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Ex-Freundinnen mit Nacktfotos erpresst und zur Abtreibung gezwungen

Bosko hat es wieder getan. Er hat seine Ex-Freundinnen mit Nacktfotos und -videos erpresst. Deswegen und wegen zahlreicher weiterer Delikte steht er vor dem Bezirksgericht Lenzburg.

Ann-Kathrin Amstutz / Schweiz am Wochenende



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Der Eingang zum Bezirksgericht Lenzburg: Die Richter haben über einen Mann zu urteilen, der zahlreiche Delikte begangen hat. (Archiv) Bild: Elia Diehl/AZ

Bosko (alle Namen geändert), kein Kind von Traurigkeit, weiss, wie er das Handy als Waffe nutzen kann. Er hat drei Vorstrafen, unter anderem wegen Erpressung. Und jetzt musste er sich wieder vor dem Bezirksgericht Lenzburg verantworten. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, mehrfache Nötigung, Drohung, Beschimpfung, mehrfache Tätlichkeiten und Erpressung.

Bosko hat nie eine Lehre abgeschlossen. Er arbeitet auf dem Bau. Vor Gericht erschien der 30-jährige Serbe im eleganten Anzug und mit perfekter Frisur, begleitet von seinem Verteidiger. Die beiden Opfer waren nicht im Saal, sie verfolgten den Prozess per Videoübertragung in einem Nebenraum. Sie wollten Bosko nicht mehr begegnen.

Verständlich bei den Delikten, die Bosko zur Last gelegt werden. Naime hat es besonders schlimm getroffen. Von Februar 2014 bis Juli 2015 war sie mit Bosko zusammen. Naime, rund zehn Jahre jünger als er, verheimlichte ihren Eltern die Beziehung. Diese wären nur unter einer Bedingung einverstanden gewesen: Wenn Bosko und Naime auf der Stelle geheiratet hätten.

Er drängte sie zur Abtreibung

Das Paar stritt sich häufig – und noch öfter, als die junge Frau schwanger wurde. Naime wollte das Kind behalten, doch Bosko drängte sie zur Abtreibung: Er drohte, ihren Eltern von der Beziehung zu erzählen und Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen. Darum beugte sich Naime seinem Willen.

Sie wurde ein zweites Mal schwanger. Und wieder nötigte er sie zur Abtreibung. Sie forderte, dass er wenigstens die Kosten übernehmen solle. In Streitigkeiten rund um die 500 Franken kam es mehrere Male zu Handgreiflichkeiten. Lange getraute sich Naime nicht, zur Polizei zu gehen.

Inzwischen lachte sich Bosko eine Neue an: Metije. Immer wieder beklagte er sich über dringende Geldsorgen. Bosko forderte, sie müsse ihm 13 000 Franken geben, sonst werde er verrückt und bringe sich um. Doch Metije durchschaute ihn: Sie sagte, sie werde ihm kein Geld leihen, da er diese Masche auch bei anderen Frauen anwende. Da griff Bosko auf sein altbewährtes Druckmittel zurück: Er zeigte Metije ein Video, das sie beide beim Geschlechtsverkehr zeigte.

Sie ging zur Polizei. Das Handy von Bosko wurde sichergestellt, die Daten können nun gegen ihn verwendet werden. Doch die Verhandlung vor Bezirksgericht Lenzburg musste unterbrochen werden, weil ergänzende Beweisanträge eingingen. Der Angeklagte befindet sich auf freiem Fuss. (aargauerzeitung.ch)

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