Schweiz
Gesellschaft & Politik

Wie die Alten die Jungen an den Abstimmungen dominieren

Wie die Alten die Jungen an den Abstimmungen dominieren

24.02.2019, 07:4424.02.2019, 12:44

In der Schweizer Politik vertieft sich der Graben zwischen Jung und Alt: Die Rentner verlieren derzeit kaum eine Abstimmung, während sich die Jungen bei gewissen Fragen nur schwer durchsetzen können. Dies schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Vox- und Voto-Analysen zu den Urnengängen der jetzigen Legislatur.

Ein Buerger gibt seine Stimme ab bei Gemeindepraesident Peter Binz, links, am Samstag, 26. November 2016, in der Gemeinde Medels (Lucmagn). In der Gemeinde fahren jeweils zwei Mitglieder des Vorstande ...
Abstimmen in der Bündner Gemeinde Medels.Bild: KEYSTONE

Demnach hat die Gruppe der über 60-Jährigen nur einmal den Kürzeren gezogen, beim Nein zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Die Jungen wurden demgegenüber bei jedem fünften Urnengang in die Minderheit versetzt: Sie hätten etwa die letzte AHV-Reform angenommen, den fixen Atomausstieg sowie die Initiative für eine grüne Wirtschaft.

Trotz dieser Unterschiede: Von einem eigentlichen Generationenkonflikt wollen laut «NZZ am Sonntag» derzeit weder Politologen noch die Jungparteien selber sprechen.

Allerdings wird unter den Jungen der Ruf lauter, man müsse ihnen mit einer Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre mehr Durchschlagskraft verleihen.

Sollen auch 16-Jährige sowie Ausländerinnen und Ausländer abstimmen dürfen?
An dieser Umfrage haben insgesamt 2507 Personen teilgenommen

Interessant ist die Dominanz der Alten nicht zuletzt mit Blick auf die grosse Steuer- und AHV-Reform, über die am 19. Mai abgestimmt wird. Hier zeigt sich zumindest in der institutionellen Politik ein klarer Altersgraben: Gleich fünf von sieben Jungparteien bekämpfen die Reform, während die Mutterparteien mehrheitlich zustimmen. Sollte auch das Volk nach diesem Muster entscheiden, dürften sich die Alten auch dieses Mal durchsetzen. (mlu)

So haben Schweizerinnen das Wahlrecht erworben

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Stunden nach Protest: Tamedia bietet für Entlassungsgespräche auf
Der Protest der Angestellten vom Dienstag ändert offenbar nichts an den Abbauplänen von Tamedia.
Schon wenige Stunden später gingen erste Aufgebote zu Entlassungsgesprächen ein. Gegenüber der Leserschaft verteidigte die Geschäftsleitung ihr Vorgehen.
Zur Story