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Sexismusfalle beim Google Übersetzungsdienst. bild: shutterstock / screenshot 

Der Google-Translate-Roboter ist ein Sexist – weil er von unseren Gewohnheiten lernt

Sätze, die im Türkischen genderneutral sind, erhalten nach der Übersetzung mit Google Translate eine sexistische Bedeutung. 



Türkisch ist eine genderneutrale Sprache. Die Bezeichnungen «er» und «sie» existieren nicht. Stattdessen gibt es nur das Personalpronomen «o». Auch für die Nomen gibt es kein Genus. Heisst es zu Deutsch: «Sie ist eine sympathische Person», würde das im Türkischen sinngemäss mit: «Diese Frau ist eine sympathische Person» umschrieben werden. 

So weit, so gut. Doch was passiert nun, wenn der Google-Translate-Roboter das Türkische übersetzt? Seht selbst:

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screenshot: google translate

Die Sätze werden gegendert. Das Kochen wird weiblich assoziiert, also ist es eine Köchin. Das Tüfteln wird männlich assoziiert, also muss es ein Ingenieur sein. 

Auf dieses Phänomen aufmerksam geworden ist Emre Sarbak, der in den USA lebt, türkische Wurzeln hat und in der Tech-Branche arbeitet. Auf Facebook postete er einen Screenshot seiner Ergebnisse einer Übersetzung vom Türkischen ins Englische:

Interessant ist, dass in seinem Beispiel die englische Übersetzung nicht nur gegendert wird, sondern dass es auch zu sexistischen Zuschreibungen kommt, wie beispielsweise «He is hard working» und «She is lazy».

Als ein Journalist den Eintrag entdeckt und auf den sozialen Medien weiterverbreitet, geht der Post viral. Auf Twitter wird er tausendfach geteilt.

Doch wie ist diese in die weibliche und männliche Form adaptierte Übersetzung von Google Translate zu erklären? Der Journalist schreibt auf Twitter, dass Google Translate einen Algorithmus verwendet, der sich in seinen Übersetzungen auf die Häufigkeit der gesuchten Wörter stützt. Wurde in der Vergangenheit das Wort «Ingenieur» oft in seiner männlichen Form gesucht und übersetzt, lernt der Algorithmus: Ingenieur ist männlich.

Somit lernt Google Translate also, welche Vorurteile in der Gesellschaft vorherrschen und reproduziert diese. Frauen gelten als unglücklich und faul, Männer als stark und emotional gesetzt.

Und so übersetzt Google die aktuelle Bachelor-Folge:

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Die neue Übersetzer-App von Google im Test

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jokerf4ce 01.12.2017 17:52
    Highlight Highlight Da habt ihr wiedermal ein wichtiges Thema gefunden...

    Die Agenda wird gepuscht

    "everything is raceist and everything is sexist"

    Das Problem dabei, wer mit den Begriffen Sexismus und Rassismus um sich wirft, wird richtiger Sexismus ( Islam) und richtiger Rassismus ( KKK, SJW ) verharmlost.
  • Shin Kami 01.12.2017 17:33
    Highlight Highlight Und wärs umgekehrt, würde kein Hahn danach krähen. Natürlich wird sowas wie Ingenieur mit "der" geschrieben, es heisst ja nicht die Ingenieur... Das mit dem Faul und hart arbeiten halte ich für zufall, aber man kann sich ja so praktisch darüber aufregen...
  • Joe-B 01.12.2017 09:50
    Highlight Highlight Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass es nur sexistisch ist, wenn es gemein ist? *schnief*
  • T0815 30.11.2017 22:43
    Highlight Highlight Fakt ist, dass es mehr weibliches als männliches Pflegepersonal gibt. Andersherum gibt es mehr männliche Soldaten als weibliche.

    Sind gender spezifische Berufe schlecht? Wieso ist eine Köchin abwertend? Wieso kann ich als Mann keine Hebamme werden?

    Google bashing und Sexismus in einem Bericht, wenn das nicht Klicks generiert...

  • stadtzuercher 30.11.2017 18:43
    Highlight Highlight Lustig, dass die Feministinnen, die sich ab jedem kleinen Seich sexistisch diskriminiert fühlen, noch nie gegen die Anredeformel "Sehr geehrte Damen und Herren" geschimpft haben. Man stelle sich vor, es würde "Herren und Damen" heissen, da wäre der Teufel los.
    Heuchelei&Feminismus gehen Hand in Hand.
  • Karl33 30.11.2017 18:18
    Highlight Highlight "Er ist ein Soldat."
    Mh, und welches Geschlecht wird weltweit dominant in den Dienst gezwungen?
    Männer?
    Das ist sexistisch!
    Und nicht wenn man über diese Geschlechterdiskriminierung spricht, ihr Susis.
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 30.11.2017 17:42
    Highlight Highlight Bitte dann auch jedes Mehrzahlpronon doppelt angeben - weil das weibliche „die“ alleine sexistisch ist.
    Danke. 🤦‍♂️ / 🤦‍♀️/🤦🏿‍♀️/🤦🏾‍♂️/ etc.
    • jjjj 30.11.2017 21:13
      Highlight Highlight 🌈
  • Zeit_Genosse 30.11.2017 17:00
    Highlight Highlight So ist es überliefert. Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen. Und Menschen schaffen Maschinen nach ihren Ebenbilder. Mit KI wird es dann spannend. Zuerst lernt KI den Menschen kennen und interpretiert ihn. Der Punkt, wo Maschinen (KI) sich hinterfragen, ob das Ebenbild Mensch weiterhin erstrebenswert ist und neue, andere, Schlüsse ziehen und Handlungen ausführt, wird es erst ernst. Denn dann haben die Menschen neue Götter geschaffen, die den Menschen nach neuen Ebenbild weitererschaffen oder sonst eliminieren. Oder soll ich mich jetzt hier über eine dumme Übersetzung ärgern? http://übersetzung ärgern
  • Hierundjetzt 30.11.2017 16:23
    Highlight Highlight Da ist sehr viel Wunsch und etwas wenig Realität im Artikel abgebildet:

    Wie viele Ingenieurinnen gibt es? (1-5%), wie viele Kanalreinigerinnen oder Bauarbeiterinnen? Wer kocht am meisten zu hause? Die Frau (sonst ist es ungeniessbar) andersrum: auch bei der Redaktorin wird wohl die Mama gekocht haben und nicht der Papa. Wer spricht wirklich von Heirat (die Frau) usw.

    Google Translate ist ein Abbild der *gelebten* Realität, nicht der gewünschten und das ist gut so. Sprache lebt von der Realität nicht von einem Wunsch.

    Tut mir leid.
    • Karl33 30.11.2017 18:20
      Highlight Highlight Bei Orwell gabs einen durch ein totalitäres System aufbefohlenen Schön- und Korrektsprech.
    • Haiderfroh 01.12.2017 07:33
      Highlight Highlight @Karl33
      Genau gleich, wie mit der Political Correctness und dem Genderismus.
  • Follo 30.11.2017 15:45
    Highlight Highlight Google orientiert sich an dem was bereits existiert. Somit ist Google nicht sexistisch. Was Google aber tut ist aufzeigen was momentan noch Prävalenz hat. Das einzige was dem Translator vorzuwerfen ist, wäre Aufrechterhaltung von Stereotypen.
    Was mich eher interessieren würde ist eine Lösung für das "Übersetzungsproblem". Wie übersetzt man eine genderneutrale Sprache in eine die es nicht ist?
    • Nexissss 30.11.2017 16:00
      Highlight Highlight Ganz einfach mit doppelten pronomen:
      Er/Sie ist Pilot/in
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 30.11.2017 17:37
      Highlight Highlight Der/die SprachInnen (und aussen) werden dann zwar un-sprecherInnen-bar, aber GenderInnen-WahnsInnen ist wichtiger als VerständlichkeitInnen.
  • Matrixx 30.11.2017 15:26
    Highlight Highlight Dort steht "she loves him".
    Das ist sexistisch, weil das aussagt, dass Männer nicht lieben können.

    Lasst uns dagegen einen Shitstorm machen!!!!1!!!!11!!elf
  • Haiderfroh 30.11.2017 14:55
    Highlight Highlight Einfach lächerlich.
    Es kann prinzipiell nicht korrekt übesetzt werden von einer Sprache die keinen Genus kennt, in eine Sprache, die den Genus kennt.
    Ausser die Semantik des zu übersetzenden Textes einer genusfreien Sprache lässt eine Zuordnung auf einen bestimmten Genus zu.
    Das ist aber bei diesen trivialen Beispielen hier unmöglich.
    Nicht zuletzt: der grammatische Genus hat nichts zu tun mit dem biologischen Genus. Ein fundamentaler Fehler der Genderisten, dies durcheinanderzubringen.
    • Karl33 30.11.2017 18:21
      Highlight Highlight Genderisten und Genderistinnen, please.
    • Raphael Bühlmann 30.11.2017 19:25
      Highlight Highlight *das Genus.
      Sorry, konnte nicht widerstehen ;)
    • jjjj 30.11.2017 21:14
      Highlight Highlight * Genus*in
  • Pergjo 30.11.2017 14:36
    Highlight Highlight Ich weiss nicht Frau Serafini, räumen sie einem Algorhythmus nicht ein bisschen zu viel Bedeutungsspielraum ein? Wenn halt mehr als 50% in einem männlich konnotierten Zusammenhang gesucht wird, ist die Übersetzung dann halt im männlichen Genus.
  • Toerpe Zwerg 30.11.2017 14:29
    Highlight Highlight Versucht es mal mit Trottel, einfältig, simpel, dreckig, Terrorist, Alkoholiker, Gewalttäter, Müllabführender ...
  • Kapitän Haddock 30.11.2017 13:54
    Highlight Highlight Irgendwie sucht die Gesellschaft im Moment auch überall nach Sexismus und Genderkonformalität.
    Irgendwie wird man von den Medien damit zugemüllt.
    Irgendwie beginnt man, sich mehr und mehr darüber aufzuregen, obwohl man zuvor ganz easy und entspannt zu dieser Thematik stand.
    Irgendwie nervt das.
    Als ich z.B. diese Dornröschen-Geschichte gelesen habe, wusste ich echt nicht, was ich sagen soll. Esist gut uns richtig, dass eine solche Diskussion geführt ubd auch unsere Kinder darauf sensibilisiert werden. Aber was im Moment abgeht ist bar jeglichen gesunden Menschenverstandes :O
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 30.11.2017 13:36
    Highlight Highlight Ein intelligenter Algorythmus würde sicherlich jeden Fall mit He/She übersetzten. Er ist halt sehr doof und baut halt auf der Erfahrung auf, die er sammelt und gibt nur wieder, was man ihm zu füttern gibt.
    Auf der anderen Seite, welchen Beitrag hat das gendergerechte Türkisch nun zur Emanzipation der Türkinnen beigetragen? Dank der Reislamisierung können die Türkinnen wohl bald Gendergerecht unter das Kopftuch gezwungen werden.
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 30.11.2017 13:08
    Highlight Highlight Und was soll daran sexistisch sein, wenn es offenbar einfach die Realität zeigt?
    ..und damit die real existierenden Entscheide (Präferenzen) einer Vielzahl von Frauen und Männern.
    Überraschung: es gibt Unterschiede zwischen uns!
    Und jetzt blitzt gegen die Realität...
    • who cares? 30.11.2017 20:20
      Highlight Highlight He is happy, she is unhappy?
      He is hard working, she is lazy?
    • Hansdamp_f 01.12.2017 20:48
      Highlight Highlight Und die Unterschiede sind auch gut - und genau, was u.a. den Reiz zwischen den Geschlechtern ausmacht.
  • will.e.wonka 30.11.2017 13:07
    Highlight Highlight soll google translator "es ist ein arzt"/"es ist ein krankenmensch" übersetzen?
    • Sarkasmusdetektor 30.11.2017 13:59
      Highlight Highlight Nein, aber er/sie wär ja eine Möglichkeit, in einem der englischen Beispiele ist es ja sogar so.
  • atomschlaf 30.11.2017 12:57
    Highlight Highlight Es gibt nun mal mehr Ingenieure als Ingenieurinnen. Dito bei den Soldaten. Das sind keine Vorurteile sondern Fakten.
    Allerdings müsste m.E. bei der Übersetzung aus dem Türkischen überall "he/she" stehen, wie bei "police".

    Ohnehin scheinen etliche der Beispiele eher zufällig, z.B. bei secretary, wo sonst wohl eher "she" stehen würde...
    • Haiderfroh 30.11.2017 16:39
      Highlight Highlight Ein Er oder eine Sie?
      Benutzer Bild
  • tomtom1 30.11.2017 12:51
    Highlight Highlight Also ein Skandal, der keiner ist.
  • Daniel Caduff 30.11.2017 12:39
    Highlight Highlight Ich finde im Moment Deepl dem Google-Translater deutlich überlegen.

    www.deepl.com
    • Luca Brasi 30.11.2017 13:55
      Highlight Highlight Allerdings hat deepl auch wesentlich weniger Sprachen und zumeist auch nur die all time favourites wie Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch (die Aufzählung ist nicht abschliessend) und keine aussereuropäischen Sprachen.
      Aber diejenigen, die es hat, sind dem google translator dann doch deutlich überlegen. ;)

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