Dafalgan-Sirup in der Schweiz knapp – das ist der Grund
«Unser Grosshändler hat uns Ende letzten Jahres mitgeteilt, dass es beim Dafalgan-Sirup zu einem Lieferengpass gekommen ist», sagt Christophe Berger, Präsident der Waadtländer Apothekergesellschaft, in den 19.30-Nachrichten des RTS.
Das vom französischen Hersteller UPSA stammende Medikament wird von Ärztinnen und Ärzten bei Fieber oder Schmerzen verschrieben und gilt bei Eltern als bevorzugtes Mittel zur Behandlung ihrer Kinder. Zudem wird das Produkt von der Grundversicherung übernommen.
Da es weder eine Alternative noch ein Generikum gibt, hat dieser Engpass Auswirkungen auf den Geldbeutel der Haushalte. Wie das RTS festhält, müssen Eltern auf Dafalgan Dolo ausweichen – ein identisches, ebenfalls von UPSA hergestelltes Medikament, das jedoch nicht von der Versicherung vergütet wird.
Laut Christophe Berger kostet eine Flasche dieses Produkts «nur acht Franken» gegenüber den 2.55 Franken für den derzeit nicht erhältlichen Sirup. «Dafalgan Dolo ist exakt dieselbe Behandlung, einzig die Verpackung unterscheidet sich», betont der Apotheker gegenüber RTS.
Er fügt hinzu:
Ein administrativer Rückschlag
Dieses Verpackungsproblem steht im Zentrum des Engpasses, da sich die Ursache auch auf dieser Seite findet. Laut RTS hat UPSA kürzlich bei Swissmedic eine Änderung der Sirup-Flasche eingereicht, um einen versiegelten Verschluss einzuführen.
Am 31. Oktober hat die Behörde diese neue Version von Dafalgan Dolo genehmigt. Was das erstattungsfähige Medikament betrifft, so hat sie jedoch eine grafische Anpassung verlangt – eine Entscheidung, die UPSA überrascht habe, so der Geschäftsführer der Schweizer Tochtergesellschaft gegenüber den öffentlichen Medien.
Daher musste ein neuer Antrag gestellt werden. Dieser bürokratische Rückschlag verhinderte die Markteinführung des Sirups in seiner neuen Form und führte zu einem Ausverkauf der Bestände.
Auf Anfrage des RTS verweist Swissmedic auf die Verantwortung des Herstellers, der dafür sorgen müsse, «dass seine Verpackungen den geltenden Richtlinien entsprechen». UPSA Switzerland versichert ihrerseits, dass sie «mit höchster Dringlichkeit» daran arbeite, das erstattungsfähige Medikament wieder auf Lager zu bringen.
Eine schrittweise Rückkehr in die Schweizer Apotheken ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. (jzs/fwa)
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