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Wie wär's mit einem Treffen von Putin und «Individuum 1»? Muellers neue heisse Spur



Aus den Ermittlungen zur Russland-Affäre rund um US-Präsident Donald Trump ist ein weiteres brisantes Verdachtsmoment ans Licht gekommen: Nach Angaben von Sonderermittler Robert Mueller nahmen russische Staatsbürger bereits in einer Frühphase des US-Präsidentschaftswahlkampfs Kontakt zu Trumps Umfeld auf.

FILE - In this June 21, 2017, file photo, special counsel Robert Mueller departs after a meeting on Capitol Hill in Washington. Mueller is back. After a quiet few months in the run-up to the midterm elections, the special counsel’s Russia investigation is heating up again with a string of tantalizing new details emerging this week.(AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Sonderermittler Robert Mueller. Bild: AP/AP

Dabei stützt sich Mueller auf Aussagen von Trumps früherem Anwalt Michael Cohen. Er habe im November 2015 mit einem Russen gesprochen, der angeboten habe, ein «politisches» Zusammenwirken mit Russland auf «Regierungsebene» herzustellen, führt Mueller in einem am Freitag veröffentlichten Dokument an.

Dieser Russe habe Cohen wiederholt auch ein Treffen zwischen «Individuum 1» und Russlands Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen. «Individuum 1» ist die Bezeichnung des Sonderermittlers für Trump.

Dabei habe dieser Russe argumentiert, dass ein solches Treffen einen «phänomenalen» Effekt nicht nur auf politischer, sondern auch auf geschäftlicher Ebene haben könne. Damit habe er das «Moskau-Projekt» gemeint, also Trumps letztlich nicht zustande gekommenes Vorhaben, ein Hochhaus mit Luxuswohnungen in der russischen Hauptstadt zu bauen.

Zeitpunkt entscheidend

Cohen ging dem Dokument zufolge jedoch nicht auf das Angebot des Russen ein, das Treffen zwischen Trump und Putin zu vermitteln. Das Moskau-Projekt verfolgte Cohen aber noch bis Juni 2016 weiter, wie er kürzlich gestanden hatte – also bis zu einem Zeitpunkt, als Trump sich bereits in den Vorwahlen der Republikaner zur Kür des Präsidentschaftskandidaten durchgesetzt hatte.

epa07197323 (FILE) - Michael Cohen, President Donald Trump's then personal attorney, walks with his legal team following a hearing at United States Federal Court in New York, New York, USA, 30 May 2018 (reissued 29 November 2018). Reports on 29 November 2018 state US President Donald Trump's former lawyer, Michael Cohen, has agreed to plead guilty to making incorrect statements to US congress in connection with Russia interfering in the US election in 2016.  EPA/JUSTIN LANE

Michael Cohen war Trumps Fixer. Bild: EPA/EPA

Dies ist insofern relevant, als Trump in der Schlussphase des Wahlkampfs und auch seit seinem Einzug ins Weisse Haus immer wieder beteuert hat, keinerlei Geschäfte in Russland zu haben. Cohen hatte früher ausgesagt, das Moskau-Projekt sei bereits im Januar 2016 beerdigt worden, also noch vor Beginn der Vorwahlen.

Mueller untersucht seit Mai vergangenen Jahres die mutmasslichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf 2016 und die Kontakte zwischen dem Trump-Team und Moskau.

Bei seinem jetzigen Dokument, das er bei einem Bundesgericht in New York einreichte, handelt es sich um eine Stellungnahme zu der am kommenden Mittwoch anstehenden Strafmassverkündung für Cohen. Nach Angaben von Mueller hat Cohen die Ermittlungen «erheblich» unterstützt, indem er «wichtige und wahrheitsgemässe Informationen» geliefert habe.

Andere Gesetzesverstösse

Der 52-jährige Cohen hatte sich kürzlich schuldig bekannt, in Aussagen gegenüber dem Kongress über das Moskauer Immobilienprojekt und seine Kontakte nach Moskau gelogen zu haben. Die anstehende Strafmassverkündung bezieht sich aber nicht nur auf diese Falschaussagen, sondern auch auf andere Gesetzesverstösse in Cohens Tätigkeit als Anwalt und Geschäftsmann.

Am Freitag schrieb der US-Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter, er selbst werde durch Muellers neue Dokumente im Cohen-Fall «gänzlich» für unschuldig erklärt. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, die Dokumente enthielten «nichts von Wert, das nicht schon vorher bekannt war.» (sda/afp/dpa)

Twitter und Facebook über russischen Einfluss bei US-Wahlen

Video: srf

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