Schweiz
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ARCHIVBILD ZUM UEBERSCHUSS VON 2,9 MILLIARDEN FRANKEN IN DER RECHNUNG DES BUNDES FUER 2018, AM MITTWOCH, 13. FEBRUAR 2019 - The Federal Palace in Berne, Switzerland, pictured in strong winds on March 12, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Bundeshaus in Bern, aufgenommen bei starkem Wind am 12. Maerz 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Schweiz ist auch in der Krise ein Bundesstaat. Bundesbern regiert nur sekundär. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Die Kritik am BAG ist nur halb berechtigt – das grössere Problem heisst Föderalismus

Das BAG steht seit Wochen in der Kritik. Schuld an den Problemen ist nicht nur eine Behörde – sondern der an sich vernünftige Föderalismus, der zurzeit besser gelebt werden könnte.



Vergangenes Wochenende bat mich ein befreundeter chinesischer Journalist, ihm zu erklären, wie die epidemiologische Lage in der Schweiz aussieht. Er habe von «Problemen» gehört und verstehe nicht, wie das in solch einem reichen Land möglich sei.

Er ist nicht der einzige mit diesem Eindruck. Hierzulande scheint vieles im Corona-Containment schief zu laufen. Die Pannenserie ist lang. Es fing an mit dem Maskenstreit, aus einem 109- wurde ein neunjähriges Opfer, zur Quarantäne gabs widersprüchliche Informationen. Der vorläufige Höhepunkt in der Kommunikationskrise war ein unter 30-jähriger Mann, der fälschlicherweise für tot erklärt wurde.

Das BAG-Kader um Stefan Kuster (Leiter Übertragbare Krankheiten) und Pascal Strupler (Direktor) steht seither unter Dauerbeschuss. In ihrer Haut will niemand stecken. Die Kritik am Krisenmanagement des Bundes ist nachvollziehbar. Grund für die Pannenserie ist aber nicht in erster Stelle das BAG, sondern die aktuelle Ausgestaltung des Föderalismus und welche Erwartungen wir an den Staat während einer Pandemie stellen.

Fakt ist: Das Virus, ob in Genf, Zürich oder am Walensee, ist dasselbe. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse gelten im Tessin gleich wie im Berner Jura. Die Probleme eines aufwändigen Contact Tracings nach Superspreading-Events sind dieselben, ob sie im Muotathal oder im Knonaueramt passieren.

Eine Pandemie schreit deshalb nach Koordination: Der Bund sollte Daten zentral sammeln, den Wissenschaftsdialog fördern, die Massnahmen koordinieren und zwecks Akzeptanz angleichen. Und er soll mit gemeinsamer Stimme kommunizieren, damit die Wissenschaft, die Bevölkerung und die Medien nicht bei 26 Kantonen einzeln nachfragen müssen.

So sollte es sein – doch das ist nicht ganz einfach.

Unser Land ist anders aufgebaut und zurecht stolz auf den Föderalismus. Die Kantone sind heute in vielen gesundheitlichen Fragen zuständig für die Bewältigung der Krise – so will es die besondere Lage, die der Bundesrat ausgerufen hat. Der Bund darf nur Verantwortung übernehmen, wenn es die Kantone von ihm verlangen.

Steht das BAG zurecht in der Kritik?

Die Kantone stehen wiederum in der Verantwortung, diese Hilfe zu verlangen und dem Bund klar mitzuteilen, welche Marschrichtung sie wollen. Und das ist bis heute nicht passiert. Stattdessen haben Bund und Kantone eine gegenseitige Erwartungshaltung, in der sie sich Fehler, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen gegenseitig zuschieben – und gar Koordinationssitzungen aus zeitlichen Gründen fernbleiben.

So kam es zu Problemen beim Contact Tracing, das von den 26 Kantonen zunächst einfach so verlangt wurde. Einige Kantonen setzten auf Excel-Listen, andere auf die Rückverfolgungs-Spezialsoftware «Sormas».

So kam es, dass Kantone und Bund unterschiedliche Daten zu Ansteckungsorten publizierten, während die wissenschaftliche Taskforce über Datenmangel klagte.

Und so kam es auch, dass der Bund einen unter 30-jährigen Mann fälschlicherweise für tot erklärte, nachdem zuvor der zuständige Kanton Bern auf Anfragen von Medien und des BAG schwieg.

Hätten die Kantone und der Bund früher das Krisenmanagement angesprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht, stände das BAG heute nicht dermassen in der Kritik. Um das Vertrauen zurück zu gewinnen, braucht es nämlich nicht viel:

Wenn sich der Bundesrat diese Woche mit den Kantonen trifft, dann sollten sie sich diese Punkte auf die Traktandenliste setzen. Die Schweiz sollte eine Vorbildfunktion in der weltweiten Pandemie werden – und nicht im Ausland für Pannenserien bekannt werden.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bananenrepublikaner 18.08.2020 17:32
    Highlight Highlight Den Föderalismus in allen Ehren aber in einer solch komplexen Situation braucht es einheitliches und entschiedenes Vorgehen. 26 unterschiedliche Vorangehensweisen die COVID-19-Herausforderung zu bewältigen ist schlicht lächerlich und hat was von einer Banenrepublik.
  • Rethinking 18.08.2020 15:51
    Highlight Highlight Moderne Organisations- und Führungsmodelle gehen alle in Richtung Dezentralisierung, flache Hierarchien, Selbstverantwortung und Selbstführung...

    Unser Förderalismus hat die besten Voraussetzungen um genau dies zu sein / werden...

    Was es braucht sind entsprechende Optimierungen an der Struktur und den Prozessen, neue Führungskräfte, Sicherstellung einer sauberen Umsetzung und steter Optimierung (ala Scrum Master) sowie eine Digitalisierung die das alles unterstützt...
  • Antichrist 18.08.2020 14:14
    Highlight Highlight Warum kauft nicht jeder Kanton seine eigenen Kampfflugzeige.
    Vom Birrfeld kann aber nur die F-35 II vertical lift starten.
  • Erwin 18.08.2020 13:58
    Highlight Highlight Im BAG sind keine Fachleite an der Spitze nur Jurisen und Akademiker, die haben alle nur ein Tunnelblick.
    Da bräuchten wir Fachpersonal aus der Front, mit Erfahrung und keine Theoretiker/Innen, das kann nicht gut gehen, zudem sind diese Leute viel zu teuer
  • Bert der Geologe 18.08.2020 13:36
    Highlight Highlight Es ist mir zu einfach, die Ursache auf den "Kantönligeist" zu schieben. Sicher, der ist oft hinderlich. Aber das BAG ist nun mal die übergreifende Behörde und es liegt an ihr, zu führen. Mal die grössten Kantone an einen Tisch zittieren und zu ihrem Glück zwingen. Für mich als News-Junkie ist es ärgerlich, dass die Meldungen an's BAG nicht einheitlich (immer zur selben Zeit) erfolgen. Es sind Rohdaten, ja/nein und eine Zahl. Ein Knopfdruck. Der Empfänger muss die Rohdaten sichten und bei Auffälligkeiten nachfragen. Wenn das der Lehrling nicht kann, muss halt der Chef ran.
  • infomann 18.08.2020 13:35
    Highlight Highlight Förderalismus ist vor allem für die Politiker gut, viel Sitzungen, viel Blabla und die Kosten trägt der Steuerzahler.
  • skisandtrail 18.08.2020 13:18
    Highlight Highlight " aus einem 109- wurde ein neunjähriges Opfer", war das nicht andersrum?
    Auch watson ist nicht fehlerfrei ;-) (falls ich auf dem Schlauch stehe, dann sorry)
    • Petar Marjanović 18.08.2020 14:42
      Highlight Highlight @skisandtrail: Soweit ich es bei mir notiert habe, war das Opfer 109-jährig, wurde aber als neunjähriges Opfer kommuniziert. Ist doch richtig so eingedeutscht, oder?
    • skisandtrail 18.08.2020 15:27
      Highlight Highlight Ach jetzt ist's klar. Ich hab die Aussage so verstanden, dass kommuniziert wurde, dass das Opfer 109-jährig war, jedoch dann zum 9-jährigen geändert wurde. Klassisches Missverständnis.
  • sowhat 18.08.2020 13:09
    Highlight Highlight Danke für diese kurze knappe Darstellung der Situation.

    Für mich ist mit dem Umgang der Kantone in dieser Sache jedenfalls klar geworden, dass der Föderalismus in der jetzigen Form überarbeitet gehört.
    Nicht um ihn zu eliminieren, sonder um ihn zu retten.

    Wir brauchen Anpassungen an die heutigen Anforderungen. Sonst werden wir eines Tages vor einem Scherbenhaufen stehen, und nicht verstehen wie das passieren konnte.
  • Nik G. 18.08.2020 13:04
    Highlight Highlight Nur weil ein Dokument digital vorhanden ist, heisst es nicht dass der Prozess digital ist. Ein Dokument kann man Ausdrucken, von Hand ausfüllen und via Post, Fax oder wieder einscannen und via Mail versenden. Dies alles wird von den Ärzten gemacht. Häufig sogar als Fax versendet weil angeblich (früher peer to peer ja) sicherer sei. Stimmt seit VOIP nicht mehr. Da Hausärzte nicht verpflichtet sind elektronisch zu arbeiten, wird sich so schnell nichts ändern. Wir lassen die "Götter in Weis" weiter bestimmen und den anderen die Schuld zu schieben.
  • crashwinston 18.08.2020 13:04
    Highlight Highlight Wir haben einfach viel zu viele Kantone. Man könnte ein paar kleinere zu grösseren zusammen fassen. Stellt euch Mal vor wie viel Verwaltung man sparen könnte. Man müsste auch weniger Politiker mit Steuergeld bezahlen. Ausserdem sine grosse Kantone sind viel digitaler unterwegs als kleinere Kantone.
    • sowhat 18.08.2020 20:11
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Kleinteiligkeit hat in manchen Dingen Vorteile. Was ich in Deutschland an Zusammenlegung von Gemeinden sehe, ist für die Bevölkerung kein Vorteil. Im Gegenteil.
      Ich danke aber es gibt Aufgaben die in unserer Zeit besser national als kantonal organisiert gehören. Das Gesundheitswesen ist mMn das hervorstechendste. Bedeutet, dass wir unseren Föderalismus den heutigen Gegebenheiten anpassen sollten.
  • Der_Andere 18.08.2020 13:02
    Highlight Highlight Es ist richtig, dass Kanton A in der Krise nicht gleich betroffen ist, wie Kanton B. Aber ist das der Punkt?

    Ich denke der Punkt ist nicht, dass es lokale Lösungsansätze nicht braucht oder sie nicht sinnvoll sind. Der Punkt ist, dass wir eine zentrale Führung in der Krise benötigen und nicht 26 dezentrale Entscheidungsgewalten, die kaum untereinander zu koordinieren sind. Eine zentrale Führung kann trotzdem lokale Lösungen anstreben.

    Dezentrale Systeme sind immer mühsam abzustimmen und von Kommunikationsproblemen geplagt, weil einfach zu viele Köche im selben Brei rühren.
  • Tommyboy Jones 18.08.2020 12:55
    Highlight Highlight Das Problem sind die Kantone und deren Vertreter. Heillos überforderte, häufig mit Selbstinszenierung beschäftigte, Halbschuhe.

    Während Wochen schrien die Kantönler, was der BR alles falsch macht, sie alles viel besser können und das die Kantone unverzüglichst wieder die Hoheit über das Corona-Management zu erhalten hätten.

    Nun zeigt sich halt leider, dass die Kantone in keinster Weise willig u./o. fähig sind.

    Der Bund sollte das Steuer wider selbst in die Hand und die Kantone (nur in Hinblick auf Umgang mit Corona) an die Kandare nehmen. Sie hatten ihre Chance und haben total versagt!
    • sowhat 18.08.2020 20:13
      Highlight Highlight Das klingt mir zu "hässig" obwohl ich dir im Grundtenor zustimme. (Und ja, es ärgert mich auch) darum kein Herz.
    • Tommyboy Jones 19.08.2020 07:51
      Highlight Highlight Hässig lasse ich gelten, ich persönlich bezeichne es eher als frustriert oder wirklich sehr genervt.

      Ich nehme die Kantone aktuell als pubertierende Teenager wahr.

      Auch das mit dem Herz geht voll in Ordnung, daher noch ein Herz von mir @sowhat :)
  • BlickvonAussen 18.08.2020 12:45
    Highlight Highlight "Hätten die Kantone und der Bund früher das Krisenmanagement angesprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht, ..."

    Auch so ein realitätsfremder Gedanke. Der Autor hat keine Ahnung vom helvetischen Einigung- und Entscheidungstempo.

    Beim Befolgen dieses Vorschlags ist Covid 19 ein Ereignis, welches vor 10000 Jahren stattgefunden hat.


  • Glücklicher 18.08.2020 12:44
    Highlight Highlight Der Föderalismus ist kein Problem, auch nicht in der Krise. Die Instrumente der Krisenbewältigung sind ja vorhanden:
    Von normal bis regionale Krise sind die Kantone verantwortlich (und können vom Bund Hilfe einfordern). Wirds schlimm und national, koordiniert der Bund und gibt einzelne schweizweite Vorgaben, die Kantone bleiben in der Verantwortung. Wirds ganz schlimm übernimmt der Bund die Verantwortung.
    März/April wars ganz schlimm, jetzt noch schlimm. Staatstechnisch also alles wie vorgesehen und der Situation angemessen.
    • sowhat 18.08.2020 20:16
      Highlight Highlight Wir sehen ja, dass es der Situation eben nicht angemessen ist. Die Kantone habens leider nicht im Griff. Eiern rum, können sich nicht abstimmen und sind nicht in der Lage die des Bundes zu erfüllen.
  • Think Deeper 18.08.2020 12:28
    Highlight Highlight Nicht das BAG ist das Problem.
    Wo sind die einsatzfähigen Kriegsgeschützen Spitäler und das notwendige Personal (Reservisten) welches jetzt hätte aktiviert werden können? Was wenn noch stärkere Pandemie kommt?
    Aber die föderalistische neoliberale Kanton betreiben lieber Steuersenkungen und ruinösen Wettbewerb, statt die seit 1995 anstehenden Aufgaben umzusetzen!!!!
  • Think Deeper 18.08.2020 12:23
    Highlight Highlight Das BAG ist nicht das Problem sondern der eigennützige Föderalismus und Neoliberalismus der permanent personelle Unterbesetzungen und Kostensparen, koste es was es wolle, durchsetzt. Im Krisenfall sind weder personelle Ressourcen noch Infrastruktur vorhanden.
    Die "Beste Armee der Welt" ist nicht in der Lage ihre Kampftruppen medizinisch adequat zu versorge, schon gar nicht bei biologischer Bedrohung, geschweige denn die Zivilbevölkerung. Seuchen und Biologische Bedrohungen (Pandemien und Viren sind genau dies!)
    Es stehen weder Spitäler, die verkauft wurde, noch Reservisten zur Verfügung,

  • c_meier 18.08.2020 12:12
    Highlight Highlight ".... dem Bund klar mitzuteilen, welche Marschrichtung sie (die Kantone) wollen. Und das ist bis heute nicht passiert."
    Die Kantone haben doch mehrheitlich mitgeteilt, sie wollen keine Aufhebung der 1000er-Grenze.
    was macht der Bundesrat? Hebt die Grenze auf per 01.10.2020.... 🙈
  • pascii 18.08.2020 12:09
    Highlight Highlight Weg mit dem Föderalismus bei Ereignissen die sich nicht an Grenzen halten. Ganz einfach.
    • Nate Smith 18.08.2020 12:34
      Highlight Highlight Er macht im gesamten Gesundheitsbereich sehr wenig Sinn. Das haben sogar einige Kantone erkannt und arbeiten nun doch vermehrt zusammen. Die gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen unterscheiden sich null in den verschiedenen Kantonen. Das föderale Gesundheitsystem hat teils zu einem massiven Überangebot in der Spitzenmedizin geführt, dessen Kosten wir nun jedes Jahr mit steigenden Prämien zahlen dürfen. Der Leerlauf der im Thema elektronisches Patientendossier von den Kantonen veranstaltet wurde sucht seinesgleichen.
  • Tixi 18.08.2020 12:09
    Highlight Highlight Petar du hast eine sehr gute Analyse geschrieben
  • De-Saint-Ex 18.08.2020 12:08
    Highlight Highlight Die Frage nach wer jetzt „mehr Schuld“ an dieser Kakophonie hat, bringt nichts. Bei einer weltweiten Pandemie den Kantonen so viel Entscheidungsbefugnisse zu überlassen ist unverantwortlich. Hier geht es um nationale Belange. Es muss überall in der Schweiz klar sein, was in welcher Situation zu tun ist. Und das muss der Bund nach Absprache mit den Kantonen anordnen. Ansonsten wird dieses Rumgeeiere und Zuschieben des schwarzen Peter‘s ohne klare Verantwortungsübernahme kein Ende nehmen.
    • sowhat 18.08.2020 13:14
      Highlight Highlight Das ist grundätzlich auch meine Sicht. Es bedeutet, dass die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen werden müssen. Heisst, es muss neu definiert werden, was föderalistisch organisiert werden soll und was national gelöst gehört.
  • Lowend 18.08.2020 12:05
    Highlight Highlight Ich versuche mir beim Thema Föderalismus immer vorzustellen, wie das in einer Millionenstadt wie New York oder ähnlich funktionieren würde, wenn dort jeder Bezirk eigene Gesetze, eigene Polizei, eigene Budgets, eigene Bauvorschriften, eigene Schulsysteme und weiss der Teufel was noch immer für Regelungen über Geschäftsöffnungen bis hin zu Preisen oder Steuern haben würde?

    Ich bin überzeugt, jeder würde sagen, dass dies der totale Irrsinn wäre, wenn von Strassenzug zu Strassenzug komplett andere Gesetze herrschen würden, aber genau in der Situation ist die Schweiz aus historischen Gründen.
  • Super8 18.08.2020 11:55
    Highlight Highlight Das grösste Problem ist die fehlende Digitalisierung.
  • Skeptischer Optimist 18.08.2020 11:54
    Highlight Highlight Der Föderalismus ist in den meisten Bereichen für ein Land unserer Grösse ist er in der praktizierten Form unvernünftig.

    Das Gesundheitswesen ist nur ein Aspekt. Auch bei der Raumplanung ist er nicht nur absurd, sondern schädlich.

    Er könnte Sinn machen, wenn die Kantone aufgelöst und durch Grossregionen abgelöst werden würde. Wobei diverse Grossregionen die Landesgrenzen überschreiten, so in Genf, Basel, dem Sottoceneri und Konstanz/Kreuzlingen.
  • NochEinKommentar 18.08.2020 11:44
    Highlight Highlight Der Föderalismus wir wie ihn die die letzten 150 Jahre hatten ist vermutlich nicht der richtige für die nächsten 150 Jahre und den zukünftigen h Herausforderungen. Wir sollten Anpassungen vornehmen und alte Zöpfe abschneiden. 4-5 Regionen anstelle 26 Kantone, kleine Gemeinden weiter zusammenlegen etc. E-Government weiter vorantreiben, die "Alten" von heute wissen auch wie man mit dem Internet arbeitet. Bis in 10-15 Jahren braucht es keinen Schalter mehr in jedem Dorf. Wichtig ist ebenfalls die Steuern dem digitalen Zeitalter anzupassen - z. Bsp. mit Transaktionssteuern.
    • K1aerer 18.08.2020 13:28
      Highlight Highlight Warum auf etwas Steuern erheben, welches nicht mal der Staat bereitstellt? Es macht schon Sinn, dass wir dezentrale Strukturen hat. Zentralistisch geführte Staaten wie Frankreich zeigen genauso, dass sie nicht in der Lage sind, die Pandemie in Griff zu bekommen. Aber offenbar lieben es die Leute in der jetzigen Zeit, dass der Staat samt Denken alles übernimmt.
    • NochEinKommentar 18.08.2020 14:52
      Highlight Highlight Lustig ist ja dass unser System die Franzosen installiert haben, das ist keine Schweizer Erfindung. Es geht darum den Föderalismus zu verschlanken und fit für die nächsten vielleicht 150 Jahre zu machen.
  • drüber Nachgedacht 18.08.2020 11:40
    Highlight Highlight Das Problem einfach dem Föderalismus zuzuschieben ist doch sehr einfach.

    Es geht eher darum, dass viele Ärzte per Sofort auf digital getrimmt werden müssten.

    Auf der BAG Seite kann sich jeder ein Bild machen, wie ein Arzt die Meldung machen muss.
    Vielleicht versteht er dann auch die Ärzte, die das nicht so lustig finden...

    https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/infektionskrankheiten-bekaempfen/meldesysteme-infektionskrankheiten/meldepflichtige-ik/meldeformulare.html#-1045599182
    • sowhat 18.08.2020 20:23
      Highlight Highlight OMG, Danke für diesen Link. Die müssen ja noch einen Doktor machen um die Meldungem korrekt weiter zu leiten. 🤦‍♂️🤦‍♀️
  • Ohniznachtisbett 18.08.2020 11:17
    Highlight Highlight Die beiden Pannen (109 vs 9 jährige und U30-nichtToter) sind nicht ein Föderalismus Problem, sondern offensichtlich, dass Ärzte Mühe bekunden ein Formular richtig auszufüllen...Dass verschiedene Kantone verschiedene Massnahmen ergreifen ist auch kein Föderalismus-Problem sondern eben eine Stärke. Warum sollen im Kanton Appenzell Innerhoden die gleichen Regeln gelten wie in Genf, wenn die Epidemiologische Lage etwa gleich unterschiedlich ist wie die Sprache die in den beiden Kantonen gesprochen wird? Die einzige berechtigte Kritik, ist dass Ärzte immer noch alles faxen.
    • herrkern (1) 18.08.2020 13:08
      Highlight Highlight "Faxen müssen" wohl eher. Es gibt offenbar immer noch keinen brauchbaren elektronischen Meldeprozess auf hin.ch oder irgendwo. Muss ja auch sicher, verfügbar, effizient sein.
    • PaLve! 18.08.2020 15:11
      Highlight Highlight Was wollte mit Faxen nicht Ordnung sein? Was wäre deine Alternative, sollte das Internet zusammen brechen?
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 18.08.2020 11:17
    Highlight Highlight "Eine einheitliche Pandemie- und Kommunikationsstrategie, damit sich Bundes- und Kantonsbehörden nicht innerhalb und gegen aussen widersprechen."
    Geschieht das nicht zwangsläufig?
    Verschieden Kanton sind einfach unterschiedlich Betroffen, der Kanton Genf hat viel mehr Fälle als Uri oder die beiden Appenzell, nicht nur absolut, sondern auch prozentual.
    Sprich die Situation aus Sicht der verschiedenen Kanton wie aus des Bundes sind unterschiedlich, dementsprechend ist die Kommunikation auch nicht die gleiche und teilweise wiedersprüchlich.
    • landre 18.08.2020 12:16
      Highlight Highlight Es sind die (hyperventilierenden?) Medien die chaotisieren, nicht der Bund oder die Kantone die wie jede human bedingte Entität sporadisch punktuelle Fehler machen dürfen (solange sie daraus lernen und entsprechend reagieren mit Verbesserungen, Anpassungen usw.)

      ...Viele scheinen zu vergessen haben dass diese "Corona-Krise" immer noch ein neuartiger Lernprozess für alle und alles ist...
    • sowhat 18.08.2020 13:18
      Highlight Highlight @rER, Das unterstellt in meiner Wahrnehmung, jeder schaut für sich und kümmert sich nicht um die Anderen. Das wäre nicht die Schweiz von der wir dauernd so hochlobend reden.
  • hgehjvkoohgfdthj 18.08.2020 11:06
    Highlight Highlight Das grösste Problem ist sicher nicht der Föderalismus, sondern die neoliberale Wirtschaftslobby.
    • NochEinKommentar 18.08.2020 11:46
      Highlight Highlight Die neoliberale Wirtschaftslobby liebt den Föderalismus, irgend ein Kanton bietet immer einen Steuerschlupfloch.
  • Roger Rüebli 18.08.2020 11:00
    Highlight Highlight Corona-Containment...weshalb nicht Corona-Eindämmung?
    Ansonsten sehe ich es ähnlich mit dem Problem des Föderalismus, oder hatten während dem 2. Weltkrieg auch die Kantone das Sagen als eine Bedrohung für die Gesamtbevölkerung bestand?
    • Roger Rüebli 18.08.2020 11:30
      Highlight Highlight Da wirst Du wohl Recht haben Silent_Revolution.
    • Hierundjetzt 18.08.2020 13:14
      Highlight Highlight Silent: Wobei der Bund durchaus in der Lage ist, regional abgestimmte Massahmen zu erlassen.

      Oder wird neuerdings kantonal ausgehoben (jedem seine Panzerkompanie)?

      Sooo gross ist die Schweiz auch wieder nicht um nicht zu wissen was wo wie passiert...

      Aber Zack dann würde wieder ein Querschlägerkanton kommen und was von Berner Diktatur fasseln.
  • smartash 18.08.2020 10:57
    Highlight Highlight Sorry, aber alle diese Fehler dem Föderalismus anzuheften, ist etwas gar zu viel.
    Gerade solche Fehler wie das aus einer 109 jährigen eine 9 jährige wird, klingt eher ganz simpel nach einem menschlichen Fehler. Auch die passieren. Darf man bei aller Systemkritik nicht vergessen
  • herrkern (1) 18.08.2020 10:50
    Highlight Highlight Zitat: "Das vorläufige Höhepunkt in der Kommunikationskrise " (sic!) ... da würde ich erst die Rechtschreibung korrigieren, bevor ich dem BAG solche Vorwürfe mache. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Föderalismus die besten Ideen fördert, eine Konkurrenz der Kantone ermöglicht. Das Gegenteil ist der Zentralstaat à la Frankreich, das kann keiner wollen.
    • Petar Marjanović 18.08.2020 10:58
      Highlight Highlight Merci! Tippfehler korrigiert.
    • loquito 18.08.2020 12:58
      Highlight Highlight Steuerkonkurenz zerstört den Wohlstand der Schweiz. Siehe Luzern... Konkurrenz wird extrem überschätzt und bringt mehr schleschtes als man denkt... Koordination wäre da viel sinnvoller
    • sowhat 18.08.2020 13:43
      Highlight Highlight Nein es geht eben nicht darum ins Gegenteil zu verfallen. Es geht darum den Föderalismus den heutigen Gegebenheiten anzupassen. Einen reinen Zentralstaat will niemand in der Schweiz.
  • trichie 18.08.2020 10:50
    Highlight Highlight Guter Föderalismus zeichnet sich dadurch aus dass für jede Fragestellung die kleinste Einheit zuständig ist, die sie sinnvoll und effizient (und das ist das entscheidende hier) lösen kann.

    Hier muss man leider sagen dass dies für eine globale Krise nicht die Kantone sind sondern wenn dann eher der Bund.
  • Toerpe Zwerg 18.08.2020 10:36
    Highlight Highlight Die nicht sehr föderalistischen Chinesen brauchten mehrere Monate, um die Welt zu informieren, dass ein neues Coronavirus ausgebrochen ist.

    Am Föderalismus lag es nicht.
    • VileCoyote 18.08.2020 11:42
      Highlight Highlight Ab wann fängt deine Zeitrechnung?
    • Lowend 18.08.2020 12:09
      Highlight Highlight Sagen wir sie brauchten Wochen, aber ehrlich, wäre das in der Schweiz wirklich anders? Hier füllen überforderte Ärzte ja z.T. nicht mal die vielen verschiedenen Meldeformulare richtig aus!
  • Burkis 18.08.2020 10:33
    Highlight Highlight Das Gesundheitswesen sollte auf nationaler Ebene organisiert sein, angefangen bei der Krankenkasse. Es geht mir einfach nicht in den Kopf wieso man bei der selben Kasse auf der einen Seite der Reuss eine andere Prämie bezahlt als auf der anderen. Unter dem Kostendruck der auf den Kantonen lastet werden immer mehr Regionalspitäler geschlossen oder Leistungen heruntergefahren. Der Föderalismus mag in vielen Bereichen seine Berechtigung (Schulen, Verkehr, etc.) haben, aber wenn es um die Gesundheit (wie auch Sicherheit, sprich Militär) geht, braucht’s eine staatliche Lösung.
    • Alnothur 18.08.2020 11:30
      Highlight Highlight "aber wenn es um die Gesundheit (wie auch Sicherheit, sprich Militär) geht, braucht’s eine staatliche Lösung"

      Kantone SIND Staaten.
    • dan2016 18.08.2020 13:14
      Highlight Highlight Die verschiedenen Kantone scheinen tatsächlich ein unterschiedliches Gesundheitpräferenzmuster zu haben, dafür zu bezahlen scheint nir vernünftig.
      Was aber schlichtweg skandalös ist, dass es keinen kantonalen Altersausgleich gibt. Ein 30 jähriger Mann kostet 40 Mal weniger als ein 90ig Jähriger. Der Kanton Zug mit der Bewohnerselektion gewinnt auch diesen Demografiewettbewerb.
    • Melo 18.08.2020 13:36
      Highlight Highlight Auch bei den Schulen, Steuern, Polizeien etc. braucht es nicht kantonale Lösungen.
      Wenn ich meiner Tochter auf dem Globus zeige wo die Schweiz liegt, ist diese kaum ersichtlich. Ihr dann noch zu erklären, dass auf dem Punkt den sie eigentlich gar nicht sieht, nochmals 26 „Königreicher“ versteckt sind, braucht es einiges an kindlicher Vorstellungskraft.
      Dazu kommt, dass einige politische Kräfte am liebsten der EU beitreten möchten. Klaro, was wir im Kleinen nicht hinbekommen, das lösen wir im Grossen!
  • Chalbsbratwurst 18.08.2020 10:25
    Highlight Highlight Naja... was habt ihr erwartet? Es geht hier um Beamte die sich nicht gewohnt sind unter Druck zu arbeiten. Von dem her bin ich froh, dass es zwar nicht fehlerfrei aber immerhin einigermasen funktioniert. Es ist ja nicht so das wir das totale Chaos haben. Zudem haben wir eine mehr oder weniger intelligente Bevölkerung die gut mit Eigenverantwortung umgehen kann (mal abgesehen von den Verschwörungstheoretikern).
    • phreko 18.08.2020 10:29
      Highlight Highlight Mehr als Klischees hast du auch nicht zu bieten.

      Der grösste Witz ist der mit der Eigenverantwortung. Das ist mehr Wunsch als Realität!

      P.S. hab mir gerade das Meldeformular für Todesfälle angeschaut. Der Arzt hatte wohl einfach ein falsches oder viel zu hässlich geschriebens Geburtsdatum eingesetzt...
    • Nate Smith 18.08.2020 12:41
      Highlight Highlight @phreko: Ganz unrecht hat er nicht. Der Kantonsarzt in Zürich hat sich zum Beispiel für eine ruhige Kugel anstellen lassen. Als dann Corona kam entsprach dies gar nicht seinen Vorstellungen... und tschüss.
  • So en Ueli 18.08.2020 10:17
    Highlight Highlight Wie in jeder Beziehung soll man nicht mit einer Anspruchshaltung kommen und erwarten, dass der andere weiss was man will, sondern es gilt seine Wünsche offen und ehrlich zu kommunizieren. Daher täten Bund und Kantone gut daran, an dem zu arbeiten, sodass man in der Lage ist, seine Wünsche gegenüber dem anderen äussern zu können. Wie will eine Partei auf den anderen eingehen, wenn die Wünsche des anderen zu erraten sind?
  • techiesg 18.08.2020 10:12
    Highlight Highlight Genau die Digitalisierung könnte doch helfen, unseren Föderalismus zu stärken. Mit der Digitalisierung könnten Absprachen usw einfacher werden. Wenn man sich nicht dagegen wehren würde....
  • Scaros_2 18.08.2020 10:10
    Highlight Highlight Gestern wurde im SRF3 am Abend der Leiter Digitale Transformation beim BAG befragt. Auf die Frage welche Philosophie sie hätten bei der Umstellung von FAX auf digital hiess es dann: "Man verfolge die Philosophie, dass jeder Arzt selbst definieren könne wie er lieber arbeite".........mol super - das ist der richtige man für digitale Transformation :D
    • So en Ueli 18.08.2020 10:22
      Highlight Highlight „Das Internet ist für uns alle Neuland“
    • Fisherman 18.08.2020 10:41
      Highlight Highlight @So en Ueli:
      Merkel 2013 - immer noch die Lachnummer.
    • Kant 18.08.2020 11:34
      Highlight Highlight @Scaros_2 Das ist wohl nur eine Aussage, die darüber hinwegtäuschen soll, wie weit weg man von der Digitalisierung ist. Da schiebt man es lieber den Ärzten in die Schuhen. Wenn der Bund wollte, könnte man die Faxgeräte ganz einfach abschaffen. Aber dafür müssten sie erst "Internet", "Datenbank" (statt Excel) und "Verschlüsselung", die ganz Schlauen sogar "Kryptografie" buchstabieren lernen.
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  • Kritisch Hinterfragen 18.08.2020 10:05
    Highlight Highlight Wer allen Ernstes sagen kann, Föderalismus und das Schweizer System sei ein "Problem", der sollte Mal einige Jahre im Ausland leben. So würde die Wertschätzung für alles was wir hier an System geniessen dürfen, schlagartig wieder da sein.
    • Petar Marjanović 18.08.2020 10:08
      Highlight Highlight Das sage ich ja auch nicht pauschal. Ich schätze den Föderalismus sehr, deshalb auch die differenzierte Kritik. Das Problem ist meiner Meinung nach die Art, wie der Föderalismus in einer Krise ausgestaltet wurde. Steht glaubs auch so im Text, oder?
    • Fachmann 18.08.2020 10:21
      Highlight Highlight Steht so im Text aber nicht im Titel!
    • Petar Marjanović 18.08.2020 10:25
      Highlight Highlight @Fachmann: Drum auch das Verb «heisst». Ist für mich eine metaphorische Abschwächung von «ist».
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  • Peter Vogel 18.08.2020 09:53
    Highlight Highlight Genau aus diesem Grund gibt es den BUND ja. Um Probleme die das ganze Land betreffen zu lösen. Das Problem ist nicht der Föderalismus, das Problem ist die mangelnde Kommunikation sowie völlig veraltete Behördenstrukturen. Man ist zu unflexibel um auf eine aktuelle Situation zu reagieren. In 5 Jahren, wenn das Virus längst weg ist ist man dann soweit.
    • Jekyll & Hyde 18.08.2020 11:40
      Highlight Highlight Als ob uns dieser Virus je wieder verlässt........und wenn, der nächste wartet schon....
    • Peter Vogel 18.08.2020 13:05
      Highlight Highlight Wenn es wirklich so wäre hätten wir auch noch die Tollwut, Ebola, Gelbsucht, Dengue, Pocken, usw. und das waren nur ein paar der bekanntesten Viren, daneben gäbe es noch bakterielle Infektionen....Also ja, auch dieses Virus wird irgendwann wieder verschwinden.
  • Max Dick 18.08.2020 09:51
    Highlight Highlight Das alles liefert aber nicht die geringste Erklärdafür, dass der Kuster nur zwei Wochen nach seinem Kommunikationsdebakel mit den Clubs mit einer Sicherheit den Tod des u30
    jährigen verkündet, und noch zu seinem Gesundheitszustand zuvor Stellung bezieht. So als hätte er sich intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt.
  • Toni.Stark 18.08.2020 09:46
    Highlight Highlight Die Situation ist einfach anders, ob man nun in Genf oder Uri wohnt.
  • Garp 18.08.2020 09:43
    Highlight Highlight Die Schweiz war schlecht vorbereitet auf die Pandemie. Da haben viele im Vorfeld schon fehler gemacht, sowohl der Bund als auch die Kantone. Z.B. die Verantwortlichkeit für einen Pandemiefall genügend Masken zu haben wurde vom Bund an die Kantone und von den Kantonen an di es Spitäler geschoben undkontrolliert hat niemand. Desinfektionsmittel waren auch nicht genügend vorhanden.
    Die Wege sind zu lang. Formulare werden weitergeleitet, gesammelt, weitergeleitet, Daten wieder zurückgemeldet usw. das ist dann natürlich fehleranfällig. Die Hausärzte wurden offenbar zu wenig eingebunden.
    • Garp 18.08.2020 09:48
      Highlight Highlight Bei einer Pandemie ist es ja wichtig, dass man schnell reagieren kann. Jeder müsste bereits wissen, was er zu tun hat und es sind dann einfach nicht Anpassungen nötig, je nach Virus.
    • Mareko 18.08.2020 10:40
      Highlight Highlight Richtig "Garp", ich war davon ausgegangen, dass mit dem neuen Epidemiegesetz auch die Kompetenzen und Zuständigkeiten zwischen dem Bund und den Kantonen geregelt sind. Dass der Bundesrat und das BAG selbstverständlich einen vorbereiteten Plan dafür haben, was bei der Ausrufung einer Pandemie durch die WHO (in Genf!) Schritt für Schritt zu unternehmen ist, auch mit den entsprechenden Absprachen mit der Europäischen Union. Alles kommt mir so vor wie: Mitten im Winter wurden wir vom Schneefall in der Schweiz überrascht.
  • Antichrist 18.08.2020 09:40
    Highlight Highlight Das ganze Gesundheitswesen basiert auf einer Null-Fehler Doktrin. Es macht keinen Sinn, wenn die oberste Behörde es nicht so genau nimmt. Es ist auch lächerlich zu behaupten, man wolle den Medien schnell Informationen zukommen lassen und deshalb geschehen Fehler. Solche Pipifatz - Fehler dürfen nicht vorkommen.
  • neutrino 18.08.2020 09:39
    Highlight Highlight Föderalismus kann Probleme verursachen, aber: die Kritik am BAG betrifft primär Punkte, die damit nichts zu tun haben.

    Wenn ein U-30-Toter gemeldet wird, muss dies vor Veröffemtlichung geprüft werden gemäss 4-Augenprinzip - dieses Prinzip lernt jeder BWL-Student im ersten Semester (betrifft auch der Fall der 109jährigen) Oder: das BAG hätte die Kompetenz, keine Meldungen mehr über Fax zuzulassen, sondern nur über einen digitalisierten Kanal. Wollen oder können sie offenbar nicht.

    Die Maskensache ist auch reine BAG-Sache: klare Kommunikation ist bis heute nicht erfolgt.
  • KOHL 18.08.2020 09:38
    Highlight Highlight Danke, dass es jemand ausspricht. Seit die Kantone am Ruder sind läuft es nicht mehr. Das Kantönlizeugs ist ja in guten Zeiten schon lustig mit ein bischen Landsgemeinde und tralala, in Krisenzeiten zeigt sich jedoch, dass es in dieser Form völlig veraltet ist. Apropos Landsgemeinde, der progressive Kanton Glarus hat ja "intern" gezeigt was nötig ist: Fusionieren.
  • Der Buchstabe I 18.08.2020 09:33
    Highlight Highlight Bei einer NATIONALEN Kriese sollte halt einfach der BUND das Sagen haben.
    • herrkern (1) 18.08.2020 10:52
      Highlight Highlight Die Krise sieht in AR einfach ganz anders aus als im TI oder in GE. Deshalb braucht es lokale Lösungen, also gerade eben nicht den Bund, sondern die Kantone.
    • Der Buchstabe I 18.08.2020 11:32
      Highlight Highlight Und bei einer rechtschreiberischen Krise (ohne "ie"), sollte der Duden das Sagen haben. Mein Fehler, sorry.
    • 97ProzentVonCH68000 18.08.2020 11:44
      Highlight Highlight Bei 97.5 anderen Todesfällen und keiner Übersterblichkeit bin ich gespannt, wie Sie eine nationale Krise definieren.
      „Man muss die Ängste der Leute ernstnehmen“ finde ich nicht ausreichend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lienat 18.08.2020 09:29
    Highlight Highlight Ich bin mit dem Autor einverstanden, dass Föderalismus an sich eine gute Sache ist. Grundsätzlich sollten aber Anliegen, welche landesweit lösbar sind, auch landesweit, d.h. auf Bundesebene oder koordiniert unter den Kantonen, gelöst werden. Das Paradebeispiel sind für mich die feuerpolizeilichen Vorschriften. Ein Feuer brennt nun wirklich in jedem Kanton genau gleich. Also ist es völlig absurd, dass jeder Kanton seine eigenen feuerpolizeilichen Vorschriften erlässt. Diese Mehrspurigkeit verursacht nur Unsicherheiten und Ärger.
    • landre 18.08.2020 09:47
      Highlight Highlight Feuerpoliziei?

      ...Der Immobilienpark, die Infrastrukturen usw sind Schweiz weit nicht homogen und unitär auch wenn ein Feuer im Kanton Basel genau so ein Feuer ist wie im Kanton Graubünden.

      Auch bezüglich Feuerpolizei zeigt sich der Föderalismus einmal mehr virtuos, auch wenn es im Anschein umständlich wahrgenommen werden kann.
      Denn Föderalismus gewährleistet die flexible Möglichkeit von sachlich angemessenen und angepassten situativen Massnahmen und Eingriffen ohne Schweiz weit Sippenhaftung auftischen zu müssen...
    • Snowy 18.08.2020 10:01
      Highlight Highlight Feuer ist genau ein schlechtes Beispiel.

      So braucht es im Bergkanton Graubünden ganz andere Massnahmen und Vorschriften als in Genf oder Basel.

      Föderalismus muss wo immer möglich beibehalten werden. Eine Pandemie gehört sicher nicht dazu und muss vom Bund gesteuert werden.
    • landre 18.08.2020 10:19
      Highlight Highlight @Snowy

      "Eine Pandemie gehört sicher nicht dazu und muss vom Bund gesteuert werden."

      Würde der Bund pauschal die Angelegenheiten bezüglich Pandemie zentral steuern, dann müsste er aus höherer Kraft trotzdem die Kantone konsultieren und direkt einzeln einbinden, denn:

      Italien ist "pandemisch" an den Tessin, Graubünden und Wallis gebunden und nicht an Bern.

      Frankreich ist "pandemisch" an die Kantone der Romandie gebunden und nicht an Bern

      Deutschland ist "pandemisch" an die...

      Der Schrei nach zentraler exekutiven Macht und Kraft, ist also eigentlich eine ambig politische Abstraktheit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 18.08.2020 09:28
    Highlight Highlight Guter und interessanter Artikel. Merci.

    "Eine transparente und verständliche Massnahmenpolitik, die nicht neue Ängste und Unverständnis schafft (...)."

    Diese Fehlerquelle oder Baustelle liegt aber eher nicht beim Bund oder bei den Kantonen.
    Hier sind die Medien in der Verantwortung, denn vor allem die sind es die "Ängste und Unverständnis" in der Bevölkerung schaffen.


    Nicht der Föderalismus ist überfordert, denn der kann auch mit einer Epidemie Umgehen.
    Es sind die Menschen die mit dieser Epidemie Mühe haben gar überfordert sind.
  • Sarkasmusdetektor 18.08.2020 09:27
    Highlight Highlight In Deutschland findet die gleiche Diskussion statt. Nur dass die Bundesländer dort teilweise grösser sind als bei uns das ganze Land. Aber ehrlich gesagt, läuft es in zentralistischen Ländern wirklich so viel besser? Ich glaube nicht, dass der Föderalismus an sich das Problem ist, sondern eher die Einstellung vielerorts. Die Kantone machen ja oft das Gegenteil von dem, was der Bund empfiehlt, nur um ihre Eigenständigkeit zu beweisen. Etwas mehr Miteinander würde helfen, stattdessen meckern die Kantone dauernd über den Bund und umgekehrt, als wären wir nicht das gleiche Land.
  • bokl 18.08.2020 09:25
    Highlight Highlight Im Muotathal gibt es keine Superspreader Events. Und für das Contact-Tracing reicht ein Besuch im Dorfladen. Dort weiss man am nächsten Tag genau, wer, wo und mit wem...
  • Uslandschwiizer 18.08.2020 09:25
    Highlight Highlight Danke!
    Ich habe bis heute noch nicht verstanden wieso bei einer globalen Pandemie die Kantone verantwortlich sind.
    Das ist etwa so wie wenn ein Sekundarschulplan anstatt von der Schulleitung einheitlich geplant fuer alle Faecher/Klassen, an die einzelnen Lehrer delegiert wird. Jeder Lehrer stellt dann nach eigenem Gusto ein Plan zusammen und danach wundert man sich dass nichts zusammenpasst.
    Hier wird der Föderalismus als Entschuldigung fuer mangelnde Koordination, fehlendes Knowledge und inexistente Fuehrung missbraucht.
    • chrissy_dieb 18.08.2020 09:39
      Highlight Highlight Deshalb:

      1. Weil die Situation im Tessin und Appenzell eine andere ist/war und es deshalb angepasste Massnahmen erfordert
      2. Weil die Kantone näher bei Menschen sitzen und so schneller die Not der Lage erkennen (anfänglich haben einzelne Kantone zurecht selber schneller reagiert)
      3. Weil die Kantone über das Personal verfügen - nicht der Bund

      Das ganze Förderalismus-Bashing ist seit Februar/März ein Zeitungsfüller - hat vielleicht damit zu tun, dass man nur ein Korrespondent in Bern hat und nicht im Tessin - uiuiui, was für ein Mehraufwand sich von dort die Information zu beschaffen.
    • KOHL 18.08.2020 09:52
      Highlight Highlight @chrissy

      1. Und die Pendlerströme zwischen den Kantonen zum Beispiel? Klar gibt es regionale Unterschiede welche auch berücksichtigt werden müssen, die Verantwortung und die Delegationsvollmacht muss jedoch bei einer globalen Pandemie bei einer möglichst zentralen Stelle liegen.

      2. In den Kantonen sitzen vor allem vom Volk gewählte Regierungsräte, welche vor allem wiedergewählt werden wollen.

      3. Whut? Im BAG gibt es Leute die sich seit Jahren mit Pandemien beschäftigen. Wäre mir Neu das das in den kantonalen Gesundheitsdepartementen auch so wäre...

    • KOHL 18.08.2020 10:01
      Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich auch für den Föderalismus, jedoch ist die derzeitige Form veraltet und unfair und bei globalen Pandemien muss der Lead und das Wissen zentral gebündelt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meiner Einer 18.08.2020 09:23
    Highlight Highlight Ich vermisse bei der Umfrage zum BAG die Auswahl "teilweise". Das antiquierte Fax-Meldewesen abzulösen hat das BAG selber verschlafen. Andererseits kann der Bund nichts dafür, wenn die Kantone in der ausserordentlichen Lage nach Selbstbestimmung schreien und dann zurück in der besonderen Lage nicht wissen, was sie mit der Selbstbestimmung anfangen sollen...
    • drüber Nachgedacht 18.08.2020 11:16
      Highlight Highlight Das BAG hat auf Wunsch der Ärzte das Meldeformular so gelassen, dass es nicht nur digital ausgefüllt werden kann.
      Labore müssen ihre Daten digital übermitteln.

      siehe Interview mit Sang-Il KIM von BAG: https://www.srf.ch/news/schweiz/daten-pannen-bei-corona-bund-raeumt-fehlerquellen-beim-corona-datenfluss-ein


      Vielleicht wäre ein pragmatischer Ansatz, dass man den Ärzten welche die Formulare immer noch per Fax, Brief oder Mail senden eine Schulung für die Verwendung des BAG Internetportales geben würde...
    • Karl F. 18.08.2020 19:39
      Highlight Highlight Das BAG fördert schon lange die direkte digitale Datenerfassung, bietet aber auf Wunsch der ÄRZTE zusätzlich Fax und Email an obwohl das viel Arbeit beim BAG macht. Unfair, das BAG wegen des Faxangebots zu prügeln.
  • Froggr 18.08.2020 09:20
    Highlight Highlight Der Föderalismus macht die Schweiz aus. Durch ihn sind wir gross geworden. Es ist von grösster Relevanz, dass die Kompetenzen nicht nur einer Institution überlassen werden (Bund). Dies wäre Fatal, da die Abläufe mit der Zeit extrem ineffizient werden aufgrund fehlender Konkurrenz und Dezentralisierung (siehe Deutschland, Frankreich, Spanien usw.). Der Föderalismus als Ausrede für das Versagen des BAG benutzen, ernsthaft? Bei guter Planung wäre dies kein Problem.
  • Erklärbart. 18.08.2020 09:20
    Highlight Highlight 3 richtige und wichtige Punkte. Einer ging aber vergessen:
    Fax abschaffen. Sry, wir leben nicht im Jahr 1990. Kann doch nicht sein dass all die wichtigen Daten teilweise immer noch per Fax übermittelt werden. Ich habe am Anfang von Corona gedacht, das sei ein schlechter 1. April Witz vom BAG, dass Ärzte noch mit einem Faxgerät arbeiten.
    • bebby 18.08.2020 09:55
      Highlight Highlight Erstens sind wir nicht das einzige Land, in Japan beispielsweise müssen sogar alle Meldungen via Fax erfolgen, zweitens war der Widerstand der Aerzte und Spitäler wahrscheinlich ziemlich gross. Man denke nur an die vielen Aerzte, die immer noch ein handschriftliches Patientendossier benützen.
      Ebenso der Widerstand der Patientenorganisationen gegen einen elektronischen Gesundheitspass.
      Positiv: Inskünftig wird der Widerstand hoffentlich kleiner sein.
    • Erklärbart. 18.08.2020 10:04
      Highlight Highlight Nur weil es Japan so macht muss es ja nicht richtig sein.

      Ich meine, wie kann das BAG "verlangen" dass die Bevölkerung eine App (digital) installiert und benutzt, selber aber auf verstaubte Technologie setzt. Kein Wunder funktioniert die App (bzw. die Übermittlung des Codes) so schlecht. Schlicht nicht kompatibel.
    • winglet55 18.08.2020 10:44
      Highlight Highlight Fluggesellschaften übermitteln Passagierlisten etc. immer noch mit Telex! Das nicht funktionieren einer Technologie, ist nicht mit dem Alter der Technologie zu entschuldigen. Vielmehr scheint mir das Problem beim Personal zu liegen.
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  • Moglyy 18.08.2020 09:17
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.

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