Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warum Roadtrips nerven und ich sie trotzdem liebe

Die S.S. Maheno wurde vor langer Zeit auf Fraser Island angespült und bietet seither Kulisse für Touristen-Föteli wie dieses. alle bilder: gregor stäheli



Ob «Easy Rider», «Thelma & Louise» oder «Dumm & Dümmer» – Roadtrips haben mich von klein auf schon fasziniert. Solche Filme und Geschichten haben eine Sehnsucht genährt: Der Wunsch danach, als König von endlosen, einsamen Strassen durch die Weiten verschiedener Landschaften fahren zu können.

Ein Unterfangen, das in der Schweiz nur schwer möglich ist. So sehr ich unsere Landstrassen liebe – insbesondere für Töff-Touren muss ich weiter weg reisen, um die lange Fahrt ins Nirgendwo erleben zu können. Insgesamt über 15’000 Kilometer habe ich in den USA wegen dieser Faszination bereits zurückgelegt.

Ist also nur logisch, dass ich jetzt, nach meinem Austauschsemester in Perth, erneut eine Tour mache. Hierfür miete ich ein Auto, um von Sydney nach Fraser Island zu fahren.

Meine Route: 

Bild

bild: google maps

Während der Reise fällt mir einiges auf, was ich nach den letzten Trips bereits wieder vergessen hatte: Die Vorstellung dieser erwähnten Fahrer-Freiheit liegt manchmal doch einige Querstrassen von der Realität entfernt. Ich versuche die Erkenntnisse hier einmal aufzulisten:

Reisebeginn

Bild

Hier fängt der Roadtrip an: Sydney. Das Opernhaus und die Harbour Bridge während eines Sonnenuntergangs. Hach ist das nicht schön.

Vorstellung

Am Anfang war das Wort. Und das Wort war «Euphorie». Das Urlaubsziel gewählt, die Koffer gepackt, die Route mehr oder weniger abgesteckt. Was soll dem grossen Abenteuer also noch im Weg stehen? Hingehen, einsteigen, losfahren!

Realität

Falsch gedacht ... zuerst kommt der Online-Booking-Marathon: Erst muss ein Auto gefunden werden, jetzt mal davon ausgehend, dass man am besagten Ort keins besitzt. Stunden um Stunden klicke ich mich durch Vermieter- und Vergleichsseiten. Die Preise unterscheiden sich jeweils um hunderte, wenn nicht tausende Dollar. Zudem kenne ich von den meisten Anbietern Stories von Freunden, die wegen eines kleinen Kratzers um ein halbes Vermögen gebracht wurden. Darum werden auch ausnahmsweise alle AGBs dieser Scharlatane gelesen. Danach geht der ganze Spass mit den Unterkünften weiter. Da ist es immer ein Wählen zwischen komfortabel oder günstig ... bzw. zwischen «davon könnt ich mir eine halbe Playstation kaufen» und Rattenloch.

Bild

Unterwegs zum nächsten Halt in The Entrance noch die Pelikanfütterung geschaut. Also glaubs. Hab eher die Touristen gesehen, welche die Fütterung schauten.

Umgang mit Mietwagen

Bild

Die Dünen des Worimi National Park in Port Stephens bieten sich gut fürs Quadbike-Fahren an. Mal etwas anderes als Freeway.

Vorstellung

Der neue Wagen rollt frisch gewaschen und poliert beim Vermieter aus der Ausfahrt. Es ist einer dieser Hollywood-Momente. Die Sonne spiegelt sich im richtigen Winkel auf der Haube, die Zeit steht kurz still und irgendwo summt eine Gruppe Engel irgendwas von Hans Zimmer: «Dich werde ich hegen und pflegen bis sich unsere Wege trennen müssen, meine Liebste.»

Realität

Die Liebe vergeht schnell. Du kennst das vielleicht vom neuen Handy. Am Anfang bleibt sogar die Schutzfolie der Verpackung drauf, damit dem edlen Gerät nichts passiert. Es wird überall hin auf dem Samtkissen getragen. Und dann nach ein paar Wochen wirfst du es aus der Hüfte lässig aufs Bett ... aus der Küche ... um die Ecke. Gleich passiert es auch im Auto, speziell während des Roadtrips, wenn jeden Tag gefahren wird. Die Rückbank wird zum Kleiderschrank, der Boden darunter zum Abfallkorb und die Fussmatte in der Fahrerkabine verschwindet unter einem Sandkasten.

Bild

Newcastle gibt nicht viel her, find ich. Das Fort Scratchley ist recht spannend und der Rathausturm, dessen Uhr aus irgendeinem Grund rot ist. Gruselig.

Freiheit im Auto

Vorstellung

Alleine auf stundenlangen Fahrten kann ich endlich machen, wonach mir ist. Ich kann Podcasts hören, fragwürdige Selbstgespräche führen und lauthals zu Shakira mitsingen, ohne dass mich irgendwer stört.

Realität

Exakt so!

Bild

Unterwegs nach Coffs Harbour lohnt sich der Abstecher in den Regenwald des Dorrigo National Park mit dieser Aussicht.

Bild

Coffs Harbour – Die Muttonbird Insel ist via Steg erreichbar und bietet eine schöne Aussicht auf das unaufgeregte Städtchen. Noch ein Sonnenuntergang. Doppelschön.

Gesellschaft im Auto

Vorstellung

Endlich Ruhe von Menschen. Endlich Zeit für mich! Die Flucht vor der Zivilisation auf die Landstrasse wird mir die Möglichkeit geben, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich kann reflektieren und über die Welt nachdenken. Darum auch lieber Einzelzimmer als Hostel-Massenschlag.

Realität

So ist es auch ... für die ersten paar Tage. Doch dann fängt die Einsamkeit an zu wirken. Ich habe mich selbst mittlerweile mehr reflektiert, als es mir lieb ist. Deshalb geh' ich in Coffs Harbour gerne wieder ins Hostel. Zufällig treffe ich da drei Engländer: Josh, Max und noch ein Josh.

Bild

Josh und ich in Surfers Paradise. Wir posieren zwar mit Anfängerboards, aber nur, weil wir nicht angeben wollen.

Auch sie haben sich erst in Sydney kennengelernt und sind mit dem Greyhound-Bus unterwegs. Da sie nicht danach aussehen, als könnten sie am nächsten Morgen um 5 Uhr für diesen aufstehen, biete ich an, sie mitzunehmen. Schliesslich wollen sie ebenfalls am nächsten Tag nach Byron Bay. Aus einem Tag bzw. einer Destination werden zwei, drei und so weiter. Max und Josh kommen bis nach Brisbane. Mit dem zweiten Josh reise ich noch einige Tage weiter.

Bild

Aus Byron Bay habe ich leider kein gutes Foto. Dass ich keine Zeit zum Fötelen hatte, spricht aber für den Ort. Gefunden habe ich allerdings die wohl australischste Vermisstenmeldung überhaupt.

Freiheit auf der Strasse

Vorstellung

Als Regent der Strassen kann ich, wie damals auf der Route 66, ganz alleine über den Asphalt brettern, die Natur geniessen und in Frieden entspannen. Nichts wird meiner Freiheit im Weg stehen.

Realität

Während die Westküste Australiens wohl mit diesem «On the Road Again»-Freiheitsgefühl der US-amerikanischen Landstrassen mithalten kann, ist die Ostküste ein reiner Hürdenlauf. Die Baustellen-Dichte ist vermutlich noch höher als zuhause in der Schweiz. Radarfallen und Polizisten verstecken sich selbst auf abgelegenen Strassen hinter jedem dritten Bäumchen. Und unzählige Australier fahren, als hätten sie Eukalyptus auf den Augen. Trotz leeren Spuren dicht auffahren und eine Handbreite vor der Nase wieder ohne zu blinken reindreschen. Nur um dann wieder 20 km/h unter das Limit runter zu bremsen. Schnell wird aus der erhofften Entspannungs-Fahrt ein nervenaufreibender Mad-Max-Showdown.

Nach zwei Wochen praktisch ununterbrochener Fahrt ist die Luft langsam raus, die Schulter verspannt und die Augen von den abertausenden Metern Asphalt sattgesehen. Noch anderthalb Wochen in Cairns und dann geht es schon wieder zurück in die Schweiz. Dort freue ich mich wieder auf Tagesausflüge und Interrail. Trotzdem möchte ich diese Touren nicht missen.

Bild

Im Koala Hospital in Port Macquarie werden verletzte Tiere wieder gesundgepflegt. Um 15 Uhr findet jeweils eine interessante Tour statt.

Bild

In kleinen Propellerflugzeugen kann die Insel von oben betrachtet werden. Ebenfalls sieht man das Meeresleben. Hier ein Wal mit Kalb.

Spätestens nächstes Jahr werde ich diese Pros und Contras wieder vergessen haben und die nächste Fahrt planen.

Du fährst übers Wochenende kurz weg? Na dann «Stau zäme»

abspielen

Video: watson/Lya Saxer

Roadtrip statt Chemo – Die Reise der verstorbenen «Driving Miss Norma»

gregor stäheli australien mint perth gregorstaeheli staeheli

Seine Lehrer sagten früher: «Wenn du ständig überall deinen Senf dazugeben musst, wird nie etwas aus dir.» Diese Herausforderung nahm er dankend an. Heute ist Gregor Stäheli als Slam Poet vor allem auf Bühnen anzutreffen. Ein Austauschsemester in Perth zwingt ihn, diese für ein halbes Jahr zurückzulassen. Da er es dennoch nicht bleiben lassen kann, sich ständig mitteilen zu müssen, nutzt er diese Reise, um für mint zu schreiben. Seien dies Erlebnisse, Begegnungen mit Schweizern, Gespräche mit Freunden oder grundsätzliche Themen, die ihm unterwegs in den Sinn kommen. Das ist KEIN Reiseblog. Deshalb solltest du ihn nicht zu ernst nehmen – das tut er nämlich selbst schon nicht.

Stalke Gregor auf Facebook oder auf seiner Homepage.

Mehr von Gregor Stäheli liest du hier:

Diese 6 Typen triffst du garantiert in jedem Hostel (und ich bin einer davon)

Link zum Artikel

Eine Woche im Leben eines Studenten – während der Prüfungsphase. Ahhh

Link zum Artikel

WG-Typen from Hell – bis auf den Einen, aber den gibt's vermutlich eh nicht

Link zum Artikel

Eine Nacht mit Fremden – darum liebe ich es, alleine zu reisen

Link zum Artikel

Es hat auch seine Vorteile, der einzige Schweizer auf dem Campus zu sein

Link zum Artikel

11 Schweizer Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie vermissen werde

Link zum Artikel

Herzliche Grüsse aus der Zukunft! Die Zeitverschiebung und ihre Tücken ...

Link zum Artikel

Ich und mein betrunkenes Ich – eine Hassliebe

Link zum Artikel

Auf Umwegen zum Traumberuf – wie wird man eigentlich Reiseleiter?

Link zum Artikel

Ein Trip mit Luxuskindern: Vom Campieren und Resignieren

Link zum Artikel

Wie würde die Welt ohne Internet aussehen? Eine Horrorvision in 10 Teilen

Link zum Artikel

Willkommen im Jammertal: Gedanken eines chronischen Singles

Link zum Artikel

«Ich gehe nach Australien!» – mit diesem Satz erntet in der Schweiz niemand mehr Beifall

Link zum Artikel

Warum wir alle ein bisschen mehr wie Dennis sein sollten

Link zum Artikel

Über den Wolken... Muss die Blödheit der Menschen wohl grenzenlos sein

Link zum Artikel

Ich habe Zürich und Singapur verglichen – rate mal, wer gewinnt ...

Link zum Artikel

Aus den Memoiren eines dummen Jungen

Link zum Artikel

Party mit 19-Jährigen? Ich bin zu alt für diesen Scheiss

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Mehr mint gibt's hier:

Orakel-Katze Hader weiss, wie dein neues Jahr aussehen wird

Link zum Artikel

Ich hab mir eure Kommentare zum Netflix-Film «Bandersnatch» zu Herzen genommen

Link zum Artikel

So einfach und CO2-neutral kannst du diese 13 europäischen Städte per Zug erreichen

Link zum Artikel

Das sind die besten Drohnenbilder des Jahres 2018

Link zum Artikel

Millionenklage! «Black Mirror»-Film könnte für Netflix ganz schön teuer werden

Link zum Artikel

Wie cool waren denn bitte die knalligen Skioutfits der 80er-Jahre?!

Link zum Artikel

Wenn du nicht mindestens 5 Fragen richtig hast, darfst du deine Drohne nicht starten

Link zum Artikel

Der interaktive «Black Mirror»-Film «Bandersnatch» ist Quatsch. Very bad job, Netflix!

Link zum Artikel

Freispruch: Das Kondom heimlich abzustreifen ist keine Schändung

Link zum Artikel

Diese 10 Comics verstehst du nur, wenn du nie rechtzeitig aus dem Bett kommst

Link zum Artikel

5 bekannte Fernsehserien, die man auch spielen kann 

Link zum Artikel

Super Sex und 17 andere Dinge, die ich mir fürs neue Jahr wünsche

Link zum Artikel

9 Filme und Serien, die du neu in der Schweiz streamen kannst

Link zum Artikel

Auf diese 18 Serienhits darfst du dich 2019 freuen – auf einige zum letzten Mal

Link zum Artikel

Voll der süsse... Mörder?! – 11 Gedanken zu Netflix' «You – Du wirst mich lieben»

Link zum Artikel

15 Filme, die niemand braucht – und 2019 trotzdem ins Kino kommen

Link zum Artikel

Dieser neue «Game of Thrones»-Teaser verrät den Starttermin zu Staffel 8

Link zum Artikel

Erste vegane Waldspielgruppe: «Ums Vegane an sich geht es mir gar nicht»

Link zum Artikel

Diese 9 alten Knochen waren die ersten Handys der watsons – und welches hattest du?

Link zum Artikel

Wenn der Stiefvater zur «Massage» bittet: Hollywoodstar Sally Field über ihr Leben

Link zum Artikel

Bringt die «Conversation Pit» zurück! (oder: Warum quadratische Sofavertiefungen fehlen)

Link zum Artikel

16 Bilder, die zeigen, wie lustig die #10YearsChallenge eigentlich sein könnte

Link zum Artikel

Niemand hat Zeit, den «Slutty Therapist» zu spielen

Link zum Artikel

«Die höchste Form von Gangster ist der Revolutionär»

Link zum Artikel

7 leichte Rezepte, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen

Link zum Artikel

4 filmreife Storys, die sich NICHT Hollywood ausgedacht hat

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Künstler verwandelt Figuren aus Horrorfilmen in süsse Tiercomics – erkennst du alle?

Link zum Artikel

Seltsamer Sinn für Humor? Dann werden dir diese 9 Comics gefallen!

Link zum Artikel

«Bestatter»-Fabio über sehr morbide Details, den grossen Mike und süsse Aargauer

Link zum Artikel

Wie dich «The Crown» dazu bringen wird, Margaret Thatcher zu lieben

Link zum Artikel

Züri Pest oder Gülä? Erkennst du die 12 verhunzten Musiker der User an einer Zeichnung?

Link zum Artikel

Diese 6 Paare haben (wahrscheinlich) keinen guten Sex

Link zum Artikel

Die neue «Game of Thrones»-Serie nimmt Formen an – diese 10 Stars sind dabei

Link zum Artikel

«Die Hip-Hop-Szene ist ein fruchtbarer Boden für Verschwörungstheorien»

Link zum Artikel

Neuer «Game of Thrones»-Clip veröffentlicht (könnte Spuren von SPOILER enthalten)

Link zum Artikel

5 Spiele, die auch Leute mit Wurstfingern spielen können

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Erkennst du das Skigebiet nur anhand des Pistenplans? (Teil 2, schwieriger)

Nach dem ersten fröhlichen Pistenplan-Rate-Quiz behaupteten einige User, dass das zu einfach war. Nun gut. Dann erhöhen wir die Schwierigkeit doch moderat. PS: Wer das letzte Skigebiet nicht kennt, weiss Skifahren nicht zu schätzen.

Bevor es losgeht, ein kleiner Tipp für Mobil-User: Wer das Quiz auf dem Browser spielt, kann bei den Bildern zoomen. In der App leider nicht möglich.

Artikel lesen
Link zum Artikel