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Reporters call on White House press Secretary Sean Spicer during the daily White House briefing, Monday, Jan. 23, 2017, in the briefing room of the White House in Washington. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Sean Spicer am Montag bei seinem ersten offiziellen Pressebriefing.  Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Spicer rechtfertigt seine Aussagen – und gewährt Einblick in Trumps Gefühlslage

In seinem ersten offiziellen Pressebriefing musste sich Sean Spicer für seine seltsamen Aussagen von Samstag rechtfertigen. Dabei gewährte er Einblick in die Gefühlswelt von Trumps Team. Und er verkündete neue Regeln für Journalisten.



Sein erster Auftritt als Pressesprecher des Weissen Hauses sorgte für viel Wirbel. Vier von fünf Aussagen, die Sean Spicer zur Inauguration von Donald Trump machte, werden stark angezweifelt. Fragen seitens der Presse liess er zunächst trotzdem keine zu. 

Gross war gestern denn auch die Spannung, als Sean Spicer zum ersten offiziellen Pressebriefing im Weissen Haus schritt. Es dauerte allerdings mehr als 20 Minuten, bis die Frage gestellt wurde, auf die alle warteten. 

«Wie verstehen Sie Ihre Arbeit? Haben Sie die Absicht, von diesem Podium aus immer die Wahrheit zu sagen?»

Spicer antwortete: «Unsere Absicht ist es, Sie nie anzulügen.» Aber: «Manchmal werden wir die Fakten unterschiedlich interpretieren.» Zur Erinnerung: Kellyane Conway, Trumps Beraterin, führte am Wochenende den Begriff «alternative Fakten» ein, um Spicers aussagen zu verteidigen. 

Spicer rechtfertigt seine Aussagen

Um genau diese Fakten ging es dann auch bei den folgenden Fragen. Dabei räumte Spicer ein, dass die Metro-Zahlen, welche er genannt hatte, falsch gewesen seien. Aber nicht etwa weil er bewusst lügen wollte, sondern weil das Organisationskomitee die Zahlen falsch übermittelt habe.

Angezweifelt wurde auch die Aussage, dass noch nie so viele Zuschauer einer Inauguration beigewohnt hätten wie bei Donald Trump. Einerseits waren bei Luftaufnahmen viele leere Plätze in Washington zu sehen, andererseits sassen bei den Einführungen von Reagan (1981) und Obama (2009) mehr Menschen vor dem Fernseher als bei Donald Trump. 

abspielen

Das ganze Pressbriefing mit Sean Spicer. Video: YouTube/Live Stream News

An dieser Behauptung hielt Spicer jedoch fest. «Natürlich, es war die meist gesehene Inauguration», so Spencer. Wenn man all die Menschen addiere, welche die Zeremonie vor Ort, am Fernseher und im Internet via Livestream verfolgt hätten, würden daran eigentlich keine Zweifel bestehen. «Ich bin ziemlich sicher, dass Reagan noch kein YouTube und Facebook hatte.»

Vorwürfe, dass er am Samstag gesagt habe, es sei sowohl vor Ort als auch weltweit die grösste Inauguration aller Zeiten gewesen, liess er nicht gelten. Er habe alle Zahlen addiert, er wisse nicht, wie man das anders habe verstehen können, so Spicer.

«Es ist unglaublich frustrierend»

Nach dem er zu diesen Fragen Stellung genommen hatte, gab Spicer einen Einblick, wie es um die Gefühlslage von Trumps Team steht. Während mehreren Minuten echauffierte sich der Pressesprecher über die negative Berichterstattung der Medien. 

Sean Spicer beschwert sich minutenlang über die negative Berichterstattung. 

«Es ist unglaublich frustrierend, wenn man die ganze Zeit hört, dass man nicht gross genug und nicht gut genug ist», so Spicer. Es sei demoralisierend, wenn man Tag für Tag den TV einschalte und höre, was man alles nicht könne.

«Wenn man jeden Tag aufwacht, nur das Negative hört und nichts über die Erfolge berichtet wird – ja, dann ist das ein bisschen enttäuschend.»

Am «negativen Narrativ», wie Spicer es nennt, hat offenbar das ganze Team zu nagen. «Das ist frustrierend, nicht nur für ihn!» 

Neue Regeln für die Presse

Trumps Unzufriedenheit mit den grossen Medienhäusern des Landes hatte dann sogleich auch erste Konsequenzen. Die Journalisten wurden beim ersten Pressebriefing mit neuen Regeln konfrontiert. 

Bis gestern war es üblich, dass die ersten Fragen an die Nachrichtenagentur AP und an die grossen Fernsehsender gingen. Spicer wandte sich jedoch als erstes an das Boulevardblatt «New York Post». Darauf folgten das religiöse «Christian Broadcasting Network», ein spanischsprachiger Sender und der konservative Sender «Fox News». 

Gemäss Spicer sollen in Zukunft noch mehr unterschiedliche Medien Zugang zum Weissen Haus erhalten. Dies soll unter anderem per Videokonferenz geschehen. Bereits in dieser Woche sollen Journalisten mit dieser Technik eingeschaltet werden.

Spicers Begründung für diesen Schritt: Somit können auch Medien an den Pressekonferenzen teilnehmen, welche keine Ressourcen für einen Korrespondenten in Washington haben.

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 25.01.2017 22:22
    Highlight Highlight Ein Präsident einer wirtschaftlichen und miltärischen Grossmacht der sich damit rühmen muss, es hätten seiner Einsetzung mehr Menschen beigewohnt als je zuvor (ob wahr oder nicht ist Nebensache) hat irgendwo ein Schräubchen locker.
    Die Drahtzieher im eigenen Land und die Kontrahenten auf der Weltbühne werden an diesem Schräubchen zu drehen wissen. . . . . . interesting times
  • lilie 24.01.2017 12:22
    Highlight Highlight Es ist jedenfalls gut zu sehen, dass die Presse sich nicht einwickeln lässt: Die bei den Fragen gnädig von Trump bevorzugte New York Post sieht keinen Grund, warum sie nicht trotzdem über seine Lügen schreiben soll, und findet auch den Titel "Präsident" überflüssig ;):

    http://nypost.com/2017/01/24/donald-trump-bring-up-bogus-voter-fraud-claims-again/

    Trump glaubt doch nicht, dass sein Benehmen besser rüberkommt, wenn er mehr Boulvardpresse reinholt? Die werden doch umso mehr wie die Geier über ihn herfallen! 🙄
  • ursusx 24.01.2017 10:48
    Highlight Highlight Solche Bilder verunsichern mich.

    Klar nicht jeder kann mit Trump sympathisieren aber welche Seite dieser Debatte ist glaubwürdiger?
    Benutzer Bild
    • Ich hol jetzt das Schwein 24.01.2017 11:34
      Highlight Highlight Und was möchtest du damit genau sagen?
    • Wandtafel 24.01.2017 12:48
      Highlight Highlight Zurück nach /pol/ mit dir
    • Hayek1902 24.01.2017 12:59
      Highlight Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/Perspektive

    Weitere Antworten anzeigen
  • Peter Rohr 24.01.2017 10:03
    Highlight Highlight Möchte gerne mal wissen, wieviele Trumps Rede überhaupt gelesen oder gehört haben und jetzt schlau ihren Senf abgeben. So töricht wie diejenigen, die nicht wählen gegangen sind und jetzt rosa Mützchen als Protest stricken….;-P
  • Luca Brasi 24.01.2017 09:48
    Highlight Highlight *Kellyanne Conway

    😒
  • N. Y. P. D. 24.01.2017 08:45
    Highlight Highlight Ich war mir nicht ganz sicher, ob das Trommelfeuer der Presse Wirkung zeigt. Spicer war so frei zuzugeben, dass die ersten Einschläge Wirkung zeigen. Die Journalisten machen bis jetzt einen guten Job. Das stimmt mich zuversichtlich.
  • Ezi 24.01.2017 08:22
    Highlight Highlight Eine Horde narzisstische Witzfiguren....das kann ja heiter werden.
  • lilie 24.01.2017 08:12
    Highlight Highlight "Unsere Absicht ist es, Sie nie anzulügen. Da das leider aber nicht umsetzbar ist, weil Sie nicht das richtige über uns berichten, müssen wir Sie halt anlügen. Selber schuld, deal with it". 🙈
  • rodolofo 24.01.2017 08:11
    Highlight Highlight Na also, da haben wir sie ja, die "Russifizierung" a la Putin, welche interessanterweise sehr gut zum "American Cheese!" passt:
    Immer schön POSITIV berichten!
    Aber nicht so langweilig, wie damals die Prawda:
    "Die Produktion von roten Socken ist wieder um 15% gestiegen! Damit wurde der 5-Jahres-Plan der Kommunistischen Partei einmal mehr über-erfüllt, dank den besonderen Anstrengungen von Helden der Arbeit, die vom allseits geliebten Führer, Genosse Direktor Leonid Breschnew, mit einem Orden ausgezeichnet worden sind!"
    Neuzeitlich:
    "Hey Mann, Trump sich fooll kuul man! Eifach en geile Ssiech!"
  • Hans Jürg 24.01.2017 08:11
    Highlight Highlight "Aber nicht etwa weil er bewusst lügen wollte, sondern weil das Organisationskomitee die Zahlen falsch übermittelt habe"

    Haben die das Faxgerät der SVP benützt?
  • Baba 24.01.2017 07:43
    Highlight Highlight Ich bin gespannt, wie hoch die Frustratinstoleranz in dieser Mümümü-Truppe ist... Also wer als erste/r das Handtuch wirft wegen den pösen, pösen, PÖSEN Leuten (aka Medien😝, Künstler😵, *Linke*😨).

    BTW, in der Bildstrecke auf Bild 14 sind zwei Männer (That's how feminists look like), was die Aussage noch pointierter macht.
  • Fischra 24.01.2017 07:42
    Highlight Highlight Ein Mann wie Spicer kann sagen was er will. Seine Kredite sind wohl fast schon verspielt. Ei den Medien. Für uns normale Bürger ist es aber Ratsam, nicht jede Information 100% blind als Wahr einzustufen. Die Trolle sind überall und darum ist recherchieren wichtig.
  • Mira Bond 24.01.2017 07:21
    Highlight Highlight Deshalb hat Berlusconi die Medien allesamt gekauft...da gab es dann nur noch wenige Gegenstimmen...die Washington Post kann Trump aber nicht kaufen...die gehört jemandem der noch viel reicher ist als Trump!
  • Stichelei 24.01.2017 07:14
    Highlight Highlight Ach, nun weint er . . .
  • pun 24.01.2017 07:03
    Highlight Highlight Ein vierjähriges Monument, um der ganzen Welt zu zeigen, was man bekommt, wenn man ein dünnhäutiges Kleinkind im Rentenalter als Staatschef wählt: ein dünnhäutiges Kleinkind im Rentenalter leitet nun die Geschicke des Landes.
    Sorry an alle, die dachten, das wäre nur Wahlkampfgeplänkel gewesen.
  • alessandro 24.01.2017 07:03
    Highlight Highlight Cleverer aber übler schachzug... die kleinen medienhäuser werden sich hüten, eine kritische frage zu stellen, aus angst den geschenkten platz zum fragen wieder zu verlieren. Eine begünstigung der "braven".
    Dabei wäre es so einfach gewesen über sie inaugurtion zu berichten ohne zu lügen. Aber nein, man muss sich um jeden preis als den besten darstellen, egal wie man dann ins kreuzfeuer gerät. Macht alles keinen sinn, warum macht man weiter wahlkampf wenn man gewählt wurde?
    Offensichtlich obernarzisstischer komplexhaufen.
  • Knut Knallmann 24.01.2017 07:00
    Highlight Highlight Wenn man aufhören würde, Unwahrheiten zu verbreiten und gegen alles und jeden zu poltern, wär vielleicht auch die Berichterstattung positiver...
    • Peter Rohr 24.01.2017 13:21
      Highlight Highlight ----oder langweiliger und das will doch niemand..oder?
  • Energize 24.01.2017 06:35
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine sehr gute Idee, mehr Medienhäuser ins Weisse Haus zu holen - auch per Life Stream. Mehr Diversität kann nicht schaden.

    Wenn ich aber an Trump und sein Team denke dreht sich bei mir der Magen um. Sollte er nur gezielt "seine" Medien ins Weisse Haus lassen - ich behaupte er wird dies tun - kann er sich seine Wahrheit frei erfinden. Dann haben wir die alternativen Fakten in den "offiziellen" Medien. Sollte Trump auch die Medien lenken können kommt was ganz Übles auf uns zu.
  • NumeIch 24.01.2017 06:20
    Highlight Highlight Zusammengefasst: Wir werden sie anlügen, sorry ihnen alternative Fakten präsentieren und bitte nur Fragen die uns genehm von Medienhäusern die uns genehm sind.
    Am besten stellt sich Propagandaminister Spicer in Zukunft die Fragen auch noch gleich selber.
  • Calvin Whatison 24.01.2017 06:12
    Highlight Highlight Gefühlslage! Trump! Spicer! Irgendwie wird mir schlecht. Schmierenkomödie.🤡
  • Don Alejandro 24.01.2017 06:02
    Highlight Highlight Wehleidige Memmen, die ganze Truppe.
  • Deathinteresse 24.01.2017 05:43
    Highlight Highlight Soll man jetzt etwa Mitleid haben? Der arme Mann, der in dieses Amt gezwungen wurde und alle sind so grundlos bös zu ihm.
  • Imfall 24.01.2017 05:35
    Highlight Highlight wer dumme fragen stellt, bleibt draussen! nordkorea lässt grüssen!
    • saukaibli 24.01.2017 08:17
      Highlight Highlight Wohl eher der, der intelligente Gragen stellt ;-)
  • Alex23 24.01.2017 05:20
    Highlight Highlight Natürlich ist es frustrierend, so viel Negatives zu hören. Aber wie frustrierend ist es erst für die, die ihn nicht gewählt haben, die Mehrheit, dieses Trauerspiel erleben zu müssen?
    Und für uns, die wir die weitreichenden Auswirkungen dieser absehbar katastrophalen Politik zu spüren bekommen werden.
  • Süffu 24.01.2017 05:06
    Highlight Highlight Meine Vermutung - Trump steigt jetzt ins Mediengeschäft ein und stellt sich für ihn angenehmere Interviewer an.
    • Sandro Lightwood 24.01.2017 05:43
      Highlight Highlight Oder er holt sich Breitbart und co. ins WH, um alterntive Fakten zu präsentieren.
  • zombie woof 24.01.2017 04:50
    Highlight Highlight «Unsere Absicht ist es, Sie nie anzulügen.» Aber: «Manchmal werden wir die Fakten unterschiedlich interpretieren.» Klar ausgedrückt: Wir werden Sie anlügen, so wie es uns grad passt! Noch mehr unterschiedliche Medien, heisst soviel wie, nur noch Medien welche unsere Linie vertreten, werden zugelassen. Wieso kommt mir jetzt Göbbels in den Sinn?
  • roger.schmid 24.01.2017 04:03
    Highlight Highlight "Es ist unglaublich frustrierend, wenn man die ganze Zeit hört, das man nicht gross genug und nicht gut genug ist», so Spicer. Es sei demoralisierend, wenn man Tag für Tag den TV einschalte und höre, was man alles nicht könne.

    «Wenn man jeden Tag aufwacht, nur das Negative hört und nichts über die Erfolge berichtet wird – ja, dann ist das ein bisschen enttäuschend.»

    mimimi, heul, heul.. 😂

    tja, es ist wirklich sehr, sehr tragisch, wenn man nicht mehr einfach nur dumm lafern kann, sondern plötzlich auch mal selbst etwas sinnvolles abliefern sollte.

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