DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trotz Krise wurden 2020 immer noch Millionen für alte Göppel bezahlt. Hier die Top 10

Obwohl die Welt unter der Covid-Krise ächzt, gibt es offenbar weiterhin genügend steinreiche Autosammler, die riesige Geldmengen für Oldtimer ausgeben wollen.
29.01.2021, 19:16

Letzte Woche gab's auf watson eine Aufzählung cooler alter Autos, die momentan auf diversen Auktions- und Autokaufs-Portalen des Internets angeboten werden:

Eine eher willkürliche Liste: Ein Retro-Kabinenroller für rund 10'000 Franken, etwa, oder ein schöner Mercedes aus den Achtzigern für um die 15'000. Andere hingegen kämen einen einiges teurer zu stehen: Lancia Delta Integrale EVO, VW Bully T1 oder Chevy Blazer Restomod? Bei denen ist man erst so ab 100'000 dabei.

Und dann wäre da noch das hier:

1 / 9
1958 Lister-Jaguar
quelle: rmsothebys.com / rmsothebys.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dieser super-rare 1958er Lister-Jaguar wechselte vor ein paar Tagen für 802'500 Dollar den Besitzer. Boah.

Nun, einerseits ist dies eher am unteren Ende des Schätzpreises (der mit 800'000 bis 1 Mio angegeben wurde), andererseits sind jene rund 800'000 Franken für einen zugegebenermassen unglaublich geilen Rennwagen ein Klacks im Vergleich zu den Top Ten der höchsten im Jahr 2020 erzielten Auktionsverkäufe. Es mag erstaunen, ist aber Tatsache, dass – Covid und Wirtschaftskrise zum Trotz – weiterhin Millionenbeträge für Auto-Oldtimer bezahlt werden. Ebenfalls erstaunlich ist, welche Autos die höchsten Preise erzielen. Kleiner Spoiler im Voraus: Die Top-Fünf gehören alle derselben Automarke.

Lassen wir sie also Revue passieren! Das sind die zehn teuersten Auktionsverkäufe 2020:

Platz 10: 1971 Lamborghini Miura P400 SV Speciale

  • Verkauft für 3'207'000 britische Pfund – 3'880'000 Franken
  • Auktionshaus: Gooding & Company anlässlich der «Passion of a Lifetime»-Auktion vom 5. September 2020.
  • Hierbei handelt es sich um die letzte, in vielerlei Hinsicht beste Version des legendären Miura. Nur 150 Stück dieser Version wurden gebaut.

9: 2001 Ferrari 550 GT1 Prodrive

Bild: sotheby's
  • 4'290'000 US-Dollar – 3'902'000 Franken
  • RM Sotheby’s; «Shift/Monterey»; 15. August 2020
  • Erstaunlicherweise der einzige Ferrari in dieser Top-Ten-Liste. Hierbei handelt es sich um einen von 12 Ferrari 550, die von der britischen Rennwagenmanufaktur Prodrive, die zuvor Colin MacRaes Subaru-Rally-Team geleitet hatte, gebaut wurden. Der hier verkaufte Wagen eines Schweizer Rennteams erzielte 15 Pole Positions, 14 Siege und 29 Podiumsplätze zwischen 2001 und 2005.

8 – 6: Die Alfa Romeo BAT-Autos

  • Wurden als Triptychon versteigert für 14'840'000 Dollar – 13,467,500 Franken, ergo 4'489'000 Franken pro Auto.
  • Sotheby’s; «A Contemporary Art Evening»; 28. October 2020
  • Gross war die Aufregung, als verkündet wurde, dass Alfa Romeos legendäre drei «Berlina Aerodinamica Tecnica» – «BAT» – genannten Autos im Rahmen einer Kunst-Auktion angeboten werden würden. Neben Rothko-Gemälden und anderem gab es diese drei Designstücke von Franco Scaglione als Triptychon – nur im Dreierpack. Knapp über dem unteren Schätzwert wechselten sie den Besitzer für 14,8 Millionen Dollar. Somit ist jedes dieser Autos rund 4,5 Millionen Franken wert.

Uuuuund das wäre es schon gewesen mit den Nachkriegs-Autos! Und auch mit den italienischen Edelmanufakturen. Jap. Denn die Top Fünf sind alles Vorkriegs-Göppel und vor allem eines: Bugattis, nämlich.

5: 1931 Bugatti Type 55 Super Sport m. Figoni-Karosserie

Bild: bonhams
  • 4'600'000 Euro – 4'495'000 Franken
  • Bonhams; «Paris 2020»; 6. Februar 2020
  • Dieser Wagen fuhr die 1932er 24 Stunden von Le Mans und gewann 1933 die Paris-Nice-Rally. Obwohl anlässlich einer Restauration irgendwann mal ein Ersatzmotor verbaut wurde und das Auto zudem in den 1990ern einen Unfall erlitt, war es dem Käufer dennoch 4,5 Millionen wert.

4: 1928 Bugatti Type 35C

  • 3'935'000 Pfund – 4'760'000 Franken
  • Gooding & Co.; «Passion of a Lifetime»; 5. September 2020
  • Ein 92-jähriges Auto mit 88-jähriger Lackierung. Und mechanisch in tadellosem Zustand. Hier kann man zumindest hoffen, dass der überreiche Besitzer das Teil dann wirklich auch fährt.

3: 1932 Bugatti Type 55 Super Sport

Bild: Bonhams
  • 7'100'000 Dollar – 6'790'000 Franken
  • Bonhams; «Amelia Island 2020»; 5. März 2020
  • Das teuerste Auto des Jahres 2020 am Traditions-Event Amelia Island ... kurz bevor Covid alles auf den Kopf stellte ... or did it? Denn in dieser Top Ten fallen nur gerade zwei Verkäufe in die Vor-Covid-Zeit.

2: 1937 Bugatti Type 57S Atalante

  • 7'855'000 Pfund – 9'502'000 Franken
  • Gooding & Co.; «Passion of a Lifetime»; 5. September 2020
  • Obwohl kein Rennwagen (für Sammler gilt offenbar: Rennwagen > Strassenautos) und obwohl das Auto während seiner 83-jährigen Geschichte einmal eine Vollrestauration bekam (wiederum: originalbelassen > restauriert), ist dies der teuerste je verkaufte Bugatti Type 57. Und das in einem Rezessionsjahr. Doch es geht noch teurer ...

1: 1934 Bugatti Type 59 Sports

  • 9'535'000 Pfund – 11'534'000 Franken
  • Gooding & Co.; «Passion of a Lifetime»; 5. September 2020
  • Dies ist der teuerste Bugatti, der jemals auf einer Auktion verkauft wurde. Der Type 59 ist der letzte Bugatti-Rennwagen der Vorkriegszeit, und dieser kann den belgischen König Leopold III. als einen seiner fünf Besitzer nennen. Rostige Speicherräder und abgenutzte Reifen – in diesem Fall sind sie wertsteigernd.

Da haben wir's also: Zwar wurden fast alle obenstehenden Autos für ihren niedrigsten Schätzwert verkauft, was darauf schliessen lässt, dass selbst dieser sehr exklusive Nischenmarkt ein klein wenig eingebrochen ist. Doch die Preise sind dennoch exorbitant. 11,5 Millionen für einen rostigen Göppel mit abgenutzten Reifen? In der Sammler-Welt gelten andere Massstäbe; andere Werte gelten als begehrenswert.

Auto #unfucked

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Dagegen fast ein Klacks: Elvis-Villa in Palm Springs zu verkaufen! Wer macht mit?

1 / 33
Elvis-Villa in Palm Springs zu verkaufen! Wer macht mit?
quelle: realtor.com / realtor.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Es wird mir schlecht» – Toggi und Baroni im Polestar-Testdrive

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

18 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
PHILIBERT
29.01.2021 19:48registriert Januar 2021
Wieso sollte die Covid-Krise Sammler von ihrer Leidenschaft abhalten, wenn sie das ''nötige Kleingeld'' dafür besitzen..??.. man sieht es ja schon hierzulande - viele haben existenzängste, aber es wird bestellt 'auf Teufel komm raus'... also muss ja noch genug Geld da sein, trotz Covid-Krise...
1192
Melden
Zum Kommentar
avatar
tony85stark
30.01.2021 09:43registriert Juni 2020
Liebe Redaktion, schon Ihre Überschrift nervt....
Wiso darf man für Farbe, welche von XY anno irgendwann auf eine Leinwand „gekleckst“ wurde Millionen zahlen? Aber für eine Ingenieur-Leistung mit Leidenschaft und Herzblut nicht? Und es besteht aus mehr als nur Leine und Farbe, es wurde geschnitten, geschweisst, gebohrt, usw.
Desweiteren glaube ich nicht, dass der Kunst- und Antiquitätenhandel 2020 ausliess nur wegen Covid...
512
Melden
Zum Kommentar
avatar
kollaps
30.01.2021 03:59registriert Januar 2021
Wenn du einem Metzger Veganfood empfiehlst, einen Beethovenfan mit Rap eindeckst... oder ein Grüner über klassische Autoperlen schreibt
216
Melden
Zum Kommentar
18
«Nachhaltigkeit bringt eh nichts!» – So konterst du am besten
Wie diskutierst du mit dem Arbeitskollegen oder der Freundin, denen der Klimawandel egal ist? Wie mit Familienmitgliedern, die ihn leugnen? Was kontraproduktiv ist, was hilft und welche Bedeutung der soziale Druck dabei hat – mehr darüber im Gespräch mit der Umweltpsychologin Cathérine Hartmann.

Es ist unbestritten: Wir müssen etwas tun, um den Klimawandel aufzuhalten. Was kann ich jemandem entgegnen, der sagt: «Warum denn ich? Sollen doch die anderen auch mal etwas machen!»
Cathéerine Hartmann: Ich bin versucht zu sagen, dass das «der Klassiker» unter den Argumenten ist. Was die Person sagt, ist gut nachvollziehbar, teilweise kommt ein Ohnmachtsgefühl auf. Ich kann mir ihre Gefühlslage aber zunutze machen. Ihre Selbstwirksamkeit scheint gemindert. Es könnte helfen, wenn ich auf den Aspekt des Kollektiven umswitche. Ich kann ihr vorschlagen, sich einem Verein oder einer Bewegung wie «Fridays for Future» anzuschliessen. Manchmal hilft es auch, wenn ich sie indirekt wissen lasse, dass sie Teil einer Gruppe ist und dieser unwissend angehört.

Zur Story