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Erdogan darf Putin wieder Zwiebeln und Broccoli liefern

Russian President Vladimir Putin, left, shakes hands with Turkey's President Recep Tayyip Erdogan during their meeting in the Kremlin in Moscow, Russia, Friday, March 10, 2017. Putin is hosting h ...
Sind wieder ziemlich beste Freunde: Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Moskau.Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Erdogan darf Putin wieder Zwiebeln und Broccoli liefern

10.03.2017, 15:4910.03.2017, 16:36

Mit einer Geste der Entspannung hat Wladimir Putin am Freitag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan empfangen. Die Regierung in Moskau hob Sanktionen gegen die Türkei teilweise auf.

Erdogan betonte, dass vor allem die grossen gemeinsamen Energieprojekte gut voran kämen. Russland will die Gaspipeline Turkish Stream durch das Schwarze Meer und das Kernkraftwerk Akkuyu im Süden der Türkei bauen. Über Turkish Stream will Russland Erdgas auch nach Südeuropa verkaufen.

Wieder Zwiebeln und Broccoli

Als Zeichen der Wiederannäherung lockerte die russische Regierung ein Einfuhrverbot für Obst und Gemüse. Unter anderem dürfen wieder Zwiebeln, Nelken, Blumenkohl und Broccoli aus der Türkei nach Russland geliefert werden. In Kraft bleibt Berichten zufolge aber ein Importverbot für Tomaten, eines der wichtigsten türkischen Exportprodukte.

Mit dem Embargo hatte Russland 2016 auf den Abschuss seines Militärjets reagiert. Auch Charterflüge in das bei Russen beliebte Reiseland wurden eingestellt. Dies traf den Tourismus in der Türkei hart.

Erst nach einer Entschuldigung Erdogans im Juni 2016 normalisierte sich das Verhältnis wieder. Bereits im Oktober hatte Moskau das Embargo für einzelne Agrarerzeugnisse aufgehoben.

Billigflüge in die Türkei

Die russische Billigairline Pobeda kündigte an, dass sie von Freitag an Linienflüge in die Türkei anbiete. Die erste Maschine von Moskau in den Badeort Alanya solle am 21. April starten, teilte die Fluggesellschaft der Agentur Tass zufolge mit. Pobeda gehört zum staatlich kontrollierten russischen Marktführer Aeroflot.

Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär 2015 hatte zu einem Zerwürfnis zwischen Moskau und Ankara geführt. Seit Sommer 2016 stehen die Zeichen aber wieder auf Partnerschaft. Russische Experten sagen, dass Erdogan auch wegen Spannungen mit dem Westen den Schulterschluss mit Moskau suche.

Im Syrien-Krieg treten Russland und die Türkei als Garantiemächte für eine Ende Dezember vermittelte Waffenruhe auf. Im Januar und Februar hatten sie in Kasachstan Gespräche zwischen Regierungs- und Oppositionsvertretern vermittelt. Eine neue Runde soll kommenden Dienstag und Mittwoch (14./15. März) in Astana beginnen. whr/(sda/dpa)

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(Fast) alle wollen in die Stadt – von hier ziehen die Schweizer nach Zürich, Basel und Co.
Ob für die Arbeit, die Infrastruktur oder die grosse Liebe – es zieht die Menschen in die Städte. Wer in einer Schweizer Stadt wohnt, ist höchstwahrscheinlich zugezogen. Aber von wo?
Die Schweizerinnen und Schweizer zügeln häufig. Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind 2024 rund 841'500 Personen umgezogen. Also beinahe zehn Prozent der Bevölkerung. Daher kommt es nicht sehr überraschend, dass in Reinach BL 18'277 der 20'862 Menschen, die heute dort wohnen, zugezogen sind. Über 87 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer zog es schon einmal in eine andere Gemeinde.
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