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FILE - In this Nov. 7, 1984 file photo, flag-wavers greet Vice President George Bush after he was re-elected to the post of vice president, in Houston, Texas. The vice president's wife Barbara Bush is seen second from right. Others are unidentified. Bush has died at age 94. Family spokesman Jim McGrath says Bush died shortly after 10 p.m. Friday, Nov. 30, 2018, about eight months after the death of his wife, Barbara Bush. (AP Photo/F. Carter Smith, File)

George Bush nach seiner Wiederwahl als Vizepräsident am 7. November 1984. Bild: AP/AP

George Bush – Präsident in turbulenten Zeiten

Erst verdiente er im Ölgeschäft Millionen – dann stieg er in die Politik ein. Er erzielt grosse aussenpolitische Erfolge – doch wiedergewählt wurde er trotzdem nicht.



George Herbert Walker Bush ist am 30. November 2018 im Alter von 94 Jahren gestorben. Nun blickt die Welt zurück auf ein bewegtes Leben.

Der 41. Präsident der USA zeigte nach dem Fall der Berliner Mauer besonderes Profil und diplomatisches Geschick. Als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs stellte er sich offen hinter die deutsche Einheit. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür grosses Lob.

Bush gelang es auch, Anfang 1991 eine grosse internationale Kriegskoalition gegen den Irak zu schmieden, der mit Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien sogar arabische Staaten angehörten.

Eine weitere Besonderheit: Acht Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident zog 2001 sein Sohn George W. ins Weisse Haus ein. Auch sein jüngerer Sohn John Jeb machte politische Karriere und stieg zum Gouverneur von Florida auf. Daher wurde die Bush-Familie in den USA manchmal auch die «Kennedys der Republikaner» genannt.

Vom Navy-Offizier zum Millionär

Bush kann auf eine lange politische Laufbahn zurückblicken. Unter anderem diente er acht Jahre lang als Vizepräsident für Ronald Reagan (1981-1989). Ende der 70er Jahre war er zeitweise Chef des Geheimdienstes CIA. Zuvor diente er Präsident Richard Nixon als Gesandter in Peking und war an der Normalisierung der Beziehungen zu China beteiligt.

FILE - In this Nov. 3, 1980, file photo, former President Gerald Ford lends his support to Republican presidential candidate Ronald Reagan and his running mate, George H.W. Bush in Peoria, Ill. Bush has died at age 94. Family spokesman Jim McGrath says Bush died shortly after 10 p.m. Friday, Nov. 30, 2018, about eight months after the death of his wife, Barbara Bush. (AP Photo, File)

Gerald Ford, Ronald Reagan und George H. W. Bush im Jahr 1980. Bild: AP/AP

Bush wurde 1924 als Sohn einer angesehenen Bankiers- und Politikerfamilie in Massachusetts geboren. Im Zweiten Weltkrieg diente er im Pazifik als Navy-Offizier und überlebte nur mit Glück, als sein Flugzeug abgeschossen wurde. Nach Kriegsende studierte er an der berühmten Yale-Universität Wirtschaftswissenschaften.

Als 24-Jähriger ging Bush nach Texas, stieg als Selfmademan ins Ölgeschäft ein und wurde Millionär. Dort legte er auch die Grundlagen für seinen politischen Aufstieg und schloss wichtige Freundschaften.

«Ohne Bush hätte es die deutsche Einheit nicht gegeben.»

Helmut Kohl

In Bushs Amtszeit als Präsident fiel auch die Entspannung mit dem sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow. Historiker rechnen es Bush hoch an, dass er nach dem Fall der Mauer und während der deutschen Wiedervereinigung jedes «Triumphgeschrei» gegenüber Moskau vermied. Der damalige Bundeskanzler Kohl sagte einmal, ohne Bush hätte es die deutsche Einheit nicht gegeben.

In Bushs Amtszeit fiel aber auch der Panamakrieg. Die US-Intervention Ende 1989, bei der 1500 Menschen ums Leben kamen, galt als völkerrechtlich umstritten. Dagegen feierte Bush die Verhaftung von Militärmachthaber General Manuel Noriega, der später in Miami wegen Drogenhandels zu 40 Jahren verurteilt wurde, als klaren Erfolg.

FILE - In this Nov. 8, 1988 file photo, President-elect George H.W. Bush and his wife Barbara wave to supporters in Houston, Texas after winning the presidential election. Bush has died at age 94. Family spokesman Jim McGrath says Bush died shortly after 10 p.m. Friday, Nov. 30, 2018, about eight months after the death of his wife, Barbara Bush. (AP Photo/Scott Applewhite, File)

George H. W. Bush zusammen mit seiner Ehefrau Barbara. Bild: AP/AP

Obwohl seine Popularität nach dem Kuwaitkrieg 1991 Traumwerte erreichte, verlor er nur eineinhalb Jahre später die Präsidentschaftswahl – gegen den jungen und zunächst weithin unbekannten Demokraten Bill Clinton. Bush wurde zum Verhängnis, dass die Wirtschaft schwächelte – das liessen ihm die Amerikaner nicht durchgehen.

Ein Republikaner der alten Schule

Später erlebte er aber mit, wie sein ältester Sohn zweimal zum Präsidenten gewählt wurde. George W. Bush war allerdings unbeliebter als sein Vater – auch in Deutschland.

Der ältere Bush war ein Republikaner der alten Schule – von Donald Trump hielt er offenbar nicht viel. Laut einem Buch des Autoren und Historikers Mark Updegrove hatten weder George H. W. Bush noch Bush junior eine gute Meinung von Trump.

Im Vorwahlkampf mussten sie mitansehen, wie der politische Aussenseiter ihren Sohn und Bruder Jeb Bush ein ums andere Mal verspottete. Keiner der beiden Ex-Präsidenten hat laut dem Historiker bei der Wahl im November 2016 für den Kandidaten der Republikaner gestimmt.

Mit bunten Socken zur Trauerfeier

Im April musste George H. W. Bush Abschied von seiner Frau nehmen. Die beiden waren mehr als 70 Jahre lang verheiratet. Trump fehlte damals bei der Beerdigung. In der ersten Reihe sassen seine Frau, First Lady Melania Trump, Hillary und Bill Clinton sowie das vormalige First Couple Barack und Michelle Obama einträchtig nebeneinander. Ein seltenes Bild.

Immer wieder machte Bush auch mit bunten oder ausgefallenen Socken von sich reden. So trug er etwa bei der Trauerfeier für seine Frau ein Paar mit einem Stapel Bücher.

Und das sah so aus:

This Saturday, April 21, 2018, photo provided by the Office of former U.S. President George H.W. Bush shows Bush's socks during the funeral service for his wife, Barbara Bush, in Houston.  Barbara Bush was known for bringing awareness to AIDS patients and for her work promoting literacy, which her husband subtly honored Saturday by wearing socks printed with blue, red and yellow books. (Paul Morse/Courtesy of Office of George H.W. Bush via AP)

Bild: AP/Office of George H.W. Bush

(viw/sda/dpa)

Das waren die unbeliebtesten US-Präsidenten

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • smoking gun 01.12.2018 11:01
    Highlight Highlight "Bush wurde 1924 als Sohn einer angesehenen Bankiers- und Politikerfamilie in Massachusetts geboren."

    Prescott Bush, der Vater, wurde 1942 enteignet, wegen Geschäfte mit Nazi-Deutschland. Seltsamerweise erhielt er 1,5 Mio. Dollar Entschädigung. Dieses Geld investierte er in die texanische Ölindustrie. Angesehene Bankiersfamilie? WTF?

    Also nix da mit Selfmade-Millionen des George Bush. Die Bushs wurden mit dreckigen Geschäften reich.

  • Miikee 01.12.2018 10:21
    Highlight Highlight In den Kommentaren alle am rumhaten wie böse er doch war.
    Der Herr wurde demokratisch gewählt, hat Krieg geführt, hat sicherlich nicht nur gute Entscheidungen getroffen. Nun ist es aber zu spät in zu kritisieren!

    Ein grosser Verlust für Familie und Freunde. Lasst ihn doch einfach ruhen. Adieu Mersi
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 01.12.2018 10:12
    Highlight Highlight Vergesst nie er war bei der vorzeige Familie in den USA, bei den Simpsons ;) wo Bart in die Rolle Dennis schlüpft undBush in Mr. Wilson :D
  • Schleiger 01.12.2018 08:58
    Highlight Highlight Und so ganz nebenbei hat er Bin Laden bewaffnet.
  • The Destiny // Team Telegram 01.12.2018 08:10
    Highlight Highlight Einen Kriegstreiber weniger.
    • Macto 01.12.2018 09:31
      Highlight Highlight Bush senior hat mit sehr viel Nachsicht ein friedliches Ende der Sowjetunion ermöglicht und die Wiedervereinigung von Deutschland vorangetrieben. Er hat in Kuwait mit einer kurzen, effizienten Operation und seiner Entscheidung, nicht nach Bagdad weiter zu marschieren, einen langen Krieg verhindert. Trotz erzwungenem Machtwechsel in Panama ist er für mich einer der pragmatisch handelsten und weitsichtigsten Präsidenten der Nachkriegszeit. Und meiner Meinung nach eher ein umsichtiger Diplomat als ein Kriegstreiber.
    • Mia_san_mia 01.12.2018 11:37
      Highlight Highlight @Destiny: jaja das ist einfach gesagt...
    • FrancoL 01.12.2018 12:17
      Highlight Highlight Man sollte schon in der Lage sein, alles zu werten! nur die Kriege anzuführen ohne auch die Situationen anzuführen, die nicht zu Kragen führten ist eine sehr einseitige Teilsicht, die niemandem etwas nützt ausser Deinem EGO.
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