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Trump ballert aus der Twitter-Kanone: So droht er Comey und der Presse

Der US-Präsident hat gleich mehrere merkwürdige Tweets abgesetzt. Darin warnt er den gefeuerten FBI-Chef James Comey, keine Informationen weiterzugeben. Und greift weitere Institutionen an. 



FILE - In this May 10, 2017 file photo, President Donald Trump talks to reporters in the Oval Office of the White House in Washington. (AP Photo/Evan Vucci, File)

Trump tritt weiter gegen den geschassten FBI-Chef nach.  Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump tritt weiter gegen den von ihm geschassten FBI-Chef James Comey nach. In einem am Nachmittag abgesetzten Tweet warnt er ihn, interne Informationen an die Medien weiterzureichen. Bevor er negative Internas an die Presse weitergebe, solle Comey «besser hoffen, dass es ‹keine Aufzeichnungen› von unseren Gesprächen gibt.»

Trump möchte damit offenbar andeuten, dass er unangenehme Fakten aus den Gesprächen mit dem Ex-FBI-Chef besitzt. Was er genau damiot meint, bleibt völlig offen.  

Von George Washington bis Donald Trump: Alle 45 US-Präsidenten

In einem Interview mit NBC hatte Trump zuvor erklärt, Comey habe ihm dreimal gesagt, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Hintergrund des Gesprächs waren Ermittlungen des FBI wegen einer möglichen russischen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl 2016 und möglicher Absprachen mit dem Trump-Team.

Der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings sagte bei CNN, so etwas wie diese Gespräche dürfe niemals geschehen. Ehemalige FBI-Mitarbeiter bezweifelten in US-Medien, dass ein FBI-Direktor sich in laufenden Untersuchungen jemals zu der Aussage versteigen würde, gegen den Präsidenten werde nicht ermittelt.

Trump sagte NBC, die FBI-Untersuchungen sollten auch nach Comeys Entlassung weitergehen. Wenn Russland sich in die Wahl eingemischt habe, wolle er das wissen. Absprachen mit ihm oder seinem Team habe es nicht gegeben.

Tiraden gegen Medien

Kurz vor dem Wochenende scheint Trump in bester Twitter-Laune: Sekunden vor seinem Comey-Tweet hat er bereits eine weitere Mitteilung abgesetzt, in der er gegen die Medien wetterte: «Vielleicht wäre es das beste, künftig alle Pressebriefings im Weissen Haus zu streichen und schriftliche Antworten zu verteilen», schreibt der US-Präsident.

Trump versuchte, gravierende Unterschiede zwischen seinen Worten und den Darstellungen seiner Sprecher damit zu begründen, er sei ein sehr aktiver Präsident, und viele Dinge geschähen. Für den US-Präsidenten liegt die Konsequenz auf der Hand: «Es ist meinen Stellvertretern nicht möglich, mit perfekter Präzision auf dem Podium zu stehen!»

«Diese Russland-Sache»

In dem NBC-Interview sagte Trump im kompletten Gegensatz zu bisherigen Angaben auch, er habe bei Comeys Entlassung sehr wohl an «diese Russland-Sache» gedacht. Er habe überlegt, dass das Ganze ja nur eine Erfindung und eine lahme Entschuldigung der Demokraten für ihre Wahlniederlage sei.

Bisher hatte es von allen Seiten geheissen, die Russland-Ermittlungen hätten bei der Entlassung nicht die geringste Rolle gespielt. Das hatte auch US-Vizepräsident Mike Pence gesagt.

Umfragen zeigen völlige Spaltung

Sehr aufschlussreich sind indes erste Umfragen, wie die Affäre Comey in der US-Bevölkerung ankommt. «Politico» ermittelte eine völlige Spaltung: 35 Prozent sagten, Trump habe mit der Entlassung richtig gehandelt. 33 Prozent finden sie falsch, dem Rest ist das Thema egal.

In konservativen US-Medien und Blogs findet sich die Einordnung, die Entlassung Comeys werde von Demokraten und Medien mit vorgetäuschter Erregung zur Affäre hochgespielt. Die «New York Times» berichtet von Trump-Anhängern, sie würden sich über die «typische Wut» der Linken viel mehr aufregen als über die Entlassung Comeys selbst.

Damit verfängt Trumps Strategie, die Reaktionen der Demokraten in seiner Anhängerschaft als hysterisch, künstlich und übertrieben hinzustellen. Während in Washington und den grossen US-Medien nach Comeys Entlassung die Wellen hochschlagen und das Wort einer Verfassungskrise die Runde macht, halten Trumps Anhänger weiter zu ihrem Präsidenten. Ihnen ist das Thema fern. (amü/sda/dpa)

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