International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Assange geht gegen europäischen Haftbefehl in Berufung



Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist gegen die Entscheidung eines schwedischen Bezirksgerichts in Berufung gegangen, den gegen ihn erlassenen europäischen Haftbefehl aufrechtzuerhalten.

Assanges Anwalt Tomas Olsson sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, sein Mandant habe die Entscheidung am Dienstag angefochten. Der europäische Haftbefehl gegen Assange wurde 2010 erlassen, nachdem ihn eine Schwedin wegen Vergewaltigung angezeigt hatte.

WikiLeaks founder Julian Assange appears on screen via video link  during his participation as a guest panelist in an International Seminar on the 60th anniversary of the college of Journalists of Chile in Santiago, Chile, July 12, 2016.  REUTERS/Rodrigo Garrido

Julian Assange versucht, einer Verhaftung zu entgehen. Bild: RODRIGO GARRIDO/REUTERS

Einvernehmlicher Sex oder nicht?

Die schwedische Justiz will ihn deswegen vernehmen. Der 45-jährige Australier sagt, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt, die Anschuldigungen weist er als politisch motiviert zurück.

Assange begab sich im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London, nachdem er in Grossbritannien alle Rechtsmittel gegen einen Antrag Schwedens auf seine Auslieferung ausgeschöpft hatte. Seitdem lebt er im Botschaftsgebäude auf beengtem Raum mit Bett, Computer und Balkonzugang.

Whistleblower

Assanges Anwalt sagte, in der Berufung werde auf die Erklärung einer UNO-Arbeitsgruppe vom Februar dieses Jahres verwiesen. Darin heisst es, Assanges jahrelanges Botschaftsexil in London sei eine «willkürliche Inhaftierung», und der Australier habe anstelle seiner Festnahme Anrecht auf Entschädigung. Olsson fügte hinzu, die schwedische Seite habe keinerlei Anstrengungen unternommen, seinen Mandanten ausserhalb Schwedens zu befragen.

Angst vor Uncle Sam

Sollte der Wikileaks-Gründer das Botschaftsgelände verlassen, will ihn die britische Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Für diesen Fall befürchtet Assange, von den schwedischen Behörden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe droht.

Das Bezirksgericht in Stockholm hatte den Antrag von Assanges Anwälten, den Haftbefehl aufzuheben, im Mai zurückgewiesen. Im Gegensatz zu der UNO-Arbeitsgruppe vertrat das Gericht die Auffassung, dass Assanges Aufenthalt in der Botschaft nicht als «Inhaftierung» anzusehen sei.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der US-Regierung und der NATO auf sich.

(sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 10.08.2016 18:10
    Highlight Highlight ...möglicherweise sogar die Todesstrafe droht...
    Ach die USA, denken dass SIE der Welt die Zivilisation bringen
  • PuRpLE_KusH 10.08.2016 17:34
    Highlight Highlight Das ihn die USA wegen Geheimnisverrats dran kriegen will ist einfach unmöglich, wem gegenüber ist er denn verpflichtet diese Geheimnisse zu wahren. Die hätten ihre Geheimnisse besser hüten können. Es geht hier nur darum um alle anderen Geheimnisse de USA zu schützen. Ich hoffe das die Welt sowas nicht zulässt und er ungehindert weiterfahren kann mit seinen Leaks, bis es nichts mehr gibt das er leaken könnte.

No, thanks! Londoner Börse lehnt 35-Mrd-Euro-Offerte aus Hongkong ab

Die Londoner Börse LSE hat ein 35 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot ihrer Hongkonger Rivalin zurückgewiesen. Die Börse lehne die Offerte ab und sehe angesichts der grundlegenden Probleme keinen Sinn in weiteren Gesprächen, teilte die London Stock Exchange (LSE) am Freitag mit.

Die Hongkonger Börse HKEX hatte am Mittwoch überraschend ein Übernahmeangebot im Volumen von 31.6 Milliarden Pfund (35 Milliarden Euro) inklusive Schulden in Aussicht gestellt. Die Offerte aus Hongkong sollte …

Artikel lesen
Link zum Artikel