Schweiz
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Die Armee geht in sich – nach Pleiten, Pech und Pannen soll alles auf den Prüfstand



Nach einer Häufung von Zwischenfällen in den letzten Tagen und Wochen überprüft die Armee ihre Prozesse und Abläufe. Die Zwischenfälle hätten zur Zeit indessen keinen erkennbaren Zusammenhang, teilte das Verteidigungsdepartement mit.

Die Armee sei sich der Verantwortung im Umgang mit sensitivem Material und gefährlichen Gütern bewusst, heisst es in einem Communiqué des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Nach allen Zwischenfällen hätten die zuständigen Kommandanten eine Untersuchung durch die Militärjustiz angeordnet.

Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre

Die nun beschlossene Überprüfung soll allfällige Gemeinsamkeiten zwischen den Ereignissen aufdecken und eine allfällige Systematik zeigen.

Bereits seit einiger Zeit hat die Armee nach Terroranschlägen im Ausland ihren Selbstschutz verstärkt. Depots, Lager und Transporte werden schärfer bewacht. Die Wachtdispositive der Truppe wurden beurteilt und wo nötig angepasst. Nun überprüft das Militär zusätzlich verschiedene Schnittstellen und die Einhaltung der Vorschriften.

Zum Teil tödliche Fehler

Am 29. August stürzte ein F/A-18 bei einem Trainingsflug im Grimselgebiet ab. Die Flugsicherung Skyguide hatten den Kampfjet nach Erkenntnissen der Militärjustiz zu tief fliegen lassen. Der Pilot, ein 27-jähriger Waadtländer, kam dabei ums Leben.

Ein F5-Tiger-Kampjet der Patrouille Suisse stürzt am 9. Juni beim Training vor einer Flugschau auf dem Militärflugplatz Leeuwarden in den Niederlanden ab. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz.

Swiss soldiers cycle in front Northrop F-5E Tigers aircrafts of the Patrouille Suisse during the Air14 airshow at the airport in Payerne August 31, 2014. The Swiss Air Force celebrates their 100th anniversary with the biggest airshow in Europe this year.  REUTERS/Denis Balibouse (SWITZERLAND  - Tags: TRANSPORT MILITARY)

F-5E Tiger der Patrouille Suisse an der Air14 in Payerne. Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

In Thun traf am 30. August ein Projektil aus einem Maschinengewehr ein rund zwei Kilometer entferntes Wohnhaus. Die Kugel durchschlug eine Scheibe und bohrte sich in eine Wand. Aus einem Maschinengewehr eines Schützenpanzers hatten sich fünf Schüsse gelöst. Die Militärjustiz ermittelt gegen drei Rekruten.

In Aarau vermisst die Armee mehrere Kilogramm Sprengstoff, Zünder und Explosiv-Übungshandgranaten 11 an mehreren Standorten der Durchdiener-Rekrutenschule. Auch dort sind Militärjustiz, Militärpolizei und Kriminaltechniker am Ermitteln.

(sda)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • giguu 15.09.2016 21:44
    Highlight Highlight Eine Gemeinsamkeit der Fehler suchen? Die wollen sich von einem Beratungsunternehmen eher eine Ausrede kaufen.... .... Für mehrere Millionen
  • Ich-meins-doch-nicht-so 15.09.2016 19:13
    Highlight Highlight Man stellt fest, dass im Innern was schief geht und verstärket erstmal die Sicherheit mit Blick aufs Ausland. Hat sich da der Herr Kommandör etwa die Allzweck-Lösung von USA und Co. abgeguckt ? ( Innenpolitik serbelt, lass uns einen Krieg anzetteln.)
    • 7immi 16.09.2016 00:07
      Highlight Highlight das problem war, dass viele sensible bauten von zivilen sicherheitsunternehmen bewacht wurden (sparmassnahmen). diese hatte man durch militärpolizisten ersetzt. ausserdem werden nun die kasernen wieder bewaffnet bewacht (nach entsprechenden anschlägen auf soldaten in frankreich).
      dein rundumschlag inklusive USA (?!) funktioniert hier also nicht. man zettelt keinen krieg an, man erhöht nur die sicherheit der eigenen infrastruktur und material.
    • planeto 16.09.2016 10:13
      Highlight Highlight @7immi: Ja genau, es wird wieder bewaffnet bewacht. Zum Beispiel durch Soldaten wie mich. Ohne entsprechende Ausbildung. Bis auf einmal im Jahr am Obligatorischen, auch ohne Erfahrung im Schiessen. Sehr sinnvoll.
  • zombie woof 15.09.2016 18:37
    Highlight Highlight Bin erschüttert und frage mich: Was hat denn Ueli die ganze Zeit gemacht? Kä Luscht gha?
    • Agakami 15.09.2016 19:23
      Highlight Highlight Die beste Armee der Welt! LOL
    • Maett 15.09.2016 19:43
      Highlight Highlight @zombie woof: versehentliche Schussabgabe, falsche Infos vom Tower, professioneller Diebstahl, etc. - das ist natürlich die Schuld des Ex-Ministers.

      1) passiert halt wirklich mal (wer an Waffen übt, macht eben auch mal Fehler)
      2) Meiringen ist anscheinend noch nicht auf aktuellem technischen Stand, der den Unfall verhindert hätte (da fehlte es also an Geld, wenn man die Preise für die paar Radar-Geräte anschaut)
      3) wird noch geklärt, aber da schlecht überprüft wurde, könnte man das auf zu wenig Personal zurückführen

      Glaube nicht, dass das ein VBS-Minister (egal welcher) zu verantworten hat.
    • Hackphresse 15.09.2016 19:53
      Highlight Highlight Etz bleibts halt am Guy hänke! 😂😂😂
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