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Dem deutschen Staat geht es zumindest finanziell sehr gut – 48 Milliarden Euro Überschuss



Der wirtschaftliche Daueraufschwung hat der deutschen Staatskasse im ersten Halbjahr einen Rekordüberschuss beschert. In den ersten sechs Monaten nahmen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen unter dem Strich 48,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag anhand vorläufiger Daten mit. Es war der höchste Wert in einem Halbjahr seit der Wiedervereinigung.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung lag der Überschuss im ersten Halbjahr bei 2,9 Prozent. Deutschland bleibt damit weit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer in ihren gemeinsamen Verträgen zugestehen (Maastricht). Erlaubt ist demnach höchstens ein Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent der nominalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Europas grösste Volkswirtschaft diese Marke im Gesamtjahr 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent.

Kauflust der Konsumenten

Angetrieben vor allem von der Kauflust der Konsumenten und dem Bauboom stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 0,5 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten. Im ersten Quartal war die Wirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen.

Die historisch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und Lohnzuwächse sorgen für Kauffreude in der Bevölkerung. Und auch die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, stiegen im Frühjahr ebenfalls. Schliesslich trugen auch die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie beispielsweise Maschinen zum Wachstum bei. Vom Aussenhandel kamen dagegen keine Impulse, weil die Importe stärker stiegen als die Exporte.

Unruhe wegen Handelskonflikten

Experten gehen davon aus, dass sich der Aufschwung Folge fortsetzt. Gegenüber dem vergangenen Boom-Jahr könnte er allerdings etwas an Tempo verlieren. Für Unruhe sorgen vor allem Handelskonflikte.

Der Streit zwischen den USA und China hatte in dieser Woche eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ökonomen befürchten, dass die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt auf einen Handelskrieg zusteuern, der Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben könnte. Das könnte die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen, deren Exportindustrie sowohl mit den USA als auch China eng verwoben ist. (whr/awp/sda/dpa)

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