant has certain standards that I feel it has to uphold, such as honesty, and compassion, and cooperation. I said, ‘I’d like to ask you to leave'».

«Ich erklärte, dass das Restaurant gewisse Standards habe, die aufrechterhalten werden müssen. Dazu gehören Aufrichtigkeit, Mitgefühl und Kooperation. Ich sagte: 'Ich möchte Sie gerne dazu auffordern, zu gehen'»

Das tat Sie dann auch – ohne einen Aufstand anzuzetteln. Wilkinson bestätigte, dass alle Personen sich höflich verabschiedeten und es zu keinem weiteren Zwischenfall kam. Die Rechnung ging aufs Haus.

Reaktionen auf Twitter

Später machte Sanders ihrem Ärger auf Twitter Luft. Sie musste das Restaurant verlassen, weil sie für den Präsidenten arbeite. Einverstanden sei sie damit nicht gewesen, aber sie tat es aus Höflichkeit.

Letzte Nacht wurde ich von der Inhaberin des 'Red Hen' in Lexington (Virginia) aufgefordert, das Restaurant zu verlassen, weil ich für den Präsidenten arbeite. Ich war höflich und ging. Ihre Taten sagen viel mehr über sie aus, als über mich. Ich bemühe mich, mit Leuten auszukommen, auch wenn ich mit ihnen nicht einverstanden bin und es auch nie sein werde.  

Es dauerte genau 21 Minuten, bis sich Mike Huckabee – ehemaliger Gouverneur von Alaska und Sarah Sanders Vater – zu Wort meldete und seine Empörung zum Ausdruck brachte. Er betitelte den Vorfall als «Fanatismus». 

(vom)

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