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In this Sept. 6, 2018 photo, Supreme Court nominee, Brett Kavanaugh waits to testify before the Senate Judiciary Committee for the third day of his confirmation hearing, on Capitol Hill in Washington.  Official Washington is scrambling Monday to assess and manage Kavanaugh’s prospects after his accuser, Christine Blasey Ford, revealed her identity to The Washington Post and described an encounter she believes was attempted rape. Kavanaugh reported to the White House amid the upheaval, but there was no immediate word on why or whether he had been summoned.  (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Schwere Vorwürfe gegen Brett Kavanaugh: Er soll in jungen Jahren eine Frau massiv bedrängt haben. Bild: AP/AP

Anklägerin will gegen Trumps Richter aussagen – die Vorwürfe gegen Kavanaugh im Überblick

Der erzkonservative Kandidat für das Oberste Gericht der USA, Brett Kavanaugh, steht wegen des Vorwurfs der sexuellen Gewalt unter massivem Druck. Christine Ford hat sich bereit erklärt, vor dem Justizausschuss auszusagen. 



Chronologie der Ereignisse

Die Chronologie basiert auf einem CNN-Artikel.

Was bedeuten die Anschuldigungen für Kavanaugh?

Kavanaugh muss noch vom Senat bestätigt werden. Allerdings bringen die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung das Nominierungsverfahren in Turbulenzen. So ist unklar, ob der Justizausschuss des Senats wie bisher geplant am kommenden Donnerstag über Kavanaugh abstimmen wird. In dem Votum geht es darum, ob das Gremium die Personalie für die endgültige Abstimmung an das Plenum weiterreicht.

epa06876904 US President Donald J. Trump (R) announces Federal appeals court judge Brett Kavanaugh (L) as his nominee to replace retiring Supreme Court Justice Anthony Kennedy, in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 09 July 2018. The confirmation of Trump's Supreme Court nominee is expected to face strong opposition from Senate Democrats, as the balance of the court could be altered with long-lasting effect on controversial laws.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Trump hatte Kavanaugh im Juli für das Oberste Gericht nominiert – dazumal waren beide noch besser gelaunt als nach den jüngsten Vorwürfen gegen Kavanaugh.  Bild: EPA/EPA

Trumps Republikanische Partei hat im Justizausschuss des Senats nur eine hauchdünne Mehrheit von 51 der 100 Sitze. Kavanaugh kann sie also nur durchbringen, wenn sie die Reihen geschlossen hält.

Wie soll es weitergehen?

Die moderate republikanische Senatorin Susan Collins, deren Votum als entscheidend gilt, forderte nun, dass sowohl die Forscherin Ford als auch der Richter unter Eid zu der Anschuldigung befragt werden: «Offenkundig wäre es ein Ausschlussgrund, sollte Richter Kavanaugh über die Vorgänge gelogen haben», sagte sie.

Bereits zuvor hatten die trumpkritischen republikanischen Senatoren Jeff Flake und Bob Corker verlangt, die Ausschussabstimmung zu verschieben.

FILE - In this Jan. 28, 2015 file photo, Sen. Jeff Flake, R-Ariz. listens on Capitol Hill in Washington. Two years ago, Sen. Bob Corker wondered aloud whether the standstill Senate was worth a grown man's time. But the Republicans? political fortunes in November's elections and brutal terrorism overseas have put the two-term Tennessee lawmaker in the chairmanship of the storied Foreign Relations Committee and in charge of the weightiest question that ever faces Congress: whether to authorize war. He takes his time to understand the issue said Flake as Corker prepared to spend a week in the Middle East preparing for the hearings. He doesn't come in with any preconceived notions or try to take partisan advantage of this. This is foreign policy. It's typically done across the aisle. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Senator Jeff Flake. Bild: AP/AP

Der Ausschussvorsitzende Chuck Grassley – ebenfalls ein Republikaner – äusserte sich zunächst nicht öffentlich zu dieser Forderung. Er sagte, Ford verdiene es, «angehört zu werden». Allerdings schlug er vor, ihre Befragung sowie die von Kavanaugh telefonisch abzuhalten.

Wie steht Trump zu Kavanaugh?

Präsident Donald Trump hält an dem von ihm nominierten Richter fest. Das Nominierungsverfahren befinde sich weiterhin «voll in der Spur», befand Trump am Montag in Washington.

Trump räumte ein, dass es zu einer «kleinen Verzögerung» im Nominierungsprozess kommen werde. Er äusserte den Wunsch, dass in dem Verfahren alles «richtig» gemacht und «jeder zu Ende gehört» werde. Zugleich rühmte er erneut seinen Kandidaten. Dieser habe «nie auch nur einen kleinen Makel in seiner Bilanz» gehabt.

Bereits zuvor hatte Präsidentenberaterin Kellyanne Conway deutlich gemacht, dass Trump mit einer Befragung Fords durch den Justizausschuss einverstanden sei. Diese ist zu einer Aussage vor dem Gremium bereit, wie ihre Anwältin Debra Katz dem Fernsehsender CNN sagte.

Trump hatte Kavanaugh im Juli für das Oberste Gericht nominiert. Er will damit sein Wahlkampfversprechen erfüllen, dem mächtigen Supreme Court eine dezidiert konservative Ausrichtung zu geben. Da die obersten Richter auf Lebenszeit ernannt werden, könnte Kavanaugh den Kurs des Gerichts jahrzehntelang prägen.

Obama teilt gegen Trump und die Republikaner aus:

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Video: srf

Was sagt der Beschuldigte?

Brett Kavanaugh hat die Schilderungen mehrmals vehement bestritten. «Ich weise diesen Vorwurf kategorisch und unmissverständlich zurück. Ich habe dies weder damals in der Schule noch sonst irgendwann getan», erklärte der 53-Jährige. Mark Judge bezeichnete die Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Schulkameraden als «absurd». 

Das Weisse Haus veröffentlichte am Montag nochmals eine Mitteilung, in der es heisst: «Richter Kavanaugh freut sich auf eine Anhörung, in der er seinen Ruf vor diesen falschen Anschuldigungen verteidigen kann.»

Und wer ist die Frau, die die Vorwürfe erhebt?

Die 51-jährige Christine Ford arbeitet als Professorin für Klinische Psychologie an der Palo-Alto-Universität. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Christine Ford hatte sich entschieden, ihre Geschichte zu veröffentlichen, nachdem klar geworden war, dass Kavanaugh als möglicher Nachfolger für den zurückgetretenen Richter Anthony M. Kennedy nominiert worden war. Sie selber unterstützt die Demokraten.

Unterstützung für Ford

Unterstützung erhält Ford von Alumnae ihrer High School. Damit wollen die Schulabgängerinnen Fords Glaubwürdigkeit – welche momentan stark angezweifelt wird – wieder herstellen. «Wir glauben Dr. Blasey Ford und sind dankbar, dass sie ihre Geschichte veröffentlicht hat. Es bedarf einer gründlichen und unabhängigen Untersuchung, bevor der Senat angemessen über die Ernennung von Brett Kavanaugh für einen lebenslänglichen Sitz im höchsten Gericht des Landes abstimmen kann», heisst es in einem Brief. 

Fords Aussagen seien glaubwürdig und nachvollziehbar. Zudem können sich die Frauen mit ihren Aussagen identifizieren: «Viele von uns sind selber Überlebende.» Mehr als 200 Frauen haben den Brief bis am späten Montagmorgen unterzeichnet. Eine davon ist die Schauspielerin und Sängerin Julia Louis-Dreyfus, wie Huffpost berichtet. (sda/afp/dpa/reu/vom)

Trump auf dem Titel:

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Frances Ryder 18.09.2018 12:11
    Highlight Highlight Naja sie hat null Beweise, aber in den USA gilt ja schon seit langem guilty until proven innocent.
  • critico 18.09.2018 10:49
    Highlight Highlight und mit sowas beschäftigt man sich? nach 30 jahren?
    will die lady gezielt schaden anrichten oder nur mal in der öffentlichkeit stehen oder beides?
  • The Origin Gra 18.09.2018 09:26
    Highlight Highlight Trump schützt immer solche Leute da er selber gerne grapscht und div. Affären hatte (Bill Clinton wäre längst aus dem Weissen Haus gejagt worden für weniger Trumpsches verhalten)
  • Keeloo 18.09.2018 06:18
    Highlight Highlight Ob sie die Wahrheit sagt ist schwer zu sagen, und ihre Behauptungen müssen nicht unbedingt falsch sein.
    Aber ein Lügendetektortest im Jahr 2018?
    Wen will man damit überzeugen?
    Vielleicht Trump, aber auf jeden Fall keinen Experten.
    • DemonCore 18.09.2018 07:16
      Highlight Highlight Doch, in den USA vertraut man in weiten Teilen der Justiz den Lügendetektoren, obwohl es seit Jahrzehnten keinen Nachweis zu deren Zuverlässigkeit gibt.
    • Pafeld 18.09.2018 08:35
      Highlight Highlight Geschworene lieben Polygraphen. Genauso wie forensische Beweise mit vermeintlicher Aussagekraft. Recht vor Gericht erhalten hat insbesondere in den USA nur bedingt etwas mit Wahrheiten und Tatsachen zu tun.
      Andererseits zieht Ford wirklich jedes Register, dass ihr nach 35 Jahren noch zur Verfügung steht. Ihre Geschichte/Beweisführung ist soweit als möglich lückenlos, während Kavanaugh zur Zeit lediglich alles abstreitet. Die Aussage von Judge dürfte dabei nicht einmal schwer ins Gewicht fallen, sofern sich noch Zeugen finden lassen, die seinen alkoholisierten Zustand bestätigen können.

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