Schweiz
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Zelle im Gefängnis Affoltern am Albis.

In den Einzelzellen in Affoltern am Albis ist es einsam. Die Arbeit macht den Strafvollzug erträglicher.
bild: watson 

Kommentar

Warum ich in der Schweiz lieber im Knast sitzen würde als in einem Flüchtlingszentrum 

Flüchtlinge sind in der Schweiz nicht eingesperrt. Doch sind sie wirklich frei? Häftlinge sitzen hinter dicken Mauern. Doch sind sie wirklich eingeschlossen? Darf man diese Gruppen überhaupt miteinander vergleichen? Ja – und es muss sich etwas ändern. 



Mitte Januar habe ich einen Tag in einem Asylzentrum verbracht, knapp zwei Wochen danach tat ich dasselbe in einem Gefängnis. Beide Male ging ich nachdenklich, und vor allem gerne, nach Hause. 24 Stunden dort bleiben, die Nacht dort verbringen, hätte ich nicht gewollt. Es sind surreale Welten, in welchen man nicht leben möchte. 

Im Asylzentrum St.Gallen erlebte ich, wie die Flüchtlinge hauptsächlich gegen die Langeweile kämpfen. Weil sie nicht arbeiten dürfen, sind sie den ganzen Tag am warten. Sie hängen an ihren Smartphones, trinken Tee, lenken sich mit Sport ab. Auch wenn sie ab und zu in die Stadt gehen, sind sie nicht Teil der Gesellschaft. Auch wenn sie das Zentrum jederzeit verlassen können, sind sie dort irgendwie gefangen. Zahlreiche Asylsuchende wirkten unglücklich, geknickt, desorientiert. Das Asylzentrum war brechend voll, überbelegt. 

Ein Tag im Gefängnis

Das Gefängnis in Affoltern am Albis ist nicht überfüllt, aber gut ausgelastet. Die Häftlinge können keinen Fuss aus der Anstalt setzen, werden nachts eingeschlossen in ihre Zellen. Trotzdem scheint es ihnen weniger langweilig zu sein. Sie haben Arbeit, eine Tagesstruktur. Einen unglücklichen Eindruck machten sie auf mich nicht, viele waren jedoch unzufrieden. 

Im Gefängnis, wie auch im Asylzentrum kommt es immer wieder zu Spannungen. Bei den Häftlingen hat es mit ihrer kriminellen Energie zu tun, bei den Flüchtlingen mit den Platzverhältnissen. So unterschiedlich die Institutionen auch sind, sie haben mich aneinander erinnert. Hier der Vergleich: 

Asylzentrum:

Arbeit: Nein. Weil das Gesetz den Asylsuchenden Arbeit während den ersten drei Monaten verbietet, sind sie alle verdammt zum Warten. Mit «Ämtli» in der Küche, im Garten oder Putz-Diensten können sich die Flüchtlinge ihr Taschengeld ein bisschen aufpolieren.




Smartphones:
Ja. Handys sind die einzige Möglichkeit für die Flüchtlinge, mit ihren Familien zu kommunizieren. Der Asylsuchende Halim sagt: «Das Handy ist das Allerwichtigste».

Schule: Ja. Die Kinder im Asylzentrum St.Gallen bekommen am Morgen Unterricht, die Erwachsenen eine Stunde am Nachmittag. Hauptsächlich lernen sie Deutsch. St.Gallen ist allerdings weiter als andere Kantone. Nicht überall bekommen die Flüchtlinge Bildung.

Freizeit-Angebot: Ja. Es gibt einen Aufenthaltsraum, dort steht immer genügend Tee. Weiter sorgen ein TV-Zimmer sowie ein Kinderspielzimmer für etwas Abwechslung.




Anwesenheitskontrolle:
Ja. Am Abend kontrollieren die Betreuer, wer da ist. Ab 22 Uhr herrscht Nachtruhe. Am Tag dürfen sich die Flüchtlinge frei bewegen, können das Asylzentrum jederzeit verlassen.

Personal: 11 Betreuer kümmern sich in St.Gallen um 100 Asylsuchende. Mit eingerechnet ist das Sicherheitspersonal.

Geschlechtertrennung: Nein. St.Gallen ist ein gemischtes Zentrum. Rund ein Viertel sind Frauen und Kinder. In anderen Asylzentren wohnen ausschliesslich Männer.

Platz: Wenig. Die Jugendherberge, die in ein Asylzentrum umfunktioniert wurde, ist für 60 Personen konzipiert. Das Migrationsamt wollte darin 85 Asylsuchende unterbringen, jetzt sind es 100. Urs Weber, Leiter der Asylabteilung sagt: «In jeder Ecke liegt eine Matratze, der Platzmangel macht das Zusammenleben nicht einfacher». Acht, neun und mehr Personen schlafen in relativ kleinen Zimmern. Die Auslastung im Kanton St. Gallen beträgt 135 Prozent.

Essen: Dreimal am Tag gibt es Essen. Wer nicht da ist, muss selber schauen. Auf die verschiedenen Bedürfnisse wird Rücksicht genommen. Moslems etwa bekommen kein Schweinefleisch.

Medikamente: Wer zum Arzt oder ins Spital muss, meldet das den Betreuern. Diese kümmern sich um eine entsprechende Behandlung ausserhalb des Hauses.

Strafen: Halten sich die Asylsuchenden nicht an die Regeln, gibt es Verweise. Im wiederholtem Falle können die Betreuer ihnen das Taschengeld kürzen. Mindestens einmal pro Tag ist ein Polizist im Zentrum. Bei gröberen Problemen greift die Polizei ein.

Licht: Die umfunktionierte Jugendherberge ist eines der besseren Zentren. Sämtliche Zimmer sind über der Erde, haben Fenster und Tageslicht. Dies im Gegensatz zu den Zivilschutzanlagen, die als Asylzentren genutzt werden. Im Kanton St.Gallen müssen alle Zentren, die unterirdisch sind, mindestens einen Aufenthaltsraum mit Tageslicht haben.

Gefängnis:

Arbeit: Ja. Drei Stunden am Morgen und drei Stunden am Nachmittag. Die Häftlinge arbeiten entweder in der Werkstatt oder schälen Rüebli für externe Firmen. Dafür bekommen sie einen Lohn. Arbeiten im Reinigungsbereich oder in der Küche gibt es ebenfalls. Viele Häftlinge schätzen ihre Aufgaben. Die Wochenenden, an welchen sie nicht arbeiten können, kommen ihnen lange vor.

Smartphones: Nein. Handys sind verboten und müssen bei Eintritt abgegeben werden. Es gibt Telefonzellen im Gefängnis Affoltern am Albis.


Schule: Ja. Jeder Insasse hat einen halben Tag Schule pro Woche. Sie sind unterschiedlich motiviert. Während die einen innert kurzer Zeit Deutsch lernen, zeigen andere kaum Interesse an Bildung.



Freizeit-Angebot:
Ja. In der geschlossenen Anstalt in Affoltern am Albis können sich die Insassen im Kraftraum fit halten, Billard spielen oder joggen im Spazierhof. Zudem gibt es einen Kiosk. Die Angebote können die Häftlinge nur während dem Gruppenvollzug zu bestimmten Zeiten wahrnehmen. In jeder Zelle steht ein Fernseher.

Anwesenheitskontrolle: Ja. Zweimal pro Tag gibt es Sperrzeiten. Während dieser müssen die Insassen in den Zellen sein zwecks Anwesenheitskontrollen. In der Nacht und an den Wochenenden sind sie in ihren Zellen eingeschlossen.

Personal: 23 Mitarbeiter kümmern sich im Gefängnis Affoltern am Albis um 65 Häftlinge.


Geschlechtertrennung:
  Ja. Affoltern am Albis ist eine reine Männeranstalt. Männer und Frauen werden im Strafvollzug allgemein getrennt.


Platz
: Während die Gefängnisse in der Westschweiz zum Teil heillos überfüllt sind, gibt es in der Deutschschweiz noch Platz. Die Kapazität in den Schweizer Anstalten beträgt insgesamt 7343 Personen. Letztes Jahr sassen 6884 Häftlinge ein. Es gibt Einer-, Zweier- und Viererzellen.





Essen:
 Das Mittag- und das Abendessen bekommen die Insassen in die Zelle serviert. Mit dem Abendessen erhalten sie ein Stück Brot mit Butter und Konfitüre für das Morgenessen.

Medikamente: Dreimal pro Tag müssen die Häftlinge ihre Medikamente bei der Abgabestelle selber holen. Viele Insassen sind darauf angewiesen, mehrere auf Methadon.

Strafen:  Im Gefängnis gibt es eine Reihe von Straf-Möglichkeiten. Vom Verweis über Budgetkürzungen bis zum Arrest.



Licht:
Ausser der Arrest-Zelle sind alle Zellen über der Erde. Es dringt genügend Tageslicht durch die Gitterstäbe.





Fazit: 

Trotz all der Bemühungen der Betreuer empfand ich die Stimmung im Asylzentrum leicht beklemmend. Als ich aus dem Gefängnis lief, war mein erster Gedanke hingegen: so schlecht haben es die Häftlinge hier nicht, die Aufseher kümmern sich gut um sie. 

Ein Tag im Asylzentrum

Und dann fragte ich mich: Haben es die Häftlinge bei uns schöner als die Flüchtlinge? Ist es okay, wenn Mörder, Drogendealer, Einbrecher oder Pädophile besser behandelt werden als Menschen, die bei uns um Asyl ersuchen?  

Besser haben es die Häftlinge meiner Meinung nach nicht. Aber es ist ihnen weniger langweilig und sie werden besser auf das Leben da draussen vorbereitet als die Flüchtlinge. Der Grund dafür ist die Arbeit. Durch diese werden sie resozialisiert, wiedereingegliedert. Die Asylsuchenden hingegen gliedert man nicht von Beginn weg mit Arbeit ein und das ist falsch – egal, wie viele von ihnen schliesslich bleiben können. Eine Arbeitsmöglichkeit vom ersten Tag an, würde ihre Situation verbessern und ihre Integration vorantreiben. Wenn Häftlinge arbeiten können, sollten es Flüchtlinge auch dürfen. Profitieren davon würden alle, denn die Folgekosten gescheiterter Integration Asylsuchender sind um ein vielfaches höher als diejenigen für Arbeitsprogramme für Flüchtlinge.  

Porto Alegre: Dieser Knast ist die Hölle

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    Alle Leser-Kommentare
  • thompson 11.02.2016 21:33
    Highlight Highlight Unglaublich beleidigend, für jeden Armee Angehöriger der unter schlimmeren Umständen (z.B drei Wochen ohne Unterbruch) in einer ZS Anlage verbringt. Die Flüchtlinge sind von schlimmeren Umständen geflüchtet. Sie müssen im Gegensatz zu den Gefängnisbewohner nicht resozialisiert bzw integriert werden, da sie hoffentlich bald wieder in ihre Heimat zurück können.
    • Walter Sahli 11.02.2016 22:33
      Highlight Highlight Der AdA hat eine Perspektive. Er weiss, dass es nur für eine begrenzte Zeit ist und kann sicher sein, dass er wieder zurück in sein Wohlfühlnest kann. Ein karibische Insel ist für Ferien wunderschön, wenn Du aber als Schiffbrüchiger alleine da bist, sieht die Situation etwas anders aus. Kannst Du Dir das vorstellen, thompson?
    • thompson 12.02.2016 13:17
      Highlight Highlight thompson kann sich das als unter 30 jähriger nicht vorstellen. wenn mein Land in Gefahr ist renne ich nicht feige weg.
      Wenn mein Land böse zu meiner Familie oder mir ist, dann wehre ich mich erst recht und schaffe mir eine neue perspektive. ich würde als syrer nie in den Westen in eine ZS gehen. Lieber kämpfen aber junge Araber lassen lieber die Frauen kämpfen.
  • TanookiStormtrooper 11.02.2016 20:15
    Highlight Highlight Schwierig... Ich muss ja öfters mal in eine ZS-Anlage und bin schon froh, wenn ich da wieder raus kann. Wenn da tatsächlich noch die schwere Tür geschlossen wird, ist es richtig ungemütlich.
    Erfahrungen im Knast fehlen mir jetzt (und ich habe jetzt nicht vor das zu ändern), aber ich stelle es mir schon schlimmer vor den ganzen Tag, bis auf eine Stunde Hofgang eingesperrt zu sein kein Handy, kein Internet, keinen (oder nur eingeschränkten) Kontakt zu Freunden/Familie. Ganz zu schweigen von dem was nach dem Knast kommt. Ein (Ex)Verbrecher oder einen Flüchtling wen würde man wohl eher einstellen?
  • wipix 11.02.2016 18:45
    Highlight Highlight @atomschlaf. Empathie muss man nicht jedermann entgegenbringen, sondern ist die Fähigkeit sich in andere Personen hineinzuversetzen. Dann kannst Du erst beurteilen ob und wie Hilfe oder Mitleid angebracht ist. Egal ob in Deinem direkten Umfeld oder weiter entfernt.
    Fassen wir also Zusammen: Empathie ist nicht DIE Entscheidung sondern Deine Fähigkeit eine Meinung zu bilden!
    • atomschlaf 11.02.2016 18:55
      Highlight Highlight Eben nicht. Ich kann und will nicht der ganzen Welt Hilfe und Mitleid entgegenbringen. Ob angebracht oder nicht.
    • Datsyuk * 11.02.2016 23:45
      Highlight Highlight Warum nicht allen Menschen Empathie entgegenbringen?
      Ich bringe jedem Empathie entgegen. Meistens zeigt sich das Gegenüber dann auch empathisch. Und wenn nicht, bin ich (aus meiner Sicht) jedenfalls mit gutem Beispiel vorangegangen.

      Zeigt man aber keine Empathie, zeigt sich meistens kein Gegenüber empathisch. Das willst du?
  • Orpheus & Eurydike 11.02.2016 17:35
    Highlight Highlight Mich erinnert ein Asylzentrum ebenso an ein Spital, Altersheim oder Internat. Auch da gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  • giguu 11.02.2016 17:27
    Highlight Highlight warum gibts nicht mehr Beschäftigungsprogramme für Asylanten?
    • atomschlaf 11.02.2016 17:35
      Highlight Highlight Noch mehr Steuergelder verlochen?
  • Angelo C. 11.02.2016 15:55
    Highlight Highlight Felix Burch: Zum zweiten Mal nach Ihrem früheren Knastbericht ein aufrichtiges Kompliment - bestens recherchiert, sinnvoll und ausgewogen aufgelistet, auch neutral kommentiert!

    Zu den Vergleichen möchte ich anzufügen, dass es sich natürlich um recht verschiedene Ausgangspositionen handelt (Asylantragsteller/Gefangener), wobei man einerseits Häftlinge in gut vorbereiteten Anstalten an klaren und platzmässig genau definierten Orten unterbringt, während man in Asylheimen (oft improvisierend) andere Regeln braucht.

    Man muss also etwas Birnen mit Äpfeln vergleichen, aber dennoch : well done....
    • demokrit 11.02.2016 18:11
      Highlight Highlight Die Gemeinsamkeit ist: Beide Institutionen arbeiten mit der Kunst der Abschreckung.
    • Angelo C. 11.02.2016 19:44
      Highlight Highlight @Demokrit : eine eher bizarre Ansicht, die du da äusserst. Denn während ein Gefängnis bei einem Normalverbraucher durchaus mehrheitlich zur Abschreckung dienen mag, ist ein Asylheim eher dazu da, eine gewisse Zuversicht bei am Leben Gefährdeten auszulösen, die sich primär mal gerettet fühlen sollten.

      Dass aber dabei, zumal für diese grosse Zahl an unterschiedlichsten Migranten, keine wahren Wohlfühloasen auf hohem Standard angeboten werden können, ist nicht nur platzmässig selbsterklärend.

      Unter all diesen Aspekten betrachtet, hält deine Behauptung sachlichem Empfinden nicht stand....
    • demokrit 11.02.2016 20:05
      Highlight Highlight Angelo C.: Bizarr? Das ist eine Realität, die europäischen Staaten liefern sich eine Art Unattraktivitäts-Wettbewerb. Man will nicht unbedingt der attraktivste Mittbewerber sein. Sowohl finanziell als auch in der Unterbringung. Ich sage nicht, dass das unbedingt falsch ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • demokrit 11.02.2016 14:56
    Highlight Highlight Besonders krass finde ich gesetzwidrige Rayonverbote:
    "Ruswil hat mit dem Kanton sensible Zonen definiert. Dort dürfen sich die Asylsuchenden nicht aufhalten. Zu den Zonen gehören das Primarschulareal, der Kinderspielplatz am Bielbach, das Bärenmattquartier sowie das Ygnis-­Areal mit dem Jugendraum. Leo Müller sagte, dass die Gemeinde offen sei, die Zonen zu erweitern. Dieser Aussage folgten gleich zahlreiche Vorschläge – etwa, den Vitaparcours, das ganze Waldgebiet oder das Schwimmbad ebenfalls als sensible Zonen festzulegen. Die Begleitgruppe wird die Erweiterung der Zonen nun prüfen." (LZ)
    • demokrit 11.02.2016 15:08
      Highlight Highlight Und das wären die eigentlichen Anforderungen des Gesetzes zu Rayonverboten:
      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20020232/index.html#a74
    • demokrit 11.02.2016 15:19
      Highlight Highlight Auch Art. 8 (Rechtsgleichheit und Art. 10 (Bewegungsfreiheit) der Bundesverfassung müssten sich unsere Nein-Stimmer genauer durchlesen:
      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a8
    • demokrit 11.02.2016 15:40
      Highlight Highlight @simply smarter: Weil das so in der Verfassung steht. Wenn du die Verfassung anders willst, musst du sie mittels Initiativrecht ändern. Rechtsgleichheit ist aber ein fundamentales Prinzip eines Rechtsstaats. Hast wohl in Staatskunde schlecht aufgepasst. ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sillum 11.02.2016 14:48
    Highlight Highlight Aha, die armen Häftlinge haben es nicht leicht. Zum Glück hat es die Frau sehr leicht, welche den Einbruch in ihre Wohnung nicht verarbeiten kann und deshalb zügeln musste. Ganz zu schweigen vom älteren Mann der Nachts grundlos spitalreif geschlagen wurde oder gar die vergewaltigte junge Frau, die schaffen das mühelos. Wäre doch eigentlich der Job eines seriösen Journalisten, dass er auch recherchierte warum die Kerle in Affoltern einsassen.
    • Grundi72 11.02.2016 14:54
      Highlight Highlight Watson = Täterschutz News-Portal
    • Human 11.02.2016 15:01
      Highlight Highlight Und was genau haben nun die Straftaten bzw die Opfer derer mit dem Inhalt des Artikels zu tun?
    • Hierundjetzt 11.02.2016 16:24
      Highlight Highlight Sillum und Grundi72: Welche Partei hat sich schon wieder gegen den Ausbau der Opferhilfe gestemmt (!)

      Riiiichtig: die SVP. Weil es Geld kostet. Aus Gründen. Weil Herr Rösti (Chef SVP) ein voll ehrliches Leben führt und im der Rest egal ist (er war ein erklärter Gegner der ausgebauten Opferhilfe)

      Was lernt uns das? Den Opfern könnte geholfen werden, wenn die SVP es zuliesse. Kuhle Partei, was?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 11.02.2016 14:45
    Highlight Highlight Bei solchen Berichten habe ich regelmässig das Gerfühl im falchen Film zu sein. Es wäre aber zumutbar, wenn die Asylsuchenden selber was unternehmen würden. Wie wäre es mit einer Wanderung auf den Uetliberg, Baden im See, Musik machen, Singen, Picknick machen, Museen besuchen, Sprache lernen, lesen, mit den Kindern tschuten... Das würde ich machen wenn ich nicht arbeiten müsste, kein Geld hätte aber versorgt würde.
    • StealthPanda 11.02.2016 14:56
      Highlight Highlight Naja aufgrund des sehr niedrigen Taschengeldes geht vieles davon nicht. Aber man liest sehr oft dass viele sachen kaputt sind in den Asylheimen ich als Mechaniker würde anfangen das Heim zu Reparieren usw. ich glaube da hätte kein Mensch was dagegen und man ist mit etwas sinnvollem beschäftigt.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 12.02.2016 07:54
      Highlight Highlight Leute zerbrechen wegen weniger als Hauszerstörung, Verwandtenermordung oder Tod an Stränden, an denen andere Urlaub machen. Vielleicht fehlt die Energie für Sonntagsausflüge, die man obendrein nicht bezahlen kann. Das Leben im Limbo ist eine Wartebank und man wartet, bis über einen entschieden wird.
  • Negan 11.02.2016 14:36
    Highlight Highlight teil zwei:Bitte hört doch auf immer solche linke Pseudo Propaganda von Euch zu geben. Ein bisschen Neutralität würde Euch wirklich gut tun und man würde Euch doch etwas ernster nehmen!
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 11.02.2016 16:29
      Highlight Highlight Was ist den die linke Pseudopropaganda? Das Asylanten schon früher Arbeit suchen dürften?
  • Negan 11.02.2016 14:36
    Highlight Highlight Hallo Felix... Nun, ich kann Dir als ehemaliger Häfling eines sagen: Dein Vergleich hinkt! Zum einen musste ich drei Jahre diesen Alltag erleben und an der "Würstchenparty" teilnehmen. Zum anderen sind die Häftlinge nicht freiwillig dort. Und dann bitte, wenn Du schon ein Zentrum und eine Haftanstalt vergleichst, dann bring unter dem letzten Punkt nicht die Bunker mit ein. Denn diese Haftanstalt die Du geshen hast ist wirklich eigentlich eine schöne. Aber geh doch mal ein Jahr in U-Haft in Altstätten? Dann sieht Dein Resümee gaaanz anders aus!
    • Human 11.02.2016 15:04
      Highlight Highlight Ich hab keine Ahnung warum sie gesessen haben und es geht mich auch nichts an - aber als Gefägnisinsasse hat man in meinen Augen in Europa sicher nicht darüber zu motzen wie die Gefägnisse aussehen - dabei geht es ja schliesslich um Strafe und nicht einfach um Freiheitsentzug in einem "Hotel"
    • Negan 11.02.2016 15:11
      Highlight Highlight @fabienne89
      Erstens habe ich nicht gemotzt und zweitens bin ich der Meinung:
      Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Der Unterschied ist aber, dass ich bevor ich einsass sehr viel Steuern bezahlt habe. Dazu kommt, dass ich Bürger dieses Landes bin und somit (mit Punkt1 + 2) wohl das Recht habe mit zu reden wie unsere Vollzugsanstalten organisiert sind. meiner Meinung nach dürfte/könnte ich das aber in syrien nicht. Erstens weil es mir nicht zusteht (Nie einen Beitrag in Syrien geleistet) und zweitens würde man mir dort wohl sofort die Klappe schliessen!
    • demokrit 11.02.2016 15:14
      Highlight Highlight Wenn Sie in der Schweiz 3 Jahre absitzen mussten, haben sie etwas Gröberes angestellt. Warum man Häftlingen das Essen aufs Zimmer bringen muss, verstehe ich auch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • StealthPanda 11.02.2016 14:08
    Highlight Highlight Ich frage mich manchmal wie es ist wenn es Umgekehrt währe. Wenn die Wirtschaft Europas auf dem totalen Nullpunkt angekommen ist und wir Flüchten müssen gegen Fernost. Werden wir dann auch begrüsst mit Welcome Refugees? Gibt es dort dann auch Leute die sich freiwillig so Engagieren wie wir? Wenn ich da an die Kambodschaninschen Flüchtlinge denke muss ich sagen, Doch...wir machen hier einen verdammt guten Job und anstatt mal ein gutes Wort darüber zu Verlieren hacken alle nur darauf rum was wir schlecht machen. Aber es ist wie immer...Kritisieren ist einfach eine Lösung zu finden nicht.
    • Sillum 11.02.2016 14:51
      Highlight Highlight Kritisieren und nette Leute spielen ist die rasche der Linksextremen Populisten. Die können das weitaus besser als die böse, böse SVP.
    • Tommy Holiday 11.02.2016 16:04
      Highlight Highlight Nichts gegen dich @StealthPanda ;-)
      Benutzer Bild
    • StealthPanda 11.02.2016 16:47
      Highlight Highlight @Tommy Holiday Ich gibs offen zu. Meine Grammatik ist shitty aber ich versuche immer möglichst alle Fehler zu entdecken. War aber noch nie meine stärke, deswegen wohl die 3.5 in Deutsch :P
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schmiedrich 11.02.2016 13:37
    Highlight Highlight Naja, bei deinem Tabellenvergleich wirkt das asylzentrum fast symphatischer...
  • Triumvir 11.02.2016 13:07
    Highlight Highlight Den wichtigsten Punkt hat der Autor in seiner Aufzählung nicht erwähnt: Freiheit(sentzug). Ich wette, dass JEDER Gefängnisinsasse sofort mit JEDEM Flüchtling tauschen würde. Denn nichts ist so wertvoll wie die persönliche Freiheit und nichts ist so schlimm wie echter Freiheitsentzug.
    • Felix Burch 11.02.2016 13:21
      Highlight Highlight Unter dem Punkt Anwesenheitskontrolle habe ich den Freiheitsentzug erwähnt.
    • olga 11.02.2016 13:22
      Highlight Highlight Du vergisst aber auch, dass die Gefängnisinsassen (meistens) aus gutem Grund im Gefängnis sind. Weil sie nämlich eine Straftat begangen haben. Flüchtlinge sind unschuldig und leben trotzdem in gefängnisähnlichen Umständen. Ausserdem wie weit ihre persönliche Freiheit in der Realität wirklich reicht, zeigt ja der Artikel oben ziemlich gut und sollte weitgehend bekannt sein...

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