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Ist dieser Mann ein islamistischer Bombenbauer?

Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 31-jährigen Baselbieter: Er steht der Salafistenszene nahe und hat zu Hause mit Phosphor hantiert.

Benjamin Wieland und Bojan Stula / bz Basellandschaftliche Zeitung



Der Baselbieter Islamist K. C. steht unter Verdacht, zu Hause eine Bombe gebaut zu haben. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet. Screenshot: Facebook

Gegen den Baselbieter K. C. wurde ein Strafverfahren eröffnet. Er soll der Salafistenszene nahestehen. Screenshot: Facebook

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hat gegen einen 31-jährigen Arlesheimer ein Strafverfahren eröffnet. Vorgeworfen wird dem Konvertiten der Verstoss gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen Al-Kaida und Islamischer Staat. Dies bestätigte die BA am Donnerstag der «Basellandschaftlichen Zeitung», ohne aber weiterführende Angaben machen zu wollen. Die Baselbieter Polizei will sich überhaupt nicht äussern, da laut Sprecher Meinrad Stöcklin die «Informationsführung in diesem Fall beim Bund liegt».

Nur «Chemiekasten-Experiment»

Wie der Blick am Donnerstag berichtete, sollen die Bundesbehörden beim «bekennenden Islamisten» in den frühen Morgenstunden eine Razzia durchgeführt haben. Dabei hätten sie gemäss eigenen Angaben des Verdächtigen neben Handy, Laptop, Speicherstick und diversen CDs auch 800 Gramm roten Phosphors beschlagnahmt. K. C.* wehrt sich indes gegen den Verdacht, dass er die legal im Internet bestellte und leicht entzündbare Chemikalie zum Bau einer Bombe verwenden wollte.

Gegenüber dem «Blick» behauptet er, damit bloss zu Videozwecken ein «Chemiekasten-Experiment» im Wald durchgeführt zu haben. Auch vom Islamischen Staat will er sich inzwischen abgewendet haben: «Meine anfängliche Sympathie schwindet immer mehr», zitiert ihn die Boulevardzeitung.

Der Basler Journalist und Extremismusexperte Kurt Pelda glaubt nicht an die Gefährlichkeit des Arlesheimers: Dessen Phosphor-Zünseleien seien eher eine Spinnerei und «sicher nicht im Sinn von Bombenbau» erfolgt, stellt er auf Anfrage der bz fest. Allerdings sei K. C. im gemeinsamen Internet-Chat mit Pelda «voll für den IS eingestanden». Auch kenne dieser die Salafistenszene Basels sehr gut.

Laut «Blick» war der 31-Jährige schon bei der Gründung des radikalen Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS) dabei, wo er bis 2010 eine offizielle Funktion innehatte. Noch heute soll er zum inneren IZRS-Zirkel um Nicolas Blancho (33) und Qaasim Illi (34) gehören.

Vom Zentralrat suspendiert

Der Islamische Zentralrat reagierte am Donnerstag auf die Veröffentlichung mit einer eigenen Mitteilung. Er habe vom «Bericht über die exotischen, wohl aber an sich nicht weiter strafrechtlich relevanten Hobbys seines Aktivmitglieds K. C. aus Arlesheim BL Kenntnis genommen».

Gleichwohl hätte nach einer internen Aussprache der IZRS-Vorstand die sofortige Suspendierung von dessen Aktiv- und Passivmitgliedschaft verfügt. Mit diesem Schritt wolle sich der Rat «klar» von dessen Haltung und Aktivitäten abgrenzen. Dieser Schritt sei erfolgt, «nachdem der Vorstand schon zum wiederholten Mal das Gespräch mit Herrn K. C. gesucht hat. Eine Verhaltensänderung blieb jedoch, wie sich nun zeigt, aus».

Laut Mitteilung hat sich der Islamische Zentralrat schon einmal von K. C. öffentlich distanziert, als dieser die Anschläge von Paris auf Facebook verherrlichte. Ein solches Gedankengut sei «nicht repräsentativ für die über 3800 IZRS-Mitglieder».

* Name der Redaktion bekannt. (bzbasel.ch)

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