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Liste von Sozialhilfeempfängern landet in den falschen Händen – Gemeinde entschuldigt sich

Eine Sozialhilfeempfängerin in Boswil AG wollte von der Gemeinde mehr Informationen zu ihrem Fall – und bekam eine Liste mit 21 Namen von Sozialhilfebezügern zugesandt. Wie kam es zu dieser Panne?
24.02.2018, 06:41
Es ist nicht das erste Mal, dass es im Aargau zu so einer Daten-Panne kommt.
Es ist nicht das erste Mal, dass es im Aargau zu so einer Daten-Panne kommt.Bild: az

Die Identität von Sozialhilfeempfängern ist streng vertraulich – nur autorisierte Mitarbeiter haben in den Gemeinden Zugriff auf diese Daten

Wie der «Blick» berichtete, gelangte in der Freiämter Gemeinde Boswil nun trotzdem eine aktuelle Liste mit Sozialhilfeempfängern öffentlich in Umlauf. Darauf stehen 27 Einwohner namentlich und mit Alter – 21 davon beziehen Sozialhilfe.

Eine Sozialhilfeempfängerin hatte die Liste versehentlich zugeschickt bekommen, nachdem sie von der Gemeinde Informationen zu ihrem Fall verlangte.

«Mir ging sofort durch den Kopf, wer die Liste wohl sonst noch erhalten hat», sagte sie gegenüber dem «Blick». So etwas dürfe nicht passieren. Die Betroffene glaubt, dass die Personen vom Amt überfordert seien.

Beatrice Villiger, die Leiterin der Abteilung Soziale Dienste in Boswil, nimmt Stellung: «Uns ist bewusst, dass uns hier ein einmaliger Fehler unterlaufen ist, der so keinesfalls hätte passieren dürfen», schreibt sie gegenüber «Blick» und entschuldigt sich im Namen der ganzen Abteilung. 

Es ist unklar, ob weitere Personen auf der Liste über den Datenumlauf informiert wurden. Doch die Leiterin erklärte, es seien bereits erforderliche Massnahmen eingeleitet worden, um einen solchen Fehler zukünftig zu verhindern. Das Amt würde grossen Wert auf Datenschutz und Schweigepflicht legen.

Die Daten-Panne in Boswil ist kein Einzelfall. Bereits im Dezember 2017 wurden auf der Gemeindewebsite von Effingen versehentlich Namen veröffentlicht, die Sozialhilfe beziehen. Ein aufmerksamer Bürger hatte das Versehen entdeckt und dem kantonalen Gemeindeinspektorat gemeldet.

Wieder hat der Bund mehr eingenommen als geplant

Video: srf/SDA SRF
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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dorfne
24.02.2018 09:02registriert Februar 2017
Warum geht die Frau mit dieser Liste an die Oeffentlichkeit? Damit stellt sie doch die andern Klienten des Soz.-Dienstes bloss. Ich hätte die Liste zurückgegeben, ohne sie jemandem gezeigt, oder darüber gesprochen zu haben. Fehler passieren. Ich finde das Verhalten der Frau unsympathisch. Hat sie einen Groll gegen die Sozialbehörde? Jeder kann unverschuldet in Sozialhilfe geraten. Ich kenne das Schicksal der Frau nicht. Aber ich bezweifle, dass die Frau Anspruch darauf hat, ihre Helfer als "überfordert" zu bezeichnen.
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zombie woof
24.02.2018 08:32registriert März 2015
Gut gemacht, beim Blick sind die Daten in sicheren Händen.....
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Tapatio
24.02.2018 07:45registriert August 2017
Die Liste ging an eine die selbst drauf ist und der guten Dame kommt nichts besseres in den Sinn als Blick darüber zu informieren. Der klappert nun alle Namen ab und die stehen zum Teil nun für ein Foto hin und regen sich auf, dass man sie jetzt kennt..was aber ja gar nicht der Fall wäre wenn sie nicht selbst hingestanden wären. Also meib Mitleid hält sich in Grenzen..
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