DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
bild: epa/Keystone /  shutterstock / bearbeitung: watson
Interview

Stadtzürcher zum ersten Mal an der Street Parade: «Es hatte sogar Leute aus Bülach»

11.08.2018, 10:0920.12.2018, 15:55
Falschmeldung
Satire - (fast) kein Wort ist wahr!

Ein Mal im Jahr klebt Vreni aus Bonstetten (48, Hausfrau und Mutter) sorgfältig zwei Smileys über ihre Nippel, wickelt sich in ein enganliegendes, durchsichtiges Netzkleid und staubt ihre Buffalos ab. Sie zupft ihre freche, violett-rote Kurzhaarfrisur zurecht und sagt mit einem Lächeln auf den Lippen zu ihrem Ehemann Heinz:

«Es wird spöter! D Räschte sind im Chüehlschrank!»

Mehr 2018? Hier entlang:

Es ist Street Parade. Für Vreni DAS Ereignis des Jahres. Für eine andere Gattung Mensch ... der Super-GAU:

Der Stadtzürcher hasst die Street Parade.

Nein, er hasst sie nicht, das würde ja bedeuten, dass er Gefühle für sie hegt. SIE IST IHM EGAL. Sagt er. Und verzieht sich jedes Jahr aufs Land zu seinen Eltern. Nur nicht dieses Jahr. Dieses Jahr ist alles anders …

Hallo, danke, dass Sie sich für ein Interview zur Verfügung stellen. Ich weiss, das ist nicht einfach für Sie.
Du kannst Du sagen. Eigentlich heisse ich Stefan, aber seit ich meine Yoga-Weiterbildung abgeschlossen habe, nenne ich mich Shyam.

Okay, Shyam. Wieso bist du dieses Jahr an der Street Parade und nicht so wie immer bei deinen Eltern auf dem Land?
Meine Eltern haben mir letzte Woche eröffnet, dass sie mein Philosophie-Studium nicht noch weitere zwölf Jahre unterstützen wollen – und ich jetzt mein eigenes Geld verdienen muss. Auf RonOrp habe ich ein Jobangebot gesehen, das mir zugesagt hat: «Magst du Menschen nicht? Dann haben wir den perfekten Job für dich!» Da hab ich mich sofort gemeldet.

Und was genau ist jetzt dein Job hier?
Ich verteile Kondome.

Du bist jetzt ja das erste Mal an der Street Parade. Hast du schon etwas Krasses erlebt?
Ja. Vorhin war ich an der Bar und wollte etwas zu trinken kaufen – mega günstig übrigens, ein kleiner Becher Bier für nur zehn Franken, say whaaat. Auf alle Fälle hat die Bedienung an meinem Dialekt sofort erkannt, dass ich Stadtzürcher sein muss und gemeint, sie auch! Ich habe gefragt, ob sie auch im Kreis drei wohnt und sie sagte, ... sie sagte, sie wäre ... aus Oerlikon.

Das tut mir Leid.
Schon ok. Ich hätte schon vorher merken sollen, dass sie nicht aus der City sein kann.

Warum?
Sie hat Danke und Bitte gesagt.

«Ich glaube, einer war sogar aus Bülach. Crazy, wie weit die Leute für so etwas fahren.»
Stadtzürcher, verwundert

War wenigstens das Bier gut?
Nein, statt meinem IPA aus der Mikrobrauerei bekam ich bloss einen Becher mit irgendeiner Pfütze.

Konntest du wenigstens ein bisschen Drogen konsumieren?
Nein. Mein Dealer war so ausgelastet, dass ich gezwungen war, heimlich die Bierbecher, in die die anderen Gäste uriniert hatten, zu trinken. So konnte ich wenigstens ein bisschen Drogen in meinen Körper schütten.

Wäh!
Ehrlich gesagt, habe ich beim ersten Schluck gedacht, es sei dieses Bier aus der Flasche mit dem Schlösschen. Dann war ich aber positiv überrascht und habe realisiert, dass es doch Pisse war. 

Glaubst du, du wirst noch einmal die Street Parade besuchen
*Shyam schaut aufs iPhone X mit gecracktem Screen und weint*

Shyam?
Sorry, aber mein Kumpel hat mir grad auf Instagram geschrieben, dass er mir nicht mehr followen kann.

Wieso das denn?
Er hat mich grad auf TeleZüri gesehen.

Weil früher alles besser war: Street Parade in den 90er Jahren

Video: srf

Kind, wie bist du gross geworden! 27 Jahre Street Parade in 43 Bildern

1 / 46
Kind, wie bist du gross geworden! 26 Jahre Street Parade in 45 Bildern
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

28 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hanspeter Olaf
11.08.2018 10:48registriert Dezember 2016
Ein echter Stadtzürcher hat keine Eltern auf dem Land. Und wir trinken nicht nur IPA‘s, ein guter Chateau Migraine tuts auch.
21220
Melden
Zum Kommentar
avatar
MetalUpYour
11.08.2018 10:34registriert August 2016
Ha ha... seit 18 Jahren in Züri und während der Streetparade immer zu den Eltern aufs Land geflüchtet (mit Ausnahme von einem Lethargy-Besuch vor gefühlt eben diesen 18 Jahren).

Warte sehnlichst auf die watson-brütal-Metal-Inferno-Parade!
14117
Melden
Zum Kommentar
avatar
Daenerys Targaryen
11.08.2018 10:21registriert Mai 2016
So gut! 😂😂😂😂
12512
Melden
Zum Kommentar
28
Ich war mit June an meiner ersten Sexparty – oh mann, oh mann ... 🤭
Darkrooms, Dessous und Dicks – so viele neue Eindrücke und so viele sexy Menschen auf einem Haufen. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus ...

Tut mir leid, ich werde direkt ein wenig explizit, aber: Der Darkroom riecht wie eine riesige Pussy – und nach Sperma. Gar nicht mal so schlecht, irgendwie. Die Luft ist stickig, die Bässe hämmern dumpf und irgendwo in der Ecke sehe ich die Umrisse einiger Körper, die sich aneinanderschmiegen. Weiter vorne, wo es heller ist, lehnen ein paar Männer an der Wand und masturbieren, als sei es das Normalste der Welt. Ich bin fasziniert, ein wenig schockiert, aber zugleich angetan. Alle scheinen so gelassen drauf zu sein, dass es mir auch erstaunlich wohl ist in dieser für mich so neuen Umgebung.

Zur Story