Schweiz
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Thousands of people form a giant pink ribbon during an event marking the start of breast cancer awareness month, inside the grounds of a military camp in Mexico City, Saturday, Oct. 1, 2016. Organizers from Mexico's Social Security Institute (IMSS), which oversees national medical, pension, housing, and other services, said more than 11,000 people, mainly IMSS employees, participated in the event. The Guinness World Record for the largest human awareness ribbon is held by a group of 8,264 women who formed a pink ribbon in Riyadh, Saudi Arabia in Dec. 2015. (AP Photo/Rebecca Blackwell)

Teilnehmerinnen am Pink Ribbon Lauf in Mexiko, einem Solidaritätslauf für Brustkrebs. Krebs ist einer Studie zufolge die zweithäufigste Todesursache bei Frauen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bild: Rebecca Blackwell/AP/KEYSTONE

Studie warnt: Krebs-Todesfälle bei Frauen werden dramatisch zunehmen



Rund 5.5 Millionen Frauen werden bis 2030 jedes Jahr weltweit an Krebs sterben – das ist das Ergebnis einer Studie, die eine dramatische Zunahme der Todesfälle von fast 60 Prozent im Vergleich zu 2012 vorhersagt. Die Autoren der am Dienstag in Paris vorgestellten Studie fordern eine bessere Aufklärung und Prävention vor allem in Entwicklungsländern sowie mehr Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankte.

Die massive Steigerung der Todesfälle führen die Wissenschaftler der US-Krebsgesellschaft, die für die Studie mit dem deutschen Pharmaunternehmen Merck zusammenarbeiteten, auf die Überalterung der Gesellschaft und das Bevölkerungswachstum zurück. Die meisten Todesfälle werden demnach bei Frauen in armen Ländern und solchen mit mittlerem Einkommen zu verzeichnen sein.

Die Untersuchung zeige auch die «grosse geographische Ungleichheit» bei der Verfügbarkeit von Präventionsmassnahmen und Behandlungsmethoden, sagte Ko-Autorin Sally Cowal der Nachrichtenagentur AFP am Rande des Weltkongresses zum Kampf gegen den Krebs in der französischen Hauptstadt.

Bereits 2012 starben 3.5 Millionen Frauen an Krebs, die meisten von ihnen in Entwicklungsländern. Insgesamt wurden acht Millionen Krebstote gezählt.

Die zu erwartende Steigerung der Todesfälle begründen die Wissenschaftler auch mit der Zunahme der bekannten Risikofaktoren wie der körperlichen Untätigkeit, schlechter Ernährung und Fettleibigkeit. Ebenso zählen späte erste Mutterschaften als Risikofaktor.

Cancer cells are seen on a large screen connected to a microscope at the CeBit computer fair in Hanover, Germany, March, 6, 2012.   To match Insight HEALTH-CANCER/IMMUNOTHERAPY   REUTERS/Fabian Bimmer/File Photo

Zuschauer betrachten eine Krebszellen auf einem Bildschirm.  Bild: Fabian Bimmer/REUTERS

Brustkrebs häufigste Krebsart

Krebs ist der Studie zufolge die zweithäufigste Todesursache bei Frauen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 2012 starben 14 Prozent aller Frauen an Krebs. Die vier häufigsten Krebsarten sind Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

In den meisten Fällen könnte die Erkrankung verhindert oder aber so frühzeitig entdeckt werden, dass eine Behandlung bessere Heilungschancen hat.

Die meisten Frauen erkranken an Brustkrebs: 2012 wurde bei 1.7 Millionen die Krankheit diagnostiziert, rund 520'000 starben daran. Rund 491'000 Frauen starben im selben Jahr an Lungenkrebs.

Die Autoren der Studie betonten, dass die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden könnten, wenn junge Mädchen gegen Humane Papillom Viren (HPV) geimpft würden. Hier sehen die Wissenschaftler jedoch in vielen Ländern noch Nachholbedarf, auch müsse der Zugang zu Früherkennungstests deutlich verbessert werden.

epa05531778 US actress and UN goodwill ambassador Angelina Jolie pose for photographers during her visit to Azraq Syrian refugee camp, 90 Km east of Amman, Jordan, 09 September 2016.  EPA/JAMAL NASRALLAH

Die Schauspielerin und UN-Botschafterin Angelina Jolie liess sich vor drei Jahren vorsorglich die Brustdrüsen operativ entfernen. Sie senkte damit ihr Brustkrebs-Risiko auf einen Wert unter fünf Prozent.  Bild: JAMAL NASRALLAH/EPA/KEYSTONE

Kaum Zugang zu Behandlung

Auch bei Brustkrebs bleibt der Zugang zu Früherkennungs- und Behandlungsmethoden in Entwicklungsländern ein grosses Problem. Die Studie spricht von einer «Unterversorgung» bei Bestrahlungsgeräten in Afrika und Südostasien – insgesamt gibt es demnach in rund 30 Staaten keine Möglichkeit für eine Strahlentherapie.

In den Ländern mit schwachem und mittleren Einkommen, die 60 Prozent der Krebsfälle aufweisen, sind nur 32 Prozent der weltweit verfügbaren Bestrahlungsgeräte, wie es heisst.

Eine weitere Schwachstelle sind schmerzstillende Opiate wie Morphium. Sie werden in Entwicklungsländern kaum eingesetzt, die laut der Studie weniger als fünf Prozent dieser Medikamente verbrauchen. Das bedeutet, dass die Kranken vielfach ohne schmerzlindernde Erleichterung sterben müssen.

In Paris sind bis Donnerstag mehr als 3500 Delegierte aus über 110 Ländern zu einem Weltkongress gegen den Krebs versammelt. Dabei geht es darum, eine Bestandsaufnahme der tödlichen Krankheit zu machen und nach Wegen zu ihrer Bekämpfung zu suchen. (sda/afp)

Diese Promi-Frauen haben den Kampf gegen den Krebs gewonnen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bongalicius 01.11.2016 23:14
    Highlight Highlight Da wird aus einer kleinen Fliege ein Elephant gemacht. Wenn man die 5.5 Millionen Todesfälle pro Jahr in Relation setzt zur Weltbevölkerung, die bis 2030 weit über 9 Miliarden sein wird, sind es gerade mal verschwindend kleine 0.06 bis 0.07% aller Menschen die daran sterben! Hunger und Krieg müssen erheblich härter bekämpft werden! Aber ein Pharma-Konzern kann daran kein Geld verdienen, weshalb hier so ein grosses TamTam um das Thema gemacht wird.
  • ARoq 01.11.2016 21:52
    Highlight Highlight Bedrückende Zahlen auch aus der Schweiz: "Heute leben in der Schweiz rund 300’000 Personen, bei denen eine Krebsdiagnose gestellt worden ist. Vor 25 Jahren waren es noch halb so viele."
    https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/350143/master
  • JJ17 01.11.2016 21:17
    Highlight Highlight Mir egal, ich bin ein Mann.
    • SVARTGARD 01.11.2016 21:45
      Highlight Highlight Und deine Eier?
    • ARoq 01.11.2016 22:10
      Highlight Highlight @SVARTGARD
      Hodenkrebs hat die besten Behandlungschancen. Daran stirbt man i.d.R. nur, wenn man die Behandlung verweigert. In der Schweiz sind in den Jahren 2009-2013 "nur" 10 Männer an Hodentumoren gestorben, im Vergleich sind in der selben Periode 1340 Männer dem Prostatakrebs erlegen und 1384 Frauen an Brustkrebs.
    • leonidaswarmegahappy 01.11.2016 22:34
      Highlight Highlight Ich zitiere meinen Kommentar von weiter unten: "Übrigens 1% der Brustkrebsfälle betrifft Männer. (meist tödlich weil es zu spät entdeckt wird)"
  • The Destiny // Team Telegram 01.11.2016 21:04
    Highlight Highlight Wie oder weshalb entsteht Brustkrebs ?
    • leonidaswarmegahappy 01.11.2016 22:24
      Highlight Highlight Die meistens Fälle von Brustkrebs (-90%) entstehen spontan, können also keiner einzelnen Ursache zugeordnet werden. Hinzu kommen natürlich genetische Veranlagungen. Im Prinzip geht es von entarteten Zellen aus, die sich dann teilen und sich über das Lymphsytem meistens in die Achselregion ausbreiten. Je nach dem wie viele Lymphgefässe betroffen sind, ist die Chance auf eine Heilung günstiger bzw. ungünstiger. Hat auch anatomische Aspekte wie viel Lymphgefässe (sehr variabel) die Betroffene aufweist. Übrigens 1% der Brustkrebsfälle betrifft Männer. (meist tödlich weil es zu spät entdeckt wird)
    • Amenone 02.11.2016 11:08
      Highlight Highlight Risikofaktoren gibt es sehr wohl, z.B. Schichtarbeit während mehreren Jahren, hormonelle Verhütung oder Supplementierung von zu viel Folsäure... Dass Medikamente als mögliche Ursachen für Brustkrebs (und die starke Zunahme davon) von der Pharma nicht genannt werden, ist ja logisch...
    • leonidaswarmegahappy 02.11.2016 14:07
      Highlight Highlight @Amenone:
      Habe nie gesagt, dass es für Brustkrebs keine Risikofaktoren gibt. Es ist nur so, dass diese Faktoren zusammenwirken und sich aus dem Gefüge ein Brustkrebs entwickeln kann- nicht muss. (wo wir wieder bei den spontanen Fällen sind)
      Ja das wäre halt finanziell auch nicht von Vorteil so etwas zu publizieren..😏🤔
  • mrmikech 01.11.2016 21:03
    Highlight Highlight Wie wäre es mit aufhören zu rauchen? Ich sehe hier in Zürich unglaubliche viele jüngere Frauen die rauchen. Wissen die nicht das rauchen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bewirkt? Jede Zigarette ist ein Schritt näher zu Brustamputation. Muss mal gesagt werden.
    • Lami23 02.11.2016 07:13
      Highlight Highlight An alle Blitzer, da ist was wahres dran. Ob im Bezug suf Brustkrebs weiss ich nicht. Aber ich habe in meiner Gesundheitskarriere noch kaum eine Frau mit COPD oder Bronchuskarzinom gesehen. Allerdings sagt die Statistik, das Frauen beim rauchen stark aufholen. Also werden sie diese sehr unangenehmen Krankheiten in den nächsten Jahren auch betreffen.

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