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ARCHIV - ZUR MELDUG DASS SWISSTRANSPLANT IM JAHR 2015 SO VIELE LEBENSRETTENDE ORGANE ZUGETEILT HAT WIE NOCH NIE, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG. NACH WIE VOR STIRBT ABER JEDE WOCHE MINDESTENS EINE PERSON PRO WOCHE WAEHREND DES WARTENS AUF EIN ORGAN. - Eine Infusion mit Salzloesung waehrend einer Nierenimplantation am Universitaetsspital Basel, aufgenommen am 6. September 2004. Das Basler Universitaetsspital fuehrt im Jahr ungefaehr 20 Nierentransplantationen durch. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ärzte während einer Operation am Universitätsspital Basel.
Bild: KEYSTONE

Pfleger verweigern Grippe-Impfung: Unispital Basel will herausfinden, warum 

Impfen gegen Grippe oder nicht? Diese Frage spaltet nicht nur die Bevölkerung, sondern ist in den Spitälern ein heikles Thema. Um herauszufinden, warum sich eine Mehrheit der Pflegenden gegen eine Impfung weigert, gehen das Universitätsspital Basel und das Kantonsspital St.Gallen neue Wege. Sie haben ein Forschungsprogramm entwickelt, mit dem sie herausfinden wollen, wie ihre Mitarbeiter ticken. 



Die Impfquoten des Pflegepersonals in den Schweizer Spitälern sind tief. 16 Prozent in der Deutschschweiz, 30 Prozent in der Romandie, in Luzern beträgt sie gar nur 10 Prozent und in Bülach 7,7 Prozent. 

Weil das Thema zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert wird, reagieren die Spitäler nun darauf. Das Kantonsspital Luzern, wie auch das Universitätsspital Basel etwa erfassen neu Ansteckungen systematisch und lassen bei allen Patienten mit Symptomen automatisch abklären, ob sie Influenza haben. Das Universitätsspital Zürich und das Berner Inselspital untersuchen Patienten sowie Mitarbeiter um aufzuzeigen, wer sich wo ansteckt und wie wichtig Impfungen seien. Gewisse Stimmen wollen gar ein Impf-Obligatorium für das Pflegepersonal einführen. 

Das Universitätsspital Basel geht noch einen Schritt weiter. Dort wollen die Verantwortlichen herausfinden, warum sich in gewissen Pflegeteams sehr viele impfen lassen, bei anderen hingegen fast keine. Anja Ulrich, Fachbereichsleiterin Pflege Medizin, sagt: «Vor drei Jahren hatten wir mit einer Impfquote von 8 Prozent beim Pflegepersonal einen absoluten Tiefpunkt erreicht, darauf mussten wir reagieren.» Basierend auf einer Kampagne des Bundes rief eine Gruppe aus Infektiologen, Spitalhygienikern und der Pflegeleitung eine eigene ins Leben. Dabei ging es im Kern um drei Punkte: 

Punkt drei führte zu Aktionen wie einer Impf-Bar vor der Kantine oder Impfungen auf den Abteilungen – «wir gingen hin zu den Leuten», sagt Ulrich. Das war erfolgreich. Die Quote stieg innerhalb von drei Jahren auf fast 30 Prozent (54 Prozent bei den Ärzten, 22 Prozent beim Pflegepersonal, 22 Prozent in der Administration). Allerdings stagnierte dieser Wert und die Spital-Verantwortlichen suchten nach neuen Wegen, die Quote zu steigern. 

Blick auf Haus 3, links, und Haus 4 des Kantonsspitals St. Gallen, aufgenommen am Montag, 24. November 2014, in St. Gallen. Das St. Galler Stimmvolk befindet am 30. November 2014 ueber den Kantonsratsbeschluss ueber den Neubau der Haeuser 07A/07B des Kantonsspitals St.Gallen, sowie die Gewaehrung eines Darlehens an die Stiftung Ostschweizer Kinderspital fuer einen Neubau auf dem Areal des Kantonsspitals, im Umfang von 400 Millionen respektive rund 125,6 Millionen Franken. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Die Hochhäuser des Kantonsspitals St.Gallen.
Bild: KEYSTONE

«Wir wollen wissen, was der Grund derjenigen Teams, die eine hohe Impfquote haben, ist, dass sie sich impfen liessen. Der Sinn ist, von einem positiven Ansatz aus zu erforschen, von den Besten zu lernen», sagt Ulrich. Man kam zum Schluss, ein Forschungsprogramm mit dem Namen SIP (Seasonal Influenza Prevention) ins Leben zu rufen. Oberstes Ziel davon ist eine multidimensionale Intervention aufzubauen, um Grippe-Ansteckungen im Spital zu reduzieren. 

Dieses Programm wird jetzt umgesetzt. Momentan entwickelt ein Team ein Überwachungssystem für den klinischen Alltag. Weiter werden systematisch Unterschiede und Bedürfnisse des Pflegepersonals im Umgang mit Grippe-Präventionsmassnahmen erfasst. Dazu gehören eine gut geschulte Händehygiene und das Tragen von Masken. Das Ganze wird über mehrere Spitäler getestet. Forschungsleiter sind Matthias Schlegel, Leiter der Spitalhygiene des Kantonsspitals St.Gallen, und Dunja Nicca, Assistenzprofessorin Institut für Pflegewissenschaft am Universitätsspital Basel. Der Mensch, der Mitarbeiter soll im Mittelpunkt stehen, individuelle Gespräche sind ein weiterer Aspekt des Programms. 

«Wir sind noch ganz am Anfang», sagt Nicca. Allerdings ist die Projektidee im September bereits ausgezeichnet worden – von der Schweizerischen Gesellschaft für Spitalhygiene. In einem ersten Schritt strebt das Universitätsspital Basel eine Impfquote von 35 Prozent an, danach soll sie auf 60 Prozent gesteigert werden. 

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