Schweiz
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Liste von Sozialhilfeempfängern landet in den falschen Händen – Gemeinde entschuldigt sich

Eine Sozialhilfeempfängerin in Boswil AG wollte von der Gemeinde mehr Informationen zu ihrem Fall – und bekam eine Liste mit 21 Namen von Sozialhilfebezügern zugesandt. Wie kam es zu dieser Panne?



Bild

Es ist nicht das erste Mal, dass es im Aargau zu so einer Daten-Panne kommt. Bild: az

Die Identität von Sozialhilfeempfängern ist streng vertraulich – nur autorisierte Mitarbeiter haben in den Gemeinden Zugriff auf diese Daten

Wie der «Blick» berichtete, gelangte in der Freiämter Gemeinde Boswil nun trotzdem eine aktuelle Liste mit Sozialhilfeempfängern öffentlich in Umlauf. Darauf stehen 27 Einwohner namentlich und mit Alter – 21 davon beziehen Sozialhilfe.

Eine Sozialhilfeempfängerin hatte die Liste versehentlich zugeschickt bekommen, nachdem sie von der Gemeinde Informationen zu ihrem Fall verlangte.

«Mir ging sofort durch den Kopf, wer die Liste wohl sonst noch erhalten hat», sagte sie gegenüber dem «Blick». So etwas dürfe nicht passieren. Die Betroffene glaubt, dass die Personen vom Amt überfordert seien.

Beatrice Villiger, die Leiterin der Abteilung Soziale Dienste in Boswil, nimmt Stellung: «Uns ist bewusst, dass uns hier ein einmaliger Fehler unterlaufen ist, der so keinesfalls hätte passieren dürfen», schreibt sie gegenüber «Blick» und entschuldigt sich im Namen der ganzen Abteilung. 

Es ist unklar, ob weitere Personen auf der Liste über den Datenumlauf informiert wurden. Doch die Leiterin erklärte, es seien bereits erforderliche Massnahmen eingeleitet worden, um einen solchen Fehler zukünftig zu verhindern. Das Amt würde grossen Wert auf Datenschutz und Schweigepflicht legen.

Die Daten-Panne in Boswil ist kein Einzelfall. Bereits im Dezember 2017 wurden auf der Gemeindewebsite von Effingen versehentlich Namen veröffentlicht, die Sozialhilfe beziehen. Ein aufmerksamer Bürger hatte das Versehen entdeckt und dem kantonalen Gemeindeinspektorat gemeldet.

Wieder hat der Bund mehr eingenommen als geplant

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 25.02.2018 13:54
    Highlight Highlight Recht speziell, solche amtlichen Nachlässigkeiten, welche der BLICK da zurecht kritisiert 🤔.

    Allerdings hat der Chefredaktor dieses Blattes gleichentags eine Lanze für die Sozialämter mancher geplagter Gemeinden in Form eines Kommentars gebrochen und grosses Verständnis für deren teils desolate finanzielle Situation gezeigt :

    https://www.blick.ch/news/schweiz/blickpunkt/blickpunkt-ueber-die-kosten-des-sozialstaats-klare-regeln-fuer-sozialhilfe-id8029762.html
  • A7-903 24.02.2018 15:22
    Highlight Highlight Also wenn schon den medien zuspielen, dann mit namen und details geschwärzt (ausser eigenen falls so gewollt),und dann auch gleich die behörde informieren.

    Ungeschwärzt macht die liste hier überhaupt keinen sinn. Und für die meduen ist dann ja auch egal ob mit oder ohne details, die story haben sie ja dann so oder so.
  • mountaineer 24.02.2018 12:22
    Highlight Highlight Natürlich sollte sowas nicht vorkommen, aber ich habe auch schon aufgrund von Irrtümern vertrauliche Informationen per Mail (oder früher auch per Fax) erhalten.
    Anständigerweise informiert man den Absender über den Irrtum und vernichtet oder löscht die Informationen und rennt nicht damit zu den Medien und schon gar nicht zum Blick.
    • zialo 24.02.2018 19:27
      Highlight Highlight Die Person kann selbst entscheiden und braucht niemanden, der sie belehrt.
  • Typu 24.02.2018 11:36
    Highlight Highlight Statt die Liste zu vernichten gibt sie sie dem Blick. Hat wahrscheinlich Kohle dafür erhalten. Moll doch, klasse dieses Verhalten.
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 24.02.2018 10:52
    Highlight Highlight Die armen Menschen die in der sozialfalle landeten, sind jetzt beim Blick bekannt und werden abgestempelt. Das nur weil eine Blickleserin ( für mich alle sozialempfänger ;) ja ist böser schwarze Humor) bisschen auf sich aufmerksam machen will.
  • dorfne 24.02.2018 09:02
    Highlight Highlight Warum geht die Frau mit dieser Liste an die Oeffentlichkeit? Damit stellt sie doch die andern Klienten des Soz.-Dienstes bloss. Ich hätte die Liste zurückgegeben, ohne sie jemandem gezeigt, oder darüber gesprochen zu haben. Fehler passieren. Ich finde das Verhalten der Frau unsympathisch. Hat sie einen Groll gegen die Sozialbehörde? Jeder kann unverschuldet in Sozialhilfe geraten. Ich kenne das Schicksal der Frau nicht. Aber ich bezweifle, dass die Frau Anspruch darauf hat, ihre Helfer als "überfordert" zu bezeichnen.
  • zombie woof 24.02.2018 08:32
    Highlight Highlight Gut gemacht, beim Blick sind die Daten in sicheren Händen.....
  • Tapatio 24.02.2018 07:45
    Highlight Highlight Die Liste ging an eine die selbst drauf ist und der guten Dame kommt nichts besseres in den Sinn als Blick darüber zu informieren. Der klappert nun alle Namen ab und die stehen zum Teil nun für ein Foto hin und regen sich auf, dass man sie jetzt kennt..was aber ja gar nicht der Fall wäre wenn sie nicht selbst hingestanden wären. Also meib Mitleid hält sich in Grenzen..

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