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Holländer bringt Fox News-Moderator Tucker Carlson richtig auf die Palme

FILE - In this Nov. 17, 2007 file photo, political commentator Tucker Carlson arrives for the 60th anniversary celebration of NBC's Meet the Press at the Newseum in Washington. Fox News Channel s ...
Tucker Carlson wurde bei einem Interview ausfällig. Bild: AP/AP

«Du bist ein Idiot!»: Holländer bringt Fox News-Moderator so richtig auf die Palme

21.02.2019, 04:2321.02.2019, 09:01
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Der niederländische Historiker Rutger Bregman erlangte nach seinem Auftritt am diesjährigen Weltwirtschaftsforum Berühmtheit. Er warf den anwesenden Reichen und Mächtigen vor, ihren Steuerpflichten nicht nachzukommen.

Nun sorgt Bregman mit einem Auftritt beim konservativen US-Sender Fox News erneut für Aufsehen, wie «The Guardian» berichtet. Er wurde letzte Woche von Tucker Carlson interviewt – allerdings wurde das Gespräch nicht veröffentlicht.

Warum nicht? Vermutlich weil Bregman den Moderator zur Weissglut getrieben hat. Deshalb hat der Holländer via Twitter Druck gemacht und Tucker angeschrieben.

«Guten Morgen @TuckerCalson, warum hast du das gestrige Interview mit mir nicht ausgestrahlt? Konntest du mit der Kritik nicht umgehen? Ich denke, du solltest es einfach zeigen. Und versuche der Versuchung zu widerstehen, dieses zu bearbeiten. Ich habe es aufgenommen – inklusive jenem Moment, als du ausfällig wurdest.»

Das Interview

Fox News hat bislang nicht reagiert. Jedoch ist die US-Medienwebsite «NowThis» in den Besitz der Aufnahmen gelangt. Darauf ist zwar nur der Historiker zu sehen, Carlsons Stimme ist aber deutlich zu hören.

Das Interview beginnt freundlich und Carlson gratulierte Bregman dafür, dass er die Verlogenheit der WEF-Teilnehmer zur Sprache brachte. Der Holländer entgegnete, dass er nur das sagt, was die meisten Menschen auf der Welt denken würden.

Danach kippte die Stimmung. Bregman warf Carlson vor, von Rupert Murdoch – dem Gründer und Inhaber von Fox News – und dem Cato Institute «gekauft» worden zu sein. Der Moderator gehörte jenem Institut bis 2015 an. Es handelt sich dabei um eine der einflussreichsten ökonomisch–politischen Denkabriken der USA, die als rechtsstehend gilt.

«Die Murdochs wollen, dass du Einwanderer zu Sündenböcken erklärst, anstatt über Steuerhinterziehung zu reden», sagte Bregman. Und weiter: Carlson sei «ein Millionär, der von Milliardären finanziert werde» und «kein Teil der Lösung, sonder Teil des Problems» sei. So hätte er «dreckiges Geld» vom Institut entgegengenommen.

Gegen Ende sagte Bregman, dass das Interview möglicherweise nicht veröffentlicht werden würde – damit lag er richtig. Jedoch sei er nach Davos gegangen, um die Wahrheit zu sagen. Und das würde er auch hier tun.

Der Moderator kam kaum zu Wort – doch dann platze ihm der Kragen.

«Warum fickst du dich nicht selbst, du winziges Gehirn. Du bist ein Idiot. Ich habe versucht, dir eine Anhörung zu geben, aber du warst zu nervig.»

Damit war das Interview beendet.

Reaktionen

Das Video auf Twitter wurde innerhalb weniger Stunden 70'000 Mal geliked und mehr als 3000 Mal kommentiert. Hier ein paar ausgewählte Kommentare.

«Da muss ich Fox und Herrn Carlson widersprechen. Das war keine Zeitverschwendung. Gute Arbeit, Herr Bregman!»
«Ich wünschte, ich könnte das hundertmal liken. Aber das Grossartigste war, zu beobachten, wie Bregman Carlson runtermacht, ohne seine Stimme zu erheben. Seine Rationalität – im Gegensatz zu Tucker Carlsons hinterhältiger Vorstellung – war göttlich.»
«Interessant, dass Tucker Carlson zum Angriff überging, als Bregman sagte, er sei ein Millionär, der nur nachplappert, was Milliardäre ihm vorsagen. Tucker ist offensichtlich sehr sensibel wenn es um all das ‹schmutzige Geld› geht, das er als professioneller Nachplapperer bekommen hat.»
«Haha, das war unwirklich. Er hat es gar nicht zu einer Hetzkampagne gemacht. Er sprach die Wahrheit, und Carlson konnte nicht damit umgehen. Ich bin so froh, dass es Videoaufnahmen gibt.»

(vom)

Auch Trump kann nicht so gut mit Kritik umgehen:

Video: srf
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59 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Trasher2
21.02.2019 06:34registriert März 2016
Hmmm... Immigranten zu Sündenböcken machen, damit man besser da steht und die Mehrheit der Bürger weniger genau schaut, wieviel Steuern die Elite (nicht) zahlt....

Das Konzept kommt mir irgendwie bekannt vor.
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MacB
21.02.2019 08:50registriert Oktober 2015
Rutger Bregman hat mich echt beeidruckt! Wow!
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N. Y. P.
21.02.2019 08:47registriert August 2018
Der niederländische Historiker Rutger Bregman sollte Schweizer sein, das Präsidium der SP übernehmen und die Genossen würden locker wieder 5 Prozentpunkte zulegen.

Er würde der 29,7% - Partei so richtug ordentlich den Marsch blasen.

Als erstes würde er vermutlich gleich mal das oberbrave SP - Logo einstampfen.
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