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Das bekannteste Glyphosat-Produkt stammt vom Gentech-Konzern Monsanto und heisst «Roundup».
Das bekannteste Glyphosat-Produkt stammt vom Gentech-Konzern Monsanto und heisst «Roundup».
Bild: EPA/EPA

Frankreich verbietet Pflanzengift von Monsanto & Co – Schweizer Grüne wollen nachziehen

Die französische Regierung hat angekündigt, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verbieten. Damit wagt das Land einen Alleingang innerhalb der EU. Nun wollen die Grünen auch hierzulande ein Verbot.
27.09.2017, 06:4227.09.2017, 16:10

Die französische Regierung hat am Montag angekündigt, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bis zum Jahr 2022 komplett zu verbieten. Nun wollen Schweizer Politiker nachziehen: «Die Grüne Fraktion wird vom Bundesrat ein Verbot der Anwendung von Glyphosat bis 2022 verlangen», sagt Nationalrätin Maya Graf auf Anfrage. 

Die Grünen pochen schon seit geraumer Zeit auf ein Verbot von glyphosathaltigen Pestiziden – bislang erfolglos. Nun, nachdem sich Frankreich – entgegen der Linie der EU – für ein Verbot ausgesprochen hat, wittert Graf Morgenluft: «Die französische Regierung setzt damit ein wichtiges Zeichen – und zeigt Mut, sich gegen die Chemie zu stellen.»

«Wahrscheinlich krebserregend»

Über die gesundheitlichen Folgen des Glyphosat-Einsatzes streiten Politiker und Umweltverbände schon seit geraumer Zeit – in der EU genauso wie in der Schweiz. 2013 haben Forscher europaweit menschlichen Urin auf Glyphosat und das Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure untersucht. Ergebnis: Das Pflanzengift konnte in den Urinproben nachgewiesen werden – auch in solchen aus der Schweiz. 

Nachdem der Sprecher der französischen Regierung, Christophe Castaner, das Verbot am Montag angekündigt hatte, relativierte er seine Aussage in späteren Interviews. Die Regierung verpflichte sich, in diesem Bereich bis 2022 «signifikante Fortschritte» zu erzielen. «Ziel ist es, bis Ende der fünfjährigen Regierungszeit Ersatzprodukte gefunden zu haben», lautet sein letztes Statement. (kün)

Wie gefährlich das Herbizid aber tatsächlich ist, ist umstritten. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) befand, dass das Pflanzengift für den Menschen «wahrscheinlich krebserregend» sei. 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hingegen stufte das Mittel als ungefährlich ein. Sie berief sich dabei auf Forschungsergebnisse, ohne diese offenzulegen. 

Auf diesen Bericht beruft sich auch der Bundesrat in seinen Antworten auf mehrere Vorstösse zum Thema. Allerdings versprach er Anfang des letzten Jahres, zusammen mit der EU zu prüfen, warum die beiden wichtigen Gremien zu unterschiedlichen Resultaten kommen. Erst danach will das zuständige Bundesamt für Landwirtschaft weitere Schritte prüfen. 

Klar ist, dass sich die Schweizer Politik der Thematik stellen muss. Neben parlamentarischen Vorstössen wollen auch zwei Volksinitiativen den Pestizid-Hahn zudrehen in der Schweiz. Derzeit sammelt ein Komitee Unterschriften für eine Initiative, die synthetische Pestizide komplett verbieten will. Ein weiteres verlangt, dass Landwirte keine Subventionen mehr erhalten, wenn sie Pestizide verwenden. 

In der Schweiz stärkere Einschränkungen als in der EU

Der Schweizer Bauernverband wehrt sich im Gespräch mit watson gegen Schnellschüsse. David Brugger, Leiter Geschäftsbereich Pflanzenbau: «Wir verlassen uns auf die Zulassungsbehörde. Solange sie Glyphosat nicht verbietet, sehen wir auch kein Problem.» Laut Brugger sei das Mittel in der Schweiz zudem mit viel stärkeren Einschränkungen belegt als in der EU: «Die Anwendung von Glyphosat kurz vor der Ernte ist in der Schweiz nicht zugelassen. Das Mittel wird hier vor allem zur Bekämpfung problematischer Unkräuter zwischen zwei Saaten eingesetzt, die Kultur selber wird nie besprüht.»

Glyphosat wird von Landwirten und Privaten zum Vernichten von Unkraut angewandt. Das bekannteste Produkt stammt vom Gentech-Konzern Monsanto und heisst «Roundup». Auch die SBB spritzen damit ihre Bahngleise, wie die Zeitung «Le Matin» im Juni berichtete. 

Schweizer Milchbauern kämpfen um ihre Existenz

Video: srf

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