International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this May 10, 2013, file photo, Cody Wilson holds what he calls a Liberator pistol that was completely made on a 3-D-printer at his home in Austin, Texas. Eight states filed suit Monday, July 30, 2018, against the Trump administration over its decision to allow a Texas company to publish downloadable blueprints for a 3D-printed gun, contending the hard-to-trace plastic weapons are a boon to terrorists and criminals and threaten public safety. (Jay Janner/Austin American-Statesman via AP, File)

Bild: AP/Austin American-Statesman

US-Gericht untersagt Veröffentlichung von 3D-Waffen-Plänen – Trump findet das ganz gut so



Ein Bundesgericht in den USA hat die geplante Veröffentlichung von Plänen für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern in letzter Minute gestoppt. Das Gericht in Seattle erliess am Dienstagabend (Ortszeit) eine entsprechende einstweilige Verfügung.

Auch das Büro des Generalstaatsanwalts im Bundesstaat Washington, Bob Ferguson, teilte auf Twitter mit, dem Antrag sei stattgegeben worden.

Das Bundesgericht in Seattle reagierte damit am Dienstag auf eine Klage von acht Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington, die einen ursprünglich ab Mittwoch geplanten Zugang zu entsprechenden Konstruktionsplänen verhindern wollten. Für den 10. August wurde eine Anhörung angesetzt.

FILE - In this Nov. 28, 2017, file photo, Washington state Attorney General Bob Ferguson speaks at a news conference in Seattle. Ferguson is suing Google and Facebook, saying the companies failed to maintain information about political advertising as required by state law. (AP Photo/Elaine Thompson, File)

Generalstaatsanwalt Bob Ferguson. Bild: AP/AP

Kritiker hatten befürchtet, dass durch die Veröffentlichung der Pläne im Internet Schusswaffen in falsche Hände geraten könnten und die öffentliche Sicherheit gefährdet wird. Mithilfe der Anleitung wäre es Privatpersonen möglich gewesen, sich unkontrolliert ihre eigenen, nicht zurückverfolgbaren Waffen herzustellen. In der Klage hiess es, die Vereinbarung sei hochgefährlich. Sie könne eine «beispiellose Auswirkung» auf die öffentliche Sicherheit haben.

Handprothesen für Kinder aus dem 3D-Drucker

Gegenantrag gescheitert

Ferguson hatte die Verfügung beantragt und zugleich Klage gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump erhoben. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington schlossen sich der Klage an. Der Anwalt der Organisation Defense Distributed hatte das Gericht in Seattle erfolglos aufgefordert, den Antrag auf einstweilige Verfügung «in seiner Gesamtheit» abzulehnen.

Trumps Regierung hatte im Juni einen aussergerichtlichen Vergleich mit Defense Distributed geschlossen, der die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker im Internet gestattet. Defense Distributed kündigte später an, die Pläne von diesem Mittwoch an kostenlos zum Herunterladen anzubieten.

Letztlich stellte die Organisation dann schon am Dienstag Pläne für die weitgehend aus Plastik bestehende Pistole vom Typ «Liberator» («Befreier») ins Netz. Mehr als 5000 Nutzer luden die Daten für den 3D-Druck der einzelnen Teile und die Anleitung für den Zusammenbau der Waffe herunter. Nach der Verfügung zeigte die Download-Seite eine Fehlermeldung.

Der Kauf von Waffen soll weiterhin mit 18 möglich sein

abspielen

Video: Angelina Graf

US-Präsident will Überprüfung

Trump selbst hatte sich am Dienstag skeptisch über die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker geäussert. «Scheint nicht sehr sinnvoll zu sein», schrieb er auf Twitter. Er habe das Thema mit der Waffenlobby NRA besprochen und werde es prüfen.

Washingtons Generalstaatsanwalt Ferguson argumentierte, durch die Pläne erhielten «Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen». Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington hatten am Montag wegen des Vergleichs zudem einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Aussenminister Mike Pompeo geschickt.

Der Gründer von Defense Distributed, Cody Wilson, hatte bereits 2013 Pläne für die Herstellung der Schusswaffe «Liberator» auf 3D-Druckern veröffentlicht. Das US-Aussenministerium untersagte ihm dies wenige Tage später mit Verweis auf amerikanische Exportkontrollgesetze. Wilson klagte erfolglos dagegen. Im Juni schlossen das Aussen- und das Justizministerium dann aber überraschend einen Vergleich mit ihm. (sda/dpa/reu/afp)

ETH gelingt Weltpremiere: Herz aus dem 3D-Drucker

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

25
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • kafifertig 01.08.2018 16:15
    Highlight Highlight Der Selbstbau von Feuerwaffen ist einfach und war schon immer einfach.

    Wie wenige und einfache Mittel es für die Anfertigung einer Feuerwaffe braucht kann man in dieser Reportage sehen:
    Play Icon



    Übrigens, die Patentschriften für Waffen waren schon immer und sind noch immer alle offiziell für alle einsehbar. Sie sind eine ideale Quelle für den Selbstbau von Feuerwaffen.
    z.B. https://bit.ly/2LUXNpq (Zeichnungen ab Seite 22).

    Das jüngste Verbot zur Veröffentlichung von Bauplänen für Waffen ist daher geradezu grotesk.

  • kafifertig 01.08.2018 15:24
    Highlight Highlight Als ob sich Terroristen an Veröffentlichungsverbote halten würden.
    Einmal mehr wurde die Redefreiheit beschnitten. Bald werden dissidente Meinungsäusserungen verboten und mit Gefängnis und Folter beantwortet werden.
  • Paddiesli 01.08.2018 13:07
    Highlight Highlight Ich sags mal mit Clooneys Worten:
    "Trump, what else"

    Heute Hüü, morgen Hott.
  • TanookiStormtrooper 01.08.2018 12:12
    Highlight Highlight Die NRA, die sonst alles mit Waffen geil findet, mag es nur nicht, weil diese Waffen kostenlos sind. Da würde ihren Sponsoren von der Waffenlobby eine menge Kohle flöten gehen. Die verkaufen eben gerne rosa Flinten in Kindergrösse...
    • Paddiesli 01.08.2018 16:37
      Highlight Highlight Die verschenken sogar Waffen, wenn man bei bestimmten Banken dafür ein Konto eröffnet.
    • TanookiStormtrooper 01.08.2018 17:45
      Highlight Highlight Ja schon... aber auch diese Waffen musste sich die Bank bei einem Händler besorgen. Bei einer Waffe aus dem 3D-Drucker verdient die Waffenlobby nichts.
  • Macto 01.08.2018 11:34
    Highlight Highlight Ah ich dachte schon Trump habe seinen Verstand gebraucht. Aber nein, die NRA hat Trumps Verstand gebraucht. Um kein Geld zu verlieren. Also nichts Neues.
  • mrlila 01.08.2018 10:23
    Highlight Highlight Zum Glück gibt es kein Internet, man stelle sich vor... 😱
  • Devilduck 01.08.2018 10:03
    Highlight Highlight Klar, ist die NRA dagegen. Würde ihnen doch das Geschäft mit den herkömmlichen Waffen ruinieren.
    • Karl Marx 01.08.2018 12:17
      Highlight Highlight Die NRA verkauft keine Waffen...
    • MeineMeinung 01.08.2018 13:20
      Highlight Highlight Die NRA als Organisation vieleicht nicht, aber viele ihrer Mitglieder verkaufen Waffen
    • Karl Marx 01.08.2018 13:37
      Highlight Highlight Die Mitglieder sind in erster Linie normale Bürger. Ansonsten hätten sie kaum 2.4 Millionen Mitglieder.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl Marx 01.08.2018 06:55
    Highlight Highlight Die Anleitung zum Liberator gibts schon lange im Netz. Man braucht aber auch für die noch echte Kugeln und einen Zündstift.
    • Päsu 01.08.2018 08:26
      Highlight Highlight Und das ist ja so schwer zu beschaffen...
  • Gawayn 01.08.2018 06:44
    Highlight Highlight Trumpel wieder
    Berechenbar wie üblich.
    Es bringt ihm weder Geld, noch mehr Wähler ein.

    Also macht es natürlich nicht viel Sinn.

    Es ist dem Irren schlicht alles egal, was ihm persönlich nichts nutzt.

    Diese Waffe taugt weder für den Sport noch zur Jagd.
    Noch weniger zur Selbstverteidigung.

    Sie taugt nur, um einen Mord zu begehen, mit einer Waffe die man nicht zurück verfolgen kann.

    Es ist einfach widerlich das solch ein Mensch dieses Amt bekleidet
    • Roman h 01.08.2018 09:23
      Highlight Highlight Klar Trump ist ein schlechter Präsident aber er ist doch gegen die 3D Waffen.
      Was also genau kritisieren sie jetzt an ihm.
      Das er bei dieser Sache die selbe Meinung hat wie Obama?
    • TanookiStormtrooper 01.08.2018 12:19
      Highlight Highlight @Roman
      Obama war gegen diese Waffen weil es eben eine Gefahr für die Sicherheit ist. Er wollte das Waffenrecht auch so verschärfen.

      Trump ist dagegen, weil seine Sponsoren von der Waffenlobby nicht wollen, dass sich ihre potenziellen Kunden ihre Waffe kostenlos besorgen können. Da verdienen sie ja nichts.

      Sicherlich ist es einer der wenigen vernünftigen Entscheide Trumps, der Grund ist trotzdem Scheisse.

Lauschangriff auf Donald Trumps Handy – ausgerechnet Israel soll ihn bespitzelt haben

Rund ums Weisse Haus in Washington D.C. wurden IMSI-Catcher gefunden ...

Das US-Magazin Politico hat am Donnerstag mit einem Exklusivbericht für Aufregung gesorgt. Die US-Regierung sei zum Schluss gekommen, dass höchstwahrscheinlich Israel hinter einem Lauschangriff auf Donald Trump stecke.

Es seien Mobiltelefon-Überwachungsgeräte gefunden worden, in der Nähe des Weissen Hauses und anderer sensibler Orte um Washington, D.C. Dies hätten drei Quellen, frühere hochrangige US-Beamte mit Insider-Informationen bestätigt. Der Lauschangriff sei in den letzten zwei …

Artikel lesen
Link zum Artikel