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Dank Trick mit Alstom-Werken im Aargau: In einer Stunde 1,5 Milliarden Steuern gespart

Der US-Konzern GE spart mit dem Aargau gleich doppelt. Einerseits werden in der Region hunderte von Arbeitsplätzen abgebaut. Und jetzt zeigen Recherchen des Tages-Anzeigers: Dank einem (legalen) Trick mit der Aargauer Tochterfirma GE Energy Switzerland spart GE Steuern in Milliardenhöhe.
23.01.2017, 13:1723.01.2017, 13:36
Seit 2015 gehört Alstom zum US-Konzern GE.
Seit 2015 gehört Alstom zum US-Konzern GE.Bild: Keystone

Der US-Gigant General Electrics (GE) spart Steuern mit Schweizer Hilfe: «Ein Meisterwerk, das GE mit seiner Aargauer Tochterfirma GE Energy Switzerland vollbrachte», schreibt der Tages-Anzeiger. In nur 60 Minuten sei der Wert der in Baden registrierten Tochterfirma GE Energy Switzerland um das 167'500-Fache gestiegen.

Und so funktionierte die «Steueroptimierung» gemäss Recherchen des Tages-Anzeigers.

1. Schritt: GE Europe verkauft GE Energy Switzerland an GE Ungarn. Preis: 40'000 Franken

2. Schritt: GE Ungarn verkauft GE Energy Switzerland an GE Energy Europe. Preis: 6.4 Milliarden Franken.

3. Schritt: GE Energy Switzerland kauft GE Ungarn Rechte ab. Preis: 8.1 Milliarden Franken.

4. Schritt: GE Energy Switzerland kauft GE Ungarn. Preis: unbekannt.

Der ganze Vorgang habe GE an am 21. Dezember 2015 zwischen 12 und 13 Uhr abgewickelt, so der «Tages-Anzeiger».

Kein Kommentar von GE

Der Steuertrick ist legal. Internationale Konzerne können ihre Gewinne in Europa zwischen Tochterfirmen hin- und herschieben, so dass am Schluss der Betrag, der zu versteuern ist, bis gegen Null schrumpfen kann oder der Gewinn in einem Land mit günstigen Steuersätzen anfällt. Die Unternehmenssteuerreform III (Abstimmung am 12. Februar) würde daran nichts ändern.

Der Konzern GE sowie auch alt Bundesrat Deiss, der als Verwaltungsratspräsident von Alstom Schweiz amtete und vorübergehend in die Geschäftsleitung GE wechselte, geben laut der Zeitung keinen Kommentar zu den Recherchen ab. Auch der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann habe die Story «aus Datenschutzgründen» nicht kommentieren wollen.

Gegen 900 Jobs weg und neue Firmen in Baden

Jetzt auf

Mit der Übernahme der Alstom-Werke in Baden, Birr, Dättwil, Turgi und Oberentfelden hatte GE insgesamt 900 Arbeitsplätze an den Schweizer Standorten gestrichen. Zugleich gründete der Konzern jedoch neue Firmen: Er liess mindestens zehn Firmen mit dem Kürzel GE in Baden registrieren, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt. (whr/az)

Stellenabbau bei Alstom

General Electrics baut nach der Übernahme von Alstom nicht wie befürchtet 1300, sondern nur 900 Stellen ab. Wie viel Strategie steckt dahinter? Video: © TeleM1
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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BobdasFahrrad
23.01.2017 15:30registriert Januar 2017
Ein Politiker sagte mir mal, im Umgang mit Grosskonzernen sei man als Politiker wie ein Kapitän in einem Boot, in welchem das Ruder nicht ganz bis zum Wasser reicht.. man kann zwar steuern, aber man ist dennoch Passagier. Ich bin zwar kein Freund von Globalisierungsverschwörungen, aber die Grosskonzerne haben sich längst von Gebilden wie Staaten abgenabelt und spielen diese nur noch für eine bessere Shareholder Value gegeneinander aus..
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Holiduli
23.01.2017 13:28registriert Oktober 2015
Jeder weiss, dass Firmen mit diesen legalen Tricks Steuern sparen, doch irgendwie scheint mir niemand eine Lösung zu haben. Ist es wirklich so schwierig, etwas dagegen zu tun? Woran scheitert es? An der Machbarkeit oder am politischen Willen? Falls es Blödsinn am politischen Willen scheitert, wie würde eine Lösung aussehen?
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Matthias Studer
23.01.2017 14:15registriert Februar 2014
Habe nur ein Wort dafür. Pervers.

Eigentlich müsste man die Politiker, die mit ihren Gesetzen so etwas ermöglichen, als Landesverräter anklagen.
Schließlich haben sie einen Eid abgelegt. Und ich bin mir sicher, niergends ist ein Satzteil, zur persönlichen Bereicherung, in dem Eid enthalten.
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