Schweiz
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Bundesrat: Wenn du weniger als 72 kg Penne am Tag isst, hast du kein Problem mit Glyphosat



Glyphosatrückstände in Lebensmitteln stellen aus Sicht des Bundesrates für Konsumentinnen und Konsumenten kein Gesundheitsrisiko dar. Der Bundesrat teilt damit die Einschätzung der EU, welche die Zulassung des Herbizids im Herbst um fünf Jahre verlängert hatte.

Aus gesundheitlicher Sicht bestehe kein Handlungsbedarf, schreibt der Bundesrat in einem Bericht, den er am Mittwoch verabschiedet hat. Er stützt sich auf eine Untersuchung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Mehrere internationale Expertengremien waren in den vergangenen Jahren zum selben Schluss gekommen. Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO), stufte Glyphosat dagegen 2015 als «wahrscheinlich krebserregend für den Menschen» ein.

Die Menge macht das Gift

Das BLV erklärt dies damit, dass das IARC das Gefährdungspotenzial unabhängig von der Dosis beurteilt habe. Entscheidend für eine Gesundheitsgefährdung sei aber die Konzentration der Rückstände, schreibt es. In seiner Untersuchung kam es zum Schluss, dass diese tief ist.

Untersucht wurden 243 Lebensmittelproben aus dem Schweizer Detailhandel - in erster Linie Lebensmittel, in welchen Glyphosatrückstände zu erwarten sind. Das gilt zum Beispiel für Getreideprodukte und Hülsenfrüchte.

655 kg Brot, 72 kg Teigis, 1600 Liter Wein

40 Prozent der Lebensmittel enthielten messbare Spuren von Glyphosat. Die gemessenen Mengen lägen aber allesamt unterhalb der geltenden Rückstandshöchstgehalte, heisst es im Bericht. Die höchsten durchschnittlichen Konzentrationen wurden in Hülsenfrüchten, Produkten aus Hartweizen und Frühstückscerealien gefunden, aber auch hier waren die Mengen tief.

Erst beim täglichen Konsum von beispielsweise 72 Kilogramm Teigwaren, 655 Kilogramm Brot, 10 Kilogramm Kichererbsen oder 1600 Liter Wein pro Kopf wäre mit gesundheitsschädigenden Folgen durch Glyphosatrückstände zu rechnen, schreibt das BLV.

Schweizer Produkte weniger belastet

Produkte aus schweizerischen Erzeugnissen waren tiefer belastet als Produkte mit ausländischen Zutaten. Das liegt daran, dass in der Schweiz - anders als in anderen Ländern - die Behandlung mit Glyphosatprodukten kurz vor der Ernte nicht erlaubt ist.

Gegen die erneute Zulassung von Glyphosat in der EU hatte es massive Proteste gegeben. Eine europäische Bürgerinitiative sammelte EU-weit mehr als eine Million Unterschriften für ein Verbot. Die Glyphosat-Gegner warfen den Verantwortlichen vor, sich von der Pflanzenschutzmittel-Industrie beeinflusst haben zu lassen. Sie forderten eine Reform des Genehmigungsverfahrens bei Pestiziden. (whr/sda)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DonChaote 09.05.2018 18:46
    Highlight Highlight Weiss jemand wo ich einsehen kann bei welchen lebensmittel (marken) glyphosatspuren nachgewiesen wurden?

    Grenzwerte sind durch lobbyarbeit für die mächtigen konzerne relativ einfach anzuheben.
    Und politiker scheinbar relativ einfach einlullbar...

    Wie wäre es da mit einer deklarierungspflicht? („Kann spuren von glyphosat enthalten“) dann kann der konsument selber entscheiden, welche produkte er kaufen will und welche nicht?

    Auch hier bin ich, wie so oft, für mehr transparenz!
  • Hans Jürg 09.05.2018 16:31
    Highlight Highlight Nun ja. Soweit ich mich noch erinnere, kann ein Mensch DDT löffelweise essen, ohne dass es ihm schadet. Wurde damals zumindest behauptet.

    Für Insekten und Vögel, die diese assen, war der Stoff alles andere als Harmlos. Zum Glück ist DDT heute verboten.

    Glyphosat mag für Menschen harmlos sein. Für die Insekten aber offenbar nicht. Also sollte es auch verboten werden.
  • dmark 09.05.2018 16:20
    Highlight Highlight "655 kg Brot, 72 kg Teigis, 1600 Liter Wein"
    Da sehe ich nur Probleme beim Wein...

    Scherz beiseite - Mir geht es erst mal mehr um unsere Insekten und Vögel. Und die dürften weit mehr Probleme mit Glyphosat haben als wir Menschen.
  • Snowy 09.05.2018 14:53
    Highlight Highlight Schönes Décoltée.

    Topic: Nein zu höheren Glyphosatwerten (geht auch um den Schutz der Tierwelt).
  • Husar 09.05.2018 14:47
    Highlight Highlight Dann muss ich künfitg wohl einen Tag pro Woche pastafrei essen.
  • Ratson 2.0 09.05.2018 14:46
    Highlight Highlight Poa wie ich diese Lobbyisten hasse. Abgrundtief hasse.... jetzt dürfen die faulen Bauern schon wieder diesen scheiss spritzen und ja es geht nich um uns, wir können verhältnissmässig viel Gift vertragen, aber die kleinen Tierchen, die verrecken ehlend. Ich bin echt sauer das wir nicht besser sind. Leute es liegt an euch, kauft einfach keinen normalen Wein mehr. Schaut euch die Greenpeace (pestizide-im-wein-das-lasse-sein) studien an und entscheidet selbst was ihr noch essen und trinken wollt.

    Glyphosat ist für faule Bauern. Es gibt nämlich andere Wege.
  • swisskiltbear 09.05.2018 13:46
    Highlight Highlight Dumm, dümmer, Politiker
  • Paddiesli 09.05.2018 13:26
    Highlight Highlight DDT, FCKW, Asbest, galten auch mal als unbedenklich.
    Ich will auch nicht die kleinsten Rückstände von diesem Mist in meiner Nahrung. Geschweige denn, wie Glyphosate Umwelt, Natur und Gewässer vergiften. Insekten sind, wie Plankton, die Basis für alle höheren Lebensformen.
    Wie geht's eigentlich unseren Regenwürmern, die für unseren wertvollen Humus sorgen?
    Weg mit dem Müll!
  • auslandbasler 09.05.2018 12:46
    Highlight Highlight Sehr zynisch. Es ist ja nicht nur das Essen. Es wird ja auch gespritzt. Zudem ist es eines vieler Gifte. Was der Mix mit anderen Giften mit uns anstellt, das kann uns der Bundesrat nicht sagen.

    Und was mit der Umwelt passiert? Ich kann nur beobachten und frage mich, wieso die letzten drei Jahre kein Jungvogel das Spritzen der Kirschbäume beim Bauern nebenan überlebte. Vielleicht ja nur Zufall?
  • Hugo Wottaupott 09.05.2018 12:31
    Highlight Highlight Wann wird der Bundesrat für Konsumentinnen und Konsumenten vorgestellt? Das sind erfreuliche Nachrichten aus der Bundeshauptstadt.
  • Karl Marx 09.05.2018 12:12
    Highlight Highlight Klingt logisch, deshalb kriegt auch niemand Krebs, weil Grenzwerte und so.
  • Christian Mueller (1) 09.05.2018 11:39
    Highlight Highlight Es geht auch weniger um die Menschen, als um die Flora und Fauna, die wir davor schützen sollten. 75% der Insekten sind innerhalb der letzten 20 Jahre verschwunden, und damit auch 75% der Vögel und der Fische...
    • Bronko 09.05.2018 13:10
      Highlight Highlight Genau hier liegt der Hund begraben...
    • glointhegreat 09.05.2018 13:32
      Highlight Highlight @Bronko
      .... Und die Fische... und die Vögel... Und bald legt sich der Mensch "aus Gründen" zu Ihnen allen dazu.

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