Schweiz
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Die Gäste der EU-«Arena»: Christoph Blocher, Damian Müller (FDP), Moderator Mario Grossniklaus, Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) und Corrado Pardini (SP). Bild: screenshot/srf

«Endlich mal s'Füdle ha! » – wie ein Zuschauer in der EU-«Arena» Blocher & Co. einheizte



Die Einheit der Materie – ein rechtliches Gebot bei der Formulierung von Abstimmungsvorlagen – wurde in dieser «Arena» nicht gewahrt. Der Doppelrücktritt von Johann Schneider-Ammann und Doris Leuthard brachte die Planung vielleicht etwas durcheinander. So wurde die Frage nach der Nachfolgereglung den abtretenden FDP- und der CVP-Magistraten mit der Verhandlung rund um das Rahmenabkommen mit der EU kombiniert. «Bremst der Doppelrücktritt die EU-Verhandlungen aus?» fragte sich die Arena, ganz so, als ob die Verhandlungen bis dato in voller Fahrt gewesen wären. Und weil die Europa-Frage in der SVP Chefsache ist, machte Sonnenkönig Christoph Blocher himself seine Aufwartung. 

Der Start verlief dann aber harzig. Die Frauenfrage – nach dem Rücktritt von Doris Leuthard wäre nur noch eine Frau in der Landesregierung vertreten – wurde nur halbherzig besprochen. Das lag nicht zuletzt an der Zusammensetzung dieser Arena-Runde. Neben Blocher waren Damian Müller (FDP), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) und Corrado Pardini (SP) eingeladen. Niemand also, der sich die Frauenförderung explizit auf die Fahne geschrieben hat.

Sie habe Mühe mit der Gender-Diskussion, bekundete Schneider-Schneiter, die selber auch zu den Kandidatinnen für die Nachfolge von Leuthard gehört. «Ich finde es diskriminierend, wenn man diese Frage auf das Geschlecht der Frau reduziert.» In diesem Punkt gebe sie Blocher recht, der zuvor meinte, die Fähigkeiten der Bundesratskandidaten seien entscheidend, nicht das Geschlecht.

Pardini sagte darauf sichtlich genervt: «Immer wenn man die Frauenfrage diskutiert will, wird sofort von rechts die Frage der Fähigkeit in den Vordergrund gestellt.»

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Politgeograf Michael Hermann, der die «Arena» vom Expertenpult aus verfolgte, machte auf den zyklischen Verlauf aufmerksam. «Lange Zeit war die Frauenfrage ein sehr emotionales Thema. Dann hatten wir vier Frauen im Bundesrat und das Thema ging unter». Nun sehe man, dass die Zahl der Frauen im Ständerat und in den kantonalen Regierungen wieder kontinuierlich abnehme. Das zeige, dass die Zahl automatisch abnehme, wenn man nicht aktiv fördere.

Blocher mochte sich an der Diskussion nicht so recht beteiligen. «Ja, dann wählt halt eine Frau! Ich selber ja nicht.», bemerkte er süffisant zur Forderung eines Zuschauers nach mehr Frauen in der Regierung.

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Pardini war es dann, der den Bogen zum zweiten, wichtigeren Thema des Abends schlug, der EU-Frage. Seit 2013 müht sich die Schweiz in den Verhandlungen zum Rahmenabkommen ab, im Sommer eskalierte die Situation als Aussenminister Ignazio Cassis die flankierenden Massnahmen zur Disposition stellte und sich die Gewerkschaften daraufhin aus den Verhandlungen verabschiedeten. Jetzt will die EU trotz schlechten Vorzeichen vorwärtsmachen: Bis Mitte Oktober soll das Abkommen spruchreif sein. 

EU – Schweiz: Das Eis schmilzt

Für Pardini ein Ding der Unmöglichkeit: Wo es nichts zu verhandeln gebe, müsse man sich auch nicht an den Verhandlungstisch setzen. Der Bundesrat sei zerstritten, Cassis habe «strategisch und taktisch den grössten Fehler überhaupt gemacht», als er die flankierenden Massnahmen in die Verhandlungsmasse warf. Als «Meldeläufer der EU» bezeichnete Pardini den Tessiner FDP-Bundesrat. 

Politwissenschafter Hermann relativierte: «Man macht es sich ein bisschen einfach, jetzt auf dem Bundesrat herumzuhacken. Es ist auch eine Frage des windows of opportunity.» Die Verhandlungen waren zuvor blockiert wegen des Brexit und wegen der aufgeheizten Stimmung bei der Zuwanderung. «Die Verhandlungen waren bis vor kurzem einfach nicht möglich», so Hermann.

Für Schneider-Schneiter und Damian Müller sind wenig überraschend die Gewerkschaften in erster Linie am jetzigen Schlamassel Schuld. Deren fehlender Pragmatismus bei der sogenannten 8-Tage-Regelung sei der Haupthindernis in den Verhandlungen. Dabei erwartete sie «von den traditionell europafreundlichen Gewerkschaften eigentlich eine gewisse Offenheit», so Schneider-Schneiter.

Das war der Startschuss zur heissesten Phase in dieser «Arena»: Müller warf Pardini vor, im analogen Zeitalter stehen geblieben zu sein. Aus dieser Zeit, aus den 80er-Jahren, stamme nämlich die 8-Tage-Regelung. Pardini und Co. vertreten den «Geist der Velokuriere und des Faxes.»

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Pardini mochte das nicht gelten lassen. Der SP-Nationalrat betonte, es gehe nicht um die 8-Tage-Regelung, sondern um den Lohnschutz an sich, der nun zur Debatte stehe. Dieser sei aber für SP und Gewerkschaften «sakrosankt und conditio sine qua non.» «Herr Müller und Frau Schneider-Schneiter wollen mich für dumm verkaufen.» Man müsse aber ehrlich sein zu den Leuten, so Pardini. Das Rahmenabkommen werde nur vor dem Volk Bestand haben, wenn die Lohnschutzmassnahmen ausgeklammert werden. 

Sukkurs erhielt Pardini von Blocher. Er habe schon immer gewarnt, dass die EU die «flankierenden Massnahmen unbedingt weg haben will.» Das Abkommen sei «ein Fluch». Wenn die Personenfreizügigkeit richtig durchgesetzt werde, dann gebe es einen «Lohnsturz», so Blocher.

Europarechtlerin Christa Tobler, die neben Michael Hermann im Expertenstand vertreten war, relativierte: «Es ist nicht richtig zu sagen, die EU wolle gar keine Lohnschutzmassnahmen.» Die EU-Regelung bewege sich teilweise sogar Richtung Schweiz. 

Trotz des heftigen Schlagabtauschs zwischen Müller und Pardini: Der, der sich über den Stillstand in den Verhandlungen am meisten enervierte, befand sich nicht im Parteienrund, sondern in den Zuschauerrängen. «Sie [die Gewerkschaften und die Rechten], machen einfach nicht vorwärts, das ist das, was mich als Bürger, der nicht auf der Wurstsuppe dahergeschwommen kam, so masslos aufregt an der Politik», erging sich Zuschauer Heinrich Michel in heiligem Zorn.

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Die Kritik des selbsterklärten parteilosen Liberalen richtete sich dann vor allem an Blochers SVP: «Ich habe das Gefühl, Sie machen nichts!» Dabei sei das doch das Wesentliche der Politik, «s'Füdle ha, nicht immer nur zu lavieren!»

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In einem waren sich die Vertreter von FDP, CVP und SP aber einig: Ein gutes Verhältnis zur EU ist für die Schweiz zentral und das Rahmenabkommen ist der Schlüssel dazu. Dass auch Blocher in diese Einigkeit einstimmte, überraschte dann doch etwas angesichts der nahenden Kündigungsinitiative. Die gespielte Empörung, mit der der SVP-Doyen abstritt, gegen das Rahmenabkommen zu sein, dürfte ihm kaum jemand abgenommen haben.

Unsere «Arena»-Berichterstattung 

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    Alle Leser-Kommentare
  • FrancoL 29.09.2018 10:52
    Highlight Highlight Wer heute noch der Meinung ist, dass es bei den flankierenden Massnahmen lediglich um das aufweichen der 8-Tage-Regel geht der verschliesst beide Augen. Darum ist es völlig richtig dass die flankierenden Massnahmen NICHT aufgeweicht werden und die müssen NICHT aufgeweicht werden weil die EU da meines Erachtens zustimmen wird, wenn die restlichen Punkte geregelt werden. Die bürgerliche Seite hat die flankierenden Massnahmen hochstilisiert weil die einheimischen Unternehmer (auf der Seite der Bürgerlichen) gerne diese flankierenden Massanahmen weg hätten und dazu die EU bemühen wollen.
    • Soli Dar 29.09.2018 12:32
      Highlight Highlight Ja, es geht um wesentlich mehr als um dies 8-Tage-Regel. Die FlaM (Schutz der Löhne & Arbeitsbedingungen!) sind & bleiben extrem wichtig und sollten zurecht eine rote Linie darstellen, Rahmenabkommen hin oder her.

      Es ist jedoch ganz klar die EU, die diese FlaM weg haben möchte und nicht primär die "Bürgerlichen". Die FlaM waren ja gerade mit einer der Hauptgründe, weshalb die EU überhaupt dieses Rahmenabkommen verlangte.

      Auch wenn viele von bürgerl. Seite lange skeptisch gegenüber den FlaM standen, scheinen viele, diese mittlerweile zu haben. Letztlich schützen die FlaM auch Gewerbe/KMUs.
    • Sportfan 29.09.2018 15:52
      Highlight Highlight Naja, die SVP will diese FlaM nicht.

      Sagt sie im Moment nur nicht.

      Sie will den Lohnschutz aushebeln. Keine Personenfreizügigkeit = keine FlaM nötig. Quasi zwei Fliegen auf einen Streich. Dann gibt es einfach inländisches Lohndumping. Die FlaM sind wichtig, gegen Lohndumping von innen und aussen.

    • Die Redaktion 29.09.2018 16:26
      Highlight Highlight @Soli Dar

      Moral der SVP:

      Erst den Mindestlohn klar ablehnen, danach Tieflohnarbeiter einstellen und sagen wie schlimm die EU doch ist. Das selbe mit der Energie, erst bei SwissOil als Präsident sitzen und erneuerbare Energien verteufeln. Fair-Food ablehnen um die Armen zu schützen, aber Sozialleistungen für eben diese kürzen wollen.

      Im ernst wer wählt solche Leute?

    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 29.09.2018 09:40
    Highlight Highlight Padrini: "Immer wenn man die Frauenfrage diskutieren will, wird sofort von rechts die Frage der Fähigkeit in den Vordergrund gestellt." Damit wird suggeriert, dass Frauen im Allgemeinen geringere Fähigkeiten haben als Männer und weniger qualifiziert sind für das Amt. Und jede gewählte Frau daher eine Quotenfrau ist, die dem qualifizierteren Mann das Amt weggeschnappt hat. Und wenn offenbar ist, dass eine Kandidatin wie Keller-Sutter sich als kompetenter erwiesen hat als mancher Mann, gibt's noch den Notausgang um die Frau zu verhindern. Man sagt, die ist zu brillant.
    • rodolofo 29.09.2018 19:12
      Highlight Highlight Ich habe den Verdacht, dass der die FDP dominierende Rechtsfreisinn Karin Keller-Sutter gar nicht mehr wirklich will, da sie in der Bevölkerung zu populär geworden- und auch über die Parteigrenzen hinaus beliebt und respektiert ist.
      Darum auch der plötzliche Doppelrücktritt zusammen mit Doris Leuthard, der mit ihr nicht abgesprochen wurde, was sie entsprechend sauer machte.
      So erhält die Gössi-Fraktion zusätzliche Möglichkeiten und Ausreden, wenn die zuerst antretende CVP eine Frau, oder einen Ostschweizer wählt...
  • Mia_san_mia 29.09.2018 09:40
    Highlight Highlight Eure Titel sind irreführend. Man könnte jedes Mal meinen, die Linken sind besser 🤔
    • Freedom Fighter 29.09.2018 13:06
      Highlight Highlight Gemessen an den Rechten? Sind sie es auch. Um Längen...
    • Fabio74 29.09.2018 13:56
      Highlight Highlight gegenüber der SVP ist jeder besser.
    • Mia_san_mia 29.09.2018 14:50
      Highlight Highlight Klar sind sie besser. Aber ich habe es trotzdem gerne, wenn neutral berichtet wird.
  • durrrr 29.09.2018 09:33
    Highlight Highlight Man will uns das Rahmenabkommen als "Erhalt unseres Wohlstands" verkaufen, gleichzeitig toleriert man automatische Rechtsübernahme, Einschneidungen in die Souveränität, mehr Lohndruck und schlussendlich einen niedrigeren Lebensstandard in der Schweiz. Dass die Elitären in Brüssel, die Schweiz und GB aufgrund ihrer demokratischen Entscheide nebenbei latent demütigen müssen, sollte uns Allen mehr als klar machen mit was wir es hier eigentlich zu tun haben.^^
    • äti 29.09.2018 10:05
      Highlight Highlight .. das ist mir überhaupt nicht klar. Falls du je von ausgegorenen Alternativen gehört hast, bitte posten.
    • FrancoL 29.09.2018 10:46
      Highlight Highlight Ich staune ab Deinen Zeilen, noch mehr ab den Herzen. Da beklagst Du Dich über latente Demütigungen von Seiten der EU und bist wohl nicht in der Schweiz zu Hause, denn wenn ich mich so rumhöre, Sendungen mitverfolge, Artikel lese ist bei einem guten Teil der Schweizer ein totales EU-Bashing zu konstatieren.
      Nimmt man Deinen Text, dann ist es sonnenklar was man von der EU zu halten hat: Nichts und abermals nichts.
      Bin dann mal gespannt wie Du und Deinesgleichen sich bei einem Bruch mit der EU sich dann äussern werden.
      Zudem Lohndruck erzeugen unsere Unternehmen und UNSERE Preispolitik.
    • Die Redaktion 29.09.2018 10:47
      Highlight Highlight @durrrr

      Am Lohndruck den Sie erwähnen ist doch nicht die EU schuld, sondern jene Arbeitgeber welche die Leute zu schlechten konditionen anstellen. Jene welche gegen Fair-Food waren um eben weiter tiefe Löhne zahlen zu können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 29.09.2018 09:17
    Highlight Highlight Das war gestern eine angenehme und unterhaltsame ARENA-Sendung.
    Blocher hatte einen guten Abend und wirkte geradezu altersmilde!
    Pardini war der kämpferische Gewerkschafter mit geschliffener Sprache.
    Der Superman von der FDP im Massanzug und mit gejeeltem Haar gab einen typischen Unternehmer-Vertreter ab.
    Und dazwischen stand dann auch noch eine christlich motivierte Sozialarbeiterin, die immer wieder zum Dialog und zur Kompromissbereitschaft aufrief, zusammen mit dem Polit-Geographen, der inzwischen so gescheit ist, dass er am liebsten selber für den Bundesrat kandidieren würde...
    • mogad 29.09.2018 10:09
      Highlight Highlight Schneider-Schneiter gab sich dialogbereit, weil sie Padrinis harte Fakten verwedeln musste. Der hat schwarz auf weiss aufgezeigt, dass der Bundesrat drauf und dran ist den kompletten Lohnschutz zu opfern, um endlich dieses Rahmenabkommen durchzukriegen.
    • durrrr 29.09.2018 10:56
      Highlight Highlight Was ich mich bei der ganzen Geschichte frage ist, was ein "geschliffener Gewerkschafter mit harten Fakten" eigentlich noch in einer Partei zu suchen hat, die sich den EU Beitritt ins Programm geschrieben hat...^^
    • rodolofo 29.09.2018 13:12
      Highlight Highlight @ durrrr
      Pardini hat es gestern selber gesagt:
      Er ist FÜR das Projekt "Europäische Gemeinschaft", allerdings nicht in einem frühkapitalistischen Sinne, wie es den Ultra-Liberalen Chef-Strategen und Aktionärs-Blutsaugern vorschwebt, die im Falle von Novartis bei einem Gewinn von 8 Milliarden 5 Milliarden an ihre Aktionäre verteilen wollen und dem Personal eine weitere Entlassungs-Welle angekündigt haben, worauf der Aktienkurse von Novartis weiter in die Höhe schnellte.
      Es wäre eine EU von und für die "Kleinen Leute".
      Ein Traum, den wir auch in der Schweiz nicht verwirklicht sehen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 29.09.2018 08:54
    Highlight Highlight Alle Diskussionen um “nicht zwingend eine Frau, sondern den fähigsten Kandidaten” verbergen, dass es beim Amt des Bundesrats primär um den Konsens der vereinigten Bundesversammlung geht. Die zunehmende Sturheit von links bis rechts führt leider dazu, dass immer mehr die Mittelmässigkeit gewählt wird oder sogar ein zahnloser Kandidat, der den eigenen Parteiinteressen nicht schadet. Natürlich findet man auch Frauen, die diese “Fähigkeiten” beitragen können.
    • rodolofo 29.09.2018 19:02
      Highlight Highlight Das ist nicht Sturheit, sondern Sinn und Zweck der "Eidgenössischen Zauberformel".
      Die Mittelmässigkeit soll obsiegen, denn in der Mittelmässigkeit erkennen sich die meisten Leute wieder.
      Aber die Amis sind noch übler dran:
      Die haben entweder einen extrem guten-, oder einen extrem schlechten Präsidenten.
      Etwas dazwischen gibt es in ihrem polarisierenden System nicht.
      In neun von zehn Fällen ziehen sie überdies die "Arschkarte", also nur äusserst selten einen "Joker" a la Barak Obama.
  • mogad 29.09.2018 08:50
    Highlight Highlight Padrini liest aus einem "geheimen" Papier vor. Darin steht, dass der EU nicht nur die 8-Tage-Meldepflicht ein Dorn im Auge ist, sondern die ganzen flankierenden Massnahmen - die Kaution, die Kontrollen am Arbeitsplatz, die Bussen. Weg mit dem Lohnschutz, heisst das. Und Schneider-Schneiter fällt darauf nichts Gesch(n)eiteres ein als zu fragen, woher haben Sie das Papier, das dürften Sie gar nicht haben, und selbstverständlich werde man am Lohnschutz festhalten. Sie geht einfach über das hinweg, was schwarz auf weiss geschrieben steht.
    • rodolofo 29.09.2018 09:33
      Highlight Highlight Ja, genau so war's!
      Auch der FDP-Superman wiederholte ständig seinen superschlauen Vergleich mit dem Computer, der das Handy und das Fax-Gerät abgelöst habe, obwohl im Pardini ausführlich erklärte, dass es darum gehe, dass ohne 8-Tage-Regel Kontrollen unmöglich würden und dass die EU-Führung, zusammen mit den FDP-Bundesräten, genau solche Kontrollen weghaben wollten, dass EU-Gewerkschafter und EU-Gewerbler solche Kontrollen aber BEGRÜSSEN würden!
      Hat es einen Sinn, mit Leuten Gespräche zu führen, die ständig die Wichtigkeit von Gesprächen betonen, dann aber nicht zuhören?
      Eindeutig Nein!
    • mogad 29.09.2018 10:14
      Highlight Highlight @Rodolfo. Padrini hat Alles geistesgegenwärtig pariert. Der FDP-Superman wollte uns weismachen, es ginge nur um eine Digitalisierung, sprich technische Frage bei der "Anpassung" der Flankierenden Massnahmen. Und Padrini hat bewiesen, dass es um deren Abschaffung geht. Und das passt ja auch zu der neoliberalen Steuersenkungs- und Sozialabbaupartei FDP.
    • balzercomp 29.09.2018 10:28
      Highlight Highlight rodolfo, warum funktionieren vergleichbare Kontrollen innerhalb der EU? Sind die EU-Kontrolleure so viel besser als die Schweizer Kontrolleure? Das kann wohl kaum Ihre Meinung sein. Die EU hat mit der Entsenderichtlinie eine entsprechende Regelung. Deren Einhaltung wird auch kontrolliert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dagobert Duck 29.09.2018 08:03
    Highlight Highlight Im Prinzip sagt er das, was Blocher sagt. Nur will er kein SVPler sein. Ziemlich sicher wählt er CVP Wendehälse (klingt nach Fribourg).
    • rodolofo 29.09.2018 09:33
      Highlight Highlight Warum Fribourg?
  • Binnennomade 29.09.2018 08:00
    Highlight Highlight Es ist wie wenn man Maradona nochmals an einem Freundschaftsspiel auflaufen lässt. Ein bisschen peinlich, aber hey, lasst ihm doch noch einmal die Freude!
    • Göschene-Eirolo 29.09.2018 12:45
      Highlight Highlight Immerhin schafft er es noch ohne Rollator!
  • lily.mcbean 29.09.2018 07:32
    Highlight Highlight Gerne wüsste ich Heinrich Michel's Adresse damit ich ihm ein par Würste für seine Suppe schicken könnte, herrlich wie er Herr Blocher belehrt hat! 😅
    • ströfzgi 29.09.2018 08:54
      Highlight Highlight Belehrt oder Dampf abgelassen?

      Nicht ganz das Gleiche.
    • mogad 29.09.2018 08:58
      Highlight Highlight Ich fand den Herrn Michel zum Fremdschämen. Mit welchem Selbstbewusstsein der seine inhaltslose Stammtischparole ausgerufen hat: Ihr macht einfach nichts, zeigt endlich Füdli. Einer Arena unwürdig. Darauf ABR Blocher (zu Recht eher gelangweilt, wie mir schien), wir tun ja was, wir sagen nein.
    • let,s go 29.09.2018 09:17
      Highlight Highlight War wohl die Sternstunde seines (bescheidenen?) Lebens..😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hustler 29.09.2018 04:45
    Highlight Highlight Ich finde das lustige an der Geschichte ist, dass immer gesagt wird, ohne gute Beziehung zur EU schwindet der Wohlstand der Schweiz, was auch stimmen mag. Gleichzeigt verlangt man aber von uns, Massnahmen für den Erhalt des Wohlstands abzuschaffen um eben diese Beziehung aufrecht zu erhalten.
    • mogad 29.09.2018 09:19
      Highlight Highlight Den Wohlstand erarbeiten die Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und nicht die EU-Bürokratie. Das Gefährliche an der EU: sie kann grosse Probleme nicht lösen. Sie lenkt sie in andere Kanäle. Arbeitslosigkeit: Griechenland 19,5%; Spanien 15,1%, Italien 10,4%, Frankreich 9,2%. Die EU will, dass die wirtsch. erfolgreichen Länder des Nordens dieses Elend ausgleichen, damit sie nicht auseinanderfällt. Korruption: 14 Milliarden Hilfsgelder für die Flüchtlingslager in Griechenland sind einfach versickert. Die Lebensbedingungen der Migranten sind so elend wie zuvor. Usw.usf.
    • *klippklapp* 29.09.2018 10:30
      Highlight Highlight Die Frage ist ja, wessen Wohlstand in Gefahr ist.
      Lohnschtz trifft in erster Linie den Arbeiter. Kein Rahmenabkommen schadet den Unternehmen.
      Ich weiss das diese beiden Sachen zusammenhängen. Trotzdem spannend zu sehen welchen Punkt des Rahmenabkommens die Bürgelichen am liebsten opfern wollen.
    • FrancoL 29.09.2018 10:59
      Highlight Highlight @mogad; Die EU ist auch nicht da um die Probleme der einzelnen Länder zu lösen. Was ist das für eine eigenartige Sicht der EU?
      Sie regelt soweit es geht die Probleme zwischen den Ländern und gibt ihnen einen gewissen Zusammenhalt, zumindest sie gab ihn.

      Die zentralen Probleme der Länder regelt sie eben nicht weil sie das nicht kann. Und das sollte uns zeigen, dass sie gar nicht so eingreifen und lenken kann wie es die einheimische Rechte immer darzustellen versucht.

      Die Staaten sind immer noch souverän und das bleiben sie auch. Wer in EU Staaten arbeitet, kann dies gut mitbekommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSimu 29.09.2018 02:21
    Highlight Highlight "Wenn Sie die Schweiz nicht aufgeben wollen, dürfen Sie nichts tun, ausser nein zu sagen!"

    Autsch. Einfach autsch.
    • rodolofo 29.09.2018 09:38
      Highlight Highlight @ DerSimu
      Vor allem müsste man doch erst mal wissen, zu WAS wir nein sagen sollen!
      Einfach immer aus Prinzip Nein sagen bei uns in der Schweiz bisher nur die Appenzell-Innerrödler.
      Aber ob das wirklich gut ist?
    • Die Redaktion 29.09.2018 10:40
      Highlight Highlight @rodolofo

      Nein.
    • DerSimu 29.09.2018 10:41
      Highlight Highlight @rodolofo das meine ich ja mit meinem kommentar
  • Fairness_3 29.09.2018 02:06
    Highlight Highlight Ich kann die Laier von Pardini nicht mehr hören. Einfach total unschweizerisch, wenn man auf stur schaltet und sich nicht gesprächsbereit zeigt bezüglich Rahmenabkommen. Und dann ständig diese Hysterie von der SP um die Frauenquote im Bundesrat. Die Fähigkeiten eines Politikers oder einer Politikerin spielen bei den Genossen wohl nur eine untergeordnete Rolle. Traurig aber wahr.
    • loquito 29.09.2018 08:46
      Highlight Highlight Diese blöde Aussage mit den Fähigkeiten und Kompetenzen kommt immer und ist bis Heute falsch! Als gäbe es kaum fähige Frauen und Mann sich dann für eine Unfähige entscheiden müsste, wenn man eine Frau nimmt. Meine Erfahrung ist, es gibt mehr unfähige Männer, welche so tun als wären sie super, als unfähige Frauen...
    • rodolofo 29.09.2018 09:23
      Highlight Highlight Ach ja, unschweizerisch?
      Wie würdest Du denn das sture Festhalten an einem Freihandel, der nur den "Oberen Zehntausend" wirklich etwas bringt, nennen?
      Typisch Schweizerisches Schaffertum?
      Aber das mit den Flüchtlingen könnt Ihr nicht schaffen.
      Sagt Ihr doch ständig selber, Ihr unschweizerischen Weicheier...
    • Sportfan 29.09.2018 09:59
      Highlight Highlight Solange geographische Kriterien eine Rolle spielen, ist es wohl klar, dass auch die Geschlechter Frage eine Rollen spielen muss. Dem Tessin wird ein BR gegönnt, den Frauen nicht, oder was?

      Wie Schweizerisch ist es denn, dass der andere Gesprächspartner gewisse „Geheimpapiere“ gar nicht haben darf? Hier wurde seitens FDP BR ein Dreckspiel betrieben und die Gewerkschaft hat es durchschaut. Alleine, dass immer diese 8 Tageregel zur Sprache kommt, zeigt, wie wir belogen werden. Es geht um viel mehr und dagegen wehrt sich die Gewerkschaften und ich muss sagen, ich bin verdammt froh darum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 29.09.2018 01:24
    Highlight Highlight Wenn aus der wahrscheinlich geschenkten Kohäsionsmilliarde nur leere Luft von Seiten der EU rauskommt, verlange ich eine komplette Revision des gesamten Parlaments inklusive Bundesrates. Dann haben die nämlich eindeutig keine Ahnung, was sie eigentlich machen und gehören ebenso aus der Politik ausgeschafft, wie die SVP die Ausschaffung krimineller Ausländer propagiert ;)
    • Die Redaktion 29.09.2018 08:44
      Highlight Highlight @Clife

      Sie werden entsetzt sein zu sehen, dass sie tatsächlich eine Ahnung haben von dem was sie da tun.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kohäsionsmilliarde#Durch_den_Erweiterungsbeitrag_finanzierte_Projekte_(Beispiele)
    • loquito 29.09.2018 09:03
      Highlight Highlight Kohäsionsmiliarde ist der falsche Name. Google mal. Das Geld fliesst durch Projektr teilweise zurück und geht an die Länder und nicht an die EU. Dieses Geld sichert uns auch die teilweise Teilhabe am der Wirtschaft der neuen EU Länder. Also gewinnt die CH sehr viel durch dieses Geld und es wird nicht einfach der EU geschenkt, wie Ihr immer tut. Lest doch mal nach, informiert euch, statt zu poltern und dabei SVP Müll rauszulassen, bitte
    • rodolofo 29.09.2018 09:39
      Highlight Highlight Und wer geht anschaffen?
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