Leben
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In den USA schmeissen Eltern für ihre Töchter Periodenpartys – eine Idee mit Tücken

Gunda Windmüller / watson.de



Tanz Party Symbolbild

Bild: Shutterstock

Für die meisten Mädchen findet der Tag irgendwann zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr statt. Der Tag der ersten Regelblutung. Man kann dieses Ereignis alltäglich finden, es übergehen, sich freuen, schämen oder aber, und das passiert zunehmend in den USA, eine dicke Party schmeissen.

Immer mehr Eltern organisieren für ihre Töchter dort sogenannte «period partys» zur Menarche (das ist die erste Regelblutung). Dabei wird manchmal einfach mit einem gemeinsamen Essen, einem Mutter-Tochter-Shopping-Trip, oder sogar einer veritablen Sause mit rotem Kuchen und Freundinnen gefeiert.

Die Eltern wollen ihren Töchtern damit helfen, das Stigma, das nach wie vor mit der Menstruation verbunden ist, zu lockern. Scham, Unsicherheit, Schmerzen. Wer schon einmal menstruiert hat, kennt diese Gefühle. Manches davon kriegt man schnell in den Griff, manches im Lauf der Jahre, manches vielleicht nie. Liebevolle Unterstützung zu Beginn dieses Lebensabschnitts kann also nur eine gute Sache sein, sollte man meinen.

Brauchen wir hier vielleicht auch Periodenpartys?

Watson sprach mit Agi Malach. Sie ist Sexualpädagogin, kennt sich aus mit Fragen nach Selbstbestimmung und sexueller Scham. Für sie steht an oberster Stelle die Frage, was die Menstruierende selbst sich wünscht. Denn nicht wenige Frauen rollen bei der Vorstellung, gemeinsam mit den Eltern die Tage zu feiern, wohl mit den Augen. Das Schäm- und Fremdschäm-Potential einer solchen Veranstaltung können sich wohl die meisten mit Erinnerung an die eigene Pubertät lebhaft vorstellen. Dabei ist «Scham» auch schon das Stichwort. Denn laut Agi Malach ist das oberste Gebot in dem Zusammenhang schamsensibel zu handeln. Und eben nicht schamlos.

Für Eltern gilt es, die Privatsphäre und Intimität ihrer Töchter zu respektieren – auch ein körperlicher Vorgang wie die erste Blutung gehört dazu. Scham ist nämlich wichtig. Ein Gefühl, über das wir auch unsere eigenen Grenzen kennenlernen und das nicht durch elterliches «gut gemeint»-Haben weggefeiert werden kann. Die Pubertät ist auch ein Loslösungsprozess von den Eltern. Dazu kann gehören, dass gewisse Aspekte unseres Lebens ganz deutlich von den Eltern abgegrenzt werden. So «natürlich» sie auch sind. Sie sind in erster Linie eben unser Eigen.

«Viel wichtiger ist es, dass Eltern für ihre Töchter in der Phase zur Verfügung stehen. Dass sie begleitende Ansprechpartner*innen sind, und zum Beispiel im Bad verschiedene Menstruationsprodukte aufstellen,» sagt Agi Malach zu watson.

Wenn sich die Menstruierende allerdings von sich aus auch eine Feier wünscht, könne eine Periodenparty ein toller Aufhänger sein, um diesen Übergang zu begehen. Denn, stimmt ja, es gibt auch nichts zu schämen.

Die 11-jährige Buchautorin Leandra startet durch

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • maude 31.01.2019 19:58
    Highlight Highlight es wird irgendwie dargestellt, als sei es etwas neues. ist es nicht. der übergang vom mädchen zur frau und jahaaa! auch vom jungen zum mann wurde früher und wird in gewissen kreisen noch rituell begangen. initiationsriten. sei es dass sohnemann alleine in die wildnis muss um sich zu beweisen,sich bei minusgraden in nem iglu einsperren lässt uswusf. bei mädchen ist es der moment in dem ihr körper zur frau geworden ist. ich find initiationsriten kommen in unserer gesellschaft viel zu kurz, ich find sie wichtig. muss ja nicht eine party sein aber ein 'rahmen',eine geste.
  • P. Meier 31.01.2019 13:39
    Highlight Highlight Ob man nun dieses Ereignis feiern soll, überlasse ich gerne dem betroffenen Teil der Bevölkerung. Sehr speziell finde ich es jedoch, dass diese Feiern in den USA zelebriert werden. Genau in dem Land, in dem eine unverdeckte, weibliche Brustwarze zu einem Skandal und massivsten psychologischern Schäden bei der Jugend führen soll.
  • DemonCore 31.01.2019 10:42
    Highlight Highlight Es gibt noch andere Kulturen, wo die erste Periode eine grosse Sache ist, z.B. in der Levante.
  • banane1 31.01.2019 10:13
    Highlight Highlight Ein Artikel über Periodparties und in den Kommentären meckern Männer und fühlen sich diskriminiert? Ja sorry gäll wenn ich aus meiner Scheide blute als hätt ich mich selbst erstochen und vor Schmerzen fast kotze. Eigentlich hätte ich jeden Monat eine verdammte Party mit Kuchen verdient denn wehe ich lass mir auch nur ein bisschen anmerken dass meine Vagina aussieht wie ein Schlachtfeld und meine Eierstöcke sich anfühlen als würde man mich von innen aufschlitzen. Eieiei gebt mir meinen verdammten monatlichen Kuchen!!!
    • DemonCore 31.01.2019 10:41
      Highlight Highlight Angry humor best humor :) Aber ich glaube die Diskrimierungsklage war nicht ganz ernst gemeint.
    • jimknopf 31.01.2019 12:22
      Highlight Highlight @banane
      Na, gerade roten Besuch?
  • Nurmalso 31.01.2019 09:01
    Highlight Highlight Und wenn ich ein Blutritual abhalte mekern wieder alle rum...

    Man(n) hat es nicht einfach.
  • So en Ueli 31.01.2019 08:39
    Highlight Highlight [Ironie]
    Nice, wenn ich einen Sohn hätte, dann würde ich für den auch eine Party schmeissen, ab dem Zeitpunkt, wenn er in seinem Lümmel nicht nur noch das Ding zum Entleeren seiner Blase ansieht. Super Idee nicht?
    [/Ironie]
  • Shikoba 31.01.2019 07:25
    Highlight Highlight Die Menstruation ist meiner Meinung nach nichts zum Schämen, aber auch nichts zum Feiern oO Wir machen ja auch keine Party, wenn Männer in den Stimmbruch kommen oder was weiss ich xD
  • Lucculus 31.01.2019 06:42
    Highlight Highlight Die totale Sozialkontrolle!
  • milkdefeater 31.01.2019 02:48
    Highlight Highlight Warum genau ist die Alternative zu Scham und Tabu immer der hemmungslose, zwanghaft demonstrative und zelebratorische Weg anstatt ein vernünftiger, offener und natürlicher?
    • Nurmalso 31.01.2019 09:22
      Highlight Highlight Menschen können nicht Vernünftig weil vernünftig wäre ja langweilig.
  • Cédric Wermutstropfen 31.01.2019 00:04
    Highlight Highlight Ich kenne persönlich keine Frau für die ihre Tage ein Tabuthema wären. Dieser oft gehörte Spruch kommt wohl oft von älteren Semestern bei denen das vielleicht noch so war oder aus den USA, wo die Gesellschaft i.d.R. prüder ist. Hier viel Aufhebens deswegen zu machen finde ich daher unnötig.
  • Kong 30.01.2019 23:51
    Highlight Highlight irgendwie fühle ich mich diskriminiert als Mann 😂😂😂...
    • DonChaote 31.01.2019 00:29
      Highlight Highlight @kong
      Wir könnten ja den ersten feuchten traum der jungs feiern 🥳 🎉
    • Der Bojenmensch 31.01.2019 08:39
      Highlight Highlight @Kong

      Ich fordere "Morgenlattenbrunches" :-D...
    • Scrj1945 31.01.2019 10:03
      Highlight Highlight Stimmbruchpartys
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hauswurz 30.01.2019 23:37
    Highlight Highlight Meine 68er-Mutter schmiss für mich spontan eine kleine Party: sie, zwei oder drei Ihrer zufällig anwesenden Freundinnen und die Tante liessen im Garten einen Korken knallen und redeten von "Frauenpower" und Fruchtbarkeit. Frische Erdbeeren mit Schlagrahm wurden serviert. Ich glaube, die Männer und Buben haben sie vorher verscheucht.
    Meine Cousine und ich sassen da und fanden das Ganze noch viel peinlicher als alles zusammen, was Eltern tun, wenn man vierzehn ist. Ich hatte Bauchweh, bekam Ratschläge und fand alles sehr blöd.
    Dreissig Jahre später denke ich, es hätte schlimmer sein können.
  • Rammaar 30.01.2019 22:58
    Highlight Highlight Alter.... 🤦‍♂️ Tchuligom..
  • stookie 30.01.2019 22:15
    Highlight Highlight Und der moment wo der jüngste spross den Loofa für was anderes als zum waschen entdeckt? Da gibts keine Party?
    Kann spuren von Sarkasmus enthalten....
  • Scaros_2 30.01.2019 21:19
    Highlight Highlight Genug Internet für Heute.
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  • Mutbürgerin 30.01.2019 20:52
    Highlight Highlight Im Zeitalter von Gleichberechtigung werde ich also auch bald von Ejakulationsparties nach dem ersten feuchten Traum von pubertierenden Jungs hören?
  • Max Müsterlein 30.01.2019 20:48
    Highlight Highlight und die Buben erhalten ihre Party nach dem ersten feuchten Traum.

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