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President Donald Trump calls out as he arrives on Air Force One at Morristown Municipal Airport, in Morristown, N.J., Friday, July 20, 2018, en route to Trump National Golf Club in Bedminster, N.J.. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Ist sich keiner Schuld bewusst: US-Präsident Donald Trump. Bild: AP/AP

Trump erhebt in Schweigegeld-Affäre schwere Vorwürfe



US-Präsident Donald Trump hat in der Schweigegeld-Affäre schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Anwalt und die Ermittler erhoben. Hintergrund ist eine heimlich gemachte Aufnahme von Anwalt Michael Cohen während eines Gesprächs mit Trump, in dem beide Männer über eine Zahlung an ein ehemaliges Playmate sprechen.

Ermittler der Bundespolizei FBI hatten laut «New York Times» den Mitschnitt bei einer Durchsuchung des Anwaltsbüros sichergestellt.

«Es ist unvorstellbar, dass die Regierung am frühen Morgen in das Büro eines Anwalts eindringt, geradezu unerhört. Noch unvorstellbarer ist es, dass ein Anwalt seinen Klienten mitschneidet – gänzlich unerhört & wahrscheinlich ungesetzlich. Die gute Nachricht ist, dass der von euch favorisierte Präsident nichts Unrechtes gemacht hat», twitterte Trump am Samstag.

Die «Washington Post» wies darauf hin, dass im Bundesstaat New York der Mitschnitt eines Gespräches legal sei, sofern zumindest eine Partei dem zustimme. Das könne auch die Person sein, die aufzeichne.

First lady Melania Trump arrives at Phoenix Sky Harbor International Airport, in Phoenix, Ariz., Thursday, June 28, 2018. The first lady is en route to Southwest Key Campbell, a shelter for children that have been separated form their parents. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Trump war während der angeblichen Affäre mit dem Ex-Playmate Karen McDougal schon mit Melania verheiratet. Bild: AP/AP

«Kein Geld geflossen»

In dem konkreten Fall geht es um eine angebliche Affäre Trumps mit dem Playmate des Jahres 1998, Karen McDougal – während seiner Ehe mit Melania Trump. Trumps Anwalt Rudolph Giuliani bestätigte laut «New York Times» am Freitag, dass Trump mit Cohen über Zahlungen gesprochen habe – aber letztendlich sei kein Geld geflossen.

Der Mitschnitt ist laut Giuliani keine zwei Minuten lang. Er zeige, dass der Präsident nichts Verbotenes getan habe. Trump habe Cohen bloss gesagt, dass er besser einen Scheck ausstellen solle als Bargeld zu senden – falls es zu einer Zahlung kommen sollte.

Das Justizministerium untersucht derzeit Cohens Beteiligung an Schweigegeldzahlungen, um peinliche Berichte über den damaligen Kandidaten Trump vor der Präsidentenwahl 2016 zu verhindern. Dabei geht es vor allem darum, ob Geld aus Trumps Wahlkampfkasse zweckentfremdet eingesetzt wurde.

FBI-Ermittler hatten am 9. April mit einem Durchsuchungsbefehl das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittenen Zahlungen.

Weitere Mitschnitte

Das sichergestellte Material könnte nach Einschätzung des Senders CNN dazu führen, dass sich die Affäre weiter ausweitet. Demnach hat Cohen auch weitere Gespräche mit Trump und anderen «mächtigen Personen» mitgeschnitten.

Ex-Anwalt Cohen war nach Angaben von CNN für Trump der langjährige «Fixer» – also ein Mann, der sich um die Schmutzarbeit kümmerte. Cohen sei für Trump wertvoll gewesen, weil er alles getan habe, um Probleme seines Bosses zu lösen und so Druck von ihm zu nehmen, hiess es bei CNN.

McDougal schilderte dem Magazin «New Yorker» im Februar, sie habe 2006 eine Sex-Affäre mit dem damaligen Reality-TV-Star Trump gehabt. Das Skandalblatt «National Enquirer» habe für diese Geschichte 150'000 US-Dollar gezahlt, sie aber dann nie veröffentlicht. McDougal sagte, sie fühle sich ihrer Rechte beraubt und sei unsicher, was sie überhaupt sagen dürfe, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Trumps mögliche Gegner 2020

Trump und McDougal sollen sich 2006 auf dem Anwesen des «Playboy»-Gründers Hugh Hefner in Los Angeles getroffen haben, wo Trump eine Folge seiner TV-Show «The Apprentice» drehte. Donald und Melania Trump hatten im Jahr zuvor geheiratet.

Im November 2016 berichtete das «Wall Street Journal» von der Zahlung der American Media Inc. (AMI) an McDougal – der Verlagsgruppe gehört der «Enquirer». AMI-Chef David Pecker ist ein guter Bekannter Trumps. Ein Sprecher des Weissen Hauses dementierte eine Affäre Trumps mit McDougal. Der Bericht sei «Fake News».

Mögliche Schweigegeldzahlungen

Der Fall McDougal erinnert an mögliche Schweigegeldzahlungen wegen der angeblichen Affäre Trumps mit der US-Pornodarstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heisst. Sie hat nach eigener Aussage ebenfalls 2006 Sex mit Trump gehabt – kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet die Affäre.

Cohen hatte zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130'000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt. Nach Cliffords Darstellung handelte es sich um Schweigegeld.

Cohen räumte später allerdings ein, Trump habe ihn doch für die Zahlung an Clifford entschädigt. Trump selber erklärte daraufhin im Mai, bei der Rückzahlung des Geldes an Cohen habe es sich um eine monatliche Abschlagszahlung für den Anwalt gehandelt. Mit diesem Geld sei er in ein Stillhalteabkommen mit der Pornodarstellerin eingetreten.

«Das Abkommen wurde dazu genutzt, falsche und erpresserischere Aussagen von ihr über eine Affäre zu stoppen, obwohl sie bereits ein detailliertes Schreiben unterzeichnet hat, in dem sie zugibt, dass es keine Affäre gab», schrieb Trump damals auf Twitter. «Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlspenden haben dabei keine Rolle gespielt.» Zuvor hatte Trump noch erklärt, er habe von der Zahlung nichts gewusst. (sda/dpa)

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