Schweiz
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Unfall am Escher-Wyss-Platz in Zürich. Wie durch ein Wunder überleben alle Insassen. Bild: KEYSTONE

56'112 Unfälle, 230 Tote: 5 Dinge, die du zur Schweizer Unfallstatistik wissen musst

Insgesamt 230 Menschen haben letztes Jahr auf Schweizer Strassen ihr Leben gelassen. Ein Blick in Unfallstatistiken und Polizeimeldungen gibt Aufschluss darüber, wer die meisten Unfälle verursacht. Und zu welcher Uhrzeit die meisten tödlichen Unfälle geschehen.

30.05.18, 10:54 30.05.18, 22:32


56'112 Unfälle gab es 2017 im Schweizer Verkehr. Ein Grossteil davon ging glimpflich aus und keine Person kam zu Schaden. Doch in 17'799 Fällen kamen auch Personen zu Schaden und 230 Menschen starben, dies zeigen die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik.

Zusätzlich zur neuen Unfallstatistik hat watson 153 Polizeimeldungen zu Verkehrstoten ausgewertet. Die Kennzahlen dazu findest du in folgenden 7 Grafiken:

Art der Unfälle:

daten: astra/polizeimeldungen

Todesfälle durch Unfälle von Passanten und Velofahrern mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind relativ selten. Weit häufiger sind Autos beteiligt. Doch am häufigsten sind Verkehrstote durch Selbstunfälle zu beklagen.

Ein Grossteil der Verkehrstoten resultiert also aus Unfällen, an denen nur ein Fahrzeug beteiligt war.

Verkehrsmittel:

daten: astra/polizeimeldungen

Auch als Unfallverursacher sind öffentliche Verkehrsmittel kaum beteiligt. 2017 gab es schweizweit nur gerade 81 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen die Chauffeure und Chauffeusen von öffentlichen Verkehrsmitteln als Verursacher gelten. Weiter reist man in Bussen, Trams und Zügen am sichersten. Letztes Jahr starb genau eine Person bei einem Unfall in einem dieser Verkehrsmittel.

Zum Vergleich: Fehler von Autofahrern waren 2017 in 10'870 Fällen die Ursache für Unfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. 78 von 230 Verkehrstoten waren in einem Auto unterwegs. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es auch sehr viel mehr Autos gibt in der Schweiz als öffentliche Verkehrsmittel.

Besorgniserregend sind die Zahlen zu den E-Bikes. Im letzten Jahr gab es 934 Unfälle, an denen E-Bikes beteiligt waren. Im Vergleich zu 2016 ein Anstieg von 25 Prozent. Die häufigste Ursache bei diesen Unfällen war laut einem Bericht des Bundesamtes für Strassen Unaufmerksamkeit.

Zeitliche Verteilung:

Tageszeit:

daten: astra/polizeimeldungen

Im Feierabendverkehr, also zwischen 15 und 19 Uhr, gibt es sowohl die meisten Unfälle wie auch die meisten Verkehrstoten. Ein kleiner Anstieg ist auch zu Zeiten des Morgenverkehrs zu sehen. 

Tag:

daten: astra/polizeimeldungen

Bei der Verteilung auf die Wochentage fällt besonders auf, dass am Mittwoch eine Häufung zu beobachten ist. Der Tag mit den meisten Unfällen ist aber der Freitag. Dies lässt sich dadurch erklären, dass am Tag der normale Arbeits- und Pendlerverkehr herrscht und die Leute am Abend ebenfalls unterwegs sind, teilweise auch alkoholisiert. 

Monat:

daten: astra/polizeimeldungen

Bei den Monaten war 2017 der Juni mit Abstand der unfallreichste Monat des Jahres. Die Wintermonate sind trotz vereisten Strassen unter dem Jahresschnitt. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass in den Wintermonaten sowohl weniger Motorrad- wie auch Fahrradfahrer unterwegs sind.

Örtliche Verteilung:

daten: astra/polizeimeldungen

2017 gab es ausserorts 11'551 Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen. Innerorts und auf Autobahnen krachte es im Vergleich dazu seltener. Trotzdem sterben verhältnismässig mehr Personen bei Unfällen innerorts (1,7 Prozent der Fälle) und auf Autobahnen (2,5 Prozent der Fälle).

Die Erklärung dafür ist, dass einerseits auf Autobahnen höhere Geschwindigkeiten gefahren werden und innerorts mehr Fussgänger und Velos unterwegs sind.

Alter der Verunfallten

daten: astra/polizeimeldungen

Bei älteren Menschen (hier: ab 65) sind Verkehrstote im Verhältnis häufiger als in den übrigen Altersklassen. Dies ist häufig auf einen schlechteren Gesundheitszustand zurückzuführen. Als Verursacher von Verkehrsunfällen, bei denen Personen verletzt werden oder gar sterben, sind ältere Menschen seltener beteiligt als Jugendliche und Junge Erwachsene (18-24 Jahre).

Halsbrecherische Szenen aus dem Schweizer Strassenalltag

Video: srf

Aktuelle Polizeibilder: Spektakulärer Crash in Beinwil

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Klaus07 30.05.2018 18:14
    Highlight Bei der sehr hohen Anteil an Selbstunfällen, wäre nun interessant zu erfahren, was die Gründe dafür sind. Unachtsamkeit? Zu hohe Geschwindigkeit? Nicht anpassen der Geschwindigkeit an die Witterungsbedingungen, Alkohol oder Drogenkonsum oder Gesundheitliche Probleme. Falls Watson die Daten noch hat, wäre es super diese hier zu ergänzen.
    11 1 Melden
  • Triple 30.05.2018 17:14
    Highlight Gehe mal davon aus, die ursprünglichen Zahlen für diese Statistiken kommen vom ASTRA. Bezweifle daher die Aussagekraft da beim ATRA eh alles unternommen wird um die VIA SICURA Kampagne zu begründen.
    10 13 Melden
    • zettie94 31.05.2018 11:13
      Highlight Du bezweifelst also die Aussagekraft von Fakten? Was hättest du denn lieber?
      1 0 Melden
  • andrew1 30.05.2018 16:19
    Highlight Mir fällt insbesondere auf das es auf der autobahn am wenigsten unfälle mit verletzten oder toten gibt. Daher finde ich es zimlich unnötig werden dort sehr viele Radarkontrollen gemacht. Es ist bei guten bedingungen nun wirklich nicht sicherheitsrelevant ob man 120 oder 130 fährt. Diverse Länder machen es ja vor mit limiten von >=130 kmh . Relevanter ist mmn das man nicht am natel rumtippt und genügend abstand hat. Sehe ich beides täglich aber wird selten geahndet. Ist halt auch aufwändiger zum kontrollieren und weniger ertragsreich als auf 2 spuren alle paar sekunden blitzen wegen 5kmh.
    16 10 Melden
  • Rumdibum 30.05.2018 14:31
    Highlight Entweder ist bei 4. die Grafik falsch oder der Text. Für mich ist zu erkennen, dass auf Autobahnen am wenigstens Personenschäden und Tote zu beklagen sind. In der Analyse wird es anders dargestellt.
    1 6 Melden
  • René Gruber 30.05.2018 13:30
    Highlight Bei den letzten beiden Diagrammen ist ja klar, dass der mittlere Balken am längsten ist. Die Kategorie 65+ dürfte anzahlmässig deutlich weniger vertreten sein und oft auch weniger im Strassenverkehr aktiv beteilgt sein wie die jüngeren Kategorien. Die Jüngste Kategorie ist anzahlmässig auch etwas geringer vertreten, dazu kommt verstärkend, dass diese Kategorie nur 24 Jahrgänge umfasst, während die Mittlere 39 umfasst.

    Diese Tatsachen verzerren das Bild natürlich deutlich.
    62 3 Melden
    • Elmas Lento 30.05.2018 15:06
      Highlight Wenn man bedenkt das Autofahrer die häufigsten Verursacher sind umfasst die jüngste Kategorie eigentlich nur 6 Jahrgänge da man ja erst ab 18 Auto fahren darf.
      7 0 Melden
  • Der Bidulaner 30.05.2018 13:05
    Highlight Wenn ich als Autofahrer abbremse, weil ich für einem/einer Fussgänger/in anhalte und mir eine Tram/Bus hinten ins Auto reinfähr bin ich nach Schweizer Gesetz schuld... und habe eine Strafanzeige am Hals! Der Grund; ich störe/blockiere den Öffentlichen Verkehr! Also stimmt diese Statistik mit dem ÖV nicht ganz wer der verursacher ist!
    13 61 Melden
    • Triple 30.05.2018 17:06
      Highlight Sobald ÖV im Spiel ist hast du als motorisierter eh verloren.
      5 9 Melden
    • Teiwaz 30.05.2018 17:09
      Highlight Quatsch!(?) Oder gibt es zu dieser Aussage auch einen Beweis?
      9 0 Melden
    • Sille 30.05.2018 23:14
      Highlight Öm.... wenn ich anhalten muss, ob am Fussgängerstreifen oder weil mir einer vor den Wagen fährt und ich brüsk bremsen muss, ob schnell oder langsam und mir dann einer hinten reindonnert ist derjenige welcher im Fehler...Abstand und Bremsbereitschaft gelten auch für den ÖV = Bus.Immer unter der Voraussetzung, dass dieser auf der normalen Strasse fährt.
      ÖV =Bus haben keine Narrenfreiheit auf der Strasse, auch diese müssen sich an die geltenden Regeln halten. Beim Tram sieht es anders aus, aber das lernt man ja schon in der Fahrschule....
      4 0 Melden
  • Ökonometriker 30.05.2018 13:05
    Highlight Interessant wäre es, diese Statistiken auf Verkehrskilometer hochgerechnet zu haben - dann wären sie um einiges Aussagekräftiger, gerade aus politischer Sicht.
    51 4 Melden
    • ostschwiizer 31.05.2018 17:31
      Highlight Bei einer Streckenanalyse müsste man das Treppensteigen verbieten und das Fliegen fördern! Nein, es sind die Ursachen die eine Statistik interessant machen. Innerorts sind es beim LKW was die tödlichen Unfälle angeht das Rechtsabbiegen im toten Winkel. Auf der Autobahn jedoch der Sekundenschlaf.
      0 0 Melden
  • Jein 30.05.2018 12:56
    Highlight Die Anzahl Unfälle mit E-Bikes steigt tatsächlich überproportional: +16% mehr verkaufte E-Bikes im Vergleich zum Vorjahr aber +25% bei den Unfällen.

    Sind eigentlich Unfälle mit Mountainbikes abseits von Strassen hier einbegriffen oder zählen die als Bergsportunfälle (gibt eine SAC Statistik dazu)?
    19 1 Melden
    • Ökonometriker 30.05.2018 14:24
      Highlight Auch hier ist es schwierig, eine klare Aussage zu treffen, wenn die Verkehrskilometer nicht berücksichtigt werden. Vielleicht fahren die Leute einfach mehr auf ihren E-Bikes herum?
      0 1 Melden
    • chnobli1896 30.05.2018 15:50
      Highlight So wie gewisse e-bike-Leute rasen sind die +25% überraschend tief!
      6 3 Melden
    • zettie94 31.05.2018 11:21
      Highlight Das Problem bei den E-Bikes ist, dass jetzt plötzlich viele Leute ein E-Bike kaufen, welche vorher nie Velo gefahren sind (weil zu anstrengend oder was auch immer).
      Ein geübter Velofahrer kommt auch mit einem E-Bike zurecht.
      1 0 Melden
  • Eine_win_ig 30.05.2018 12:30
    Highlight Das Problem dieser Statistik: sie zeigt nicht, ob eine Gruppe besser fährt als die Andere. Dazu müsste man Unfälle/gefahrenen Km rechnen und da ist die Datenerhebung sehr schwierig.
    20 2 Melden
    • ARoq 30.05.2018 13:48
      Highlight Etwas objektivere Zahlen erhielte man, indem man die Anzahl Unfälle pro 1000 Personen einer Gruppe an gäbe. Diese Zahlen sollten ja bekannt sein.
      15 0 Melden
  • Magnum44 30.05.2018 12:10
    Highlight Wichtiger Parameter fehlt: wie oft war Alkohol im Spiel?
    18 2 Melden
    • Triple 30.05.2018 17:09
      Highlight Und ein noch wichtigerer fehlt auch, wie oft war Handy, Tablet, Laptop, Radio, Navi, (könnte beliebig weitergeführt werden) der tatsächliche Grund für einen Unfall?
      4 1 Melden
  • Hardy18 30.05.2018 12:09
    Highlight Die Statistik gefällt mir. Demnach werde ich jeden Freitag im Juli zu Hause bleiben. Sicher ist sicher. Verlängerte Wochenenden hat noch niemandem geschadet 😁
    27 0 Melden
  • kobL 30.05.2018 11:58
    Highlight "Besorgniserregend sind die Zahlen zu den E-Bikes."
    Nein sind sie nicht, es wird einfach mehr mit einem E-Bike gefahren. Logischerweise gibt es auch mehr Unfälle.
    7 30 Melden
    • EvilBetty 30.05.2018 13:41
      Highlight 16% mehr E-Bikes... 25% mehr Unfälle ... Also ein Anstieg der Unfälle um > 50% ... Das nennst du nicht besorgnisserregend?
      27 3 Melden
  • Alterssturheit 30.05.2018 11:30
    Highlight Wenn ich die Statistik richtig interpretiere, dann bleibe ich von Unfällen am ehesten verschont, wenn ich:
    - max. 24-jährig bin und mit dem ÖV fahre, idealerweise so um Mitternacht im Februar und ausserorts.

    Probier ich mal aus -:))
    67 2 Melden
  • wololowarlord 30.05.2018 11:14
    Highlight sehr übersichtlich, vermisse jedoch noch eine statistik über die entwicklung der verkehrstoten der letzten jahre. aber ja, google beantwortet meine fragen auch ;)
    6 0 Melden
    • Gohts? 30.05.2018 18:14
      Highlight Hier:
      7 0 Melden
  • Bob_das_Fahrrad 30.05.2018 11:05
    Highlight Die absoluten Zahlen halte ich nicht immer für sehr nützlich.. die Gruppe der 25-65-Jährigen ist wohl mit Abstand die grösste Gruppe.. daher auch die vielen Unfälle.. dafür, dass die unter-25-jährigen (die gehen, velofahren oder motorisiert unterwegs sind) wohl eher nicht so viele sind.. gibt's dort ja doch recht viele Tote und Verletzte...
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